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'Einsichten' heißt der Bild- und Leseband über Kunstwerke und Räume aus reformierter Sicht. "Einsichten" heißt der Bild- und Leseband über Kunstwerke und Räume aus reformierter Sicht.

"Einsichten"-Buch

Bilder und Räume - gesehen durch die reformierte Brille

"Du sollst Dir kein Bildnis machen..." - so heißt eines der Zehn Gebote, nachzulesen im Alten Testament. Bilderverbot. So wird dieses Gebot üblicherweise in einem Wort zusammengefasst. Dabei meint es keineswegs "die vollständige Abwesenheit oder gar die generelle Ablehnung von Bildern", so die Theologin Sabine Dreßler.

Aber wie sieht dann das Verständnis von Kunst und Kirchbau aus? Und wie fällt speziell der reformierte Blick auf Bilder und Gottesräume? "Einsichten. Zur Szenografie des reformierten Protestantismus" heißt ein neuer Bild- und Leseband, der diese Frage in Wort und Bild beantwortet. Ein Buch, das Szenografie oder die Kunst der Inszenierung im Raum in der reformierten Prägung lebendig macht.

Karge oder gar fast gänzliche leere, weiße Räume - auch darum dreht sich dieses Buch. Es macht "die Schlichtheit und Konzentriertheit reformierter Räume" und die dahinterstehenden theologischen Gedanken plastisch, um noch einmal Sabine Dreßler zu zitieren; die Mitherausgeberin des Buchs war bis zum Sommer Theologische Referentin für Reformierte Ökumene beim Reformierten Bund in Deutschland.

Gedanken, Bilder, Räume

Das Buch ist im Wesentlichen dreigeteilt: Gedanken, Bilder und Räume lauten die Überschriften. "Gedanken" führt in die verschiedenen thematischen Aspekte ein: Kultbild, Bilderstreit und Bildersturm, reformierte Ästhetik, White Cube und zeitgenössiche Kunst, und dann ausführlich in Fragen der Theologie des Kirchenraums.

"Die Bilder" bilden den zweiten Hauptteil. Wie im gesamten Band sorgt die umfangreiche Bebilderung für die Anschaulichkeit der Texte. Zum Beispiel die reformierten Tugenden Demut und Freiheit an der Bremer Rathausfassade von 1612, zum Beispiel die "Bibellesende Frau" von Rembrandt van Rijn aus dem Jahr 1631, zum Beispiel Sigmar Polkes Menschensohnfenster von 2006 im Großmünster Zürich: Deutlich wird der Schatz, den die Bildende Kunst birgt.

Wort schafft Raum

Das Wort schafft Raum bzw. "Räume": Unter den vorgestellten Kirchbauten finden sich auch Porträts von zwei Kirchen im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland: die Neue Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-West in Wuppertal und die Evangelische Hauptkirche Rheydt in Mönchengladbach.

Aus Wuppertal beschreibt Gemeindepfarrer Johannes Nattland die Art und Weise, wie die Raumgestaltung das Gottesdienstkonzept mit der Gemeinschaft als wesentlichem Aspekt unterstützt: Die versammelte Gemeinde konzentriert sich auf die Mitte des Kirchraums - dort befindet sich der Abendmahlstisch mit der aufgeschlagenen Bibel. "Zugleich sieht sie sich über die Bibel hinweg an: Die, die den Gottesdienst feiern, sind so in besonderer Weise aufeinander bezogen."

Einsichten. Zur Szenografie des reformierten Protestantismus. Herausgegeben von Sabine Dreßler und Andreas Mertin, foedus-verlag, Solingen 2017, 22,50 Euro

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ekir.de / neu / 28.09.2017



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