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Superintendentin Henrike Tetz Offen für Menschen verschiedener Herkunft, Kulturen und Religionen: Superintendentin Henrike Tetz.

Demo gegen die Anti-Islam-Kundgebung in Düsseldorf

"Vielfältigkeit unserer Gesellschaft ist Bereicherung"

Hunderte Menschen haben am Montagabend in Düsseldorf friedlich gegen die zeitgleiche Anti-Islam-Kundgebung der Gruppe "Dügida" mit mehreren hundert Teilnehmenden protestiert.

Gegendemo zur Anti-Islam-Kundgebung in Düsseldorf. Gegendemo zur Anti-Islam-Kundgebung in Düsseldorf.

Nach Angaben der Polizei, die selbst mit insgesamt 1.300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz war, brachte das rechtsgerichtete Bündnis "Düsseldorf gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Dügida) mit knapp 450 Teilnehmenden deutlich weniger Menschen zusammen als angekündigt. Die Polizei schätzte die Zahl der Gegendemonstranten auf 750, die Veranstalter sprachen von bis zu 2.000 Teilnehmenden. Die Polizei hatte die unterschiedlichen Demonstrantengruppen vor dem nordrhein-westfälischen Landtag getrennt und war mit Wasserwerfern sowie berittenen Beamten vor Ort, um einer Eskalation vorzubeugen.

Die Superintendentin des Kirchenkreises Düsseldorf, Henrike Tetz, erklärte auf dem Johannes-Rau-Platz, Düsseldorf sei "offen für Menschen verschiedener Herkunft, Kulturen und Religionen. Wir erleben die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft als Bereicherung." Zugleich plädierte Tetz an die Menschen in der Stadt, "Mut zur Begegnung und zum Austausch" zu haben. Sie betonte außerdem, man werde weiterhin "durch Begegnung und Zusammenarbeit mit Menschen anderer Religionen für den Religionsfrieden in unserer Stadt eintreten." 

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) betonte auf der Gegenkundgebung, in der NRW-Landeshauptstadt sei "kein Platz für das Schüren dumpfer Ängste". Er sei stolz darauf, dass es einen breiten Konsens für eine menschenwürdige Betreuung von Flüchtlingen gebe. Politische Parteien und Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) hatten zu der Gegendemonstration unter dem Motto "Mit rheinischer Toleranz gegen Ausgrenzung und Hysterie" aufgerufen und wurden von Kirchen und Gewerkschaften unterstützt.

"Wir sind alle NRW"

Die Federführung zu der von den bürgerlichen Gruppen getragenen Gegendemonstration lag beim "Düsseldorfer Appell", einem überparteilichen Bündnis, dass sich 1992 nach ausländerfeindlichen Ausschreitungen etwa in Rostock-Lichtenhagen gegründet hatte.

Zu einer zweiten Kundgebung gegen die Dügida-Veranstaltung hatten unter anderem die Flüchtlingsinitiative "Stay" sowie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) aufgerufen. Hunderte Fenster im NRW-Landtag waren mit Flugblättern beklebt, auf denen die Symbole von Christentum, Judentum und Islam abgebildet waren. Darunter stand: "Wir sind alle NRW".

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ekir.de / epd, Fotos: Sergej Lepke / 09.12.2014



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