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Screenshot ekd.de/synode Screenshot ekd.de/synode

EKD-Synode

Akzente, Appelle und Aufbrüche

"Viele Christinnen und Christen sind digital aufgebrochen, nur die Kirchen sind noch nicht da." Der EKD-Jugenddelegierte Ingo Dachwitz gehört zu denjenigen, die auf der EKD-Synode in Bonn das Thema Kirche und Digitalisierung weiter vorantreiben. Auch das Reformationsjubiläum gehört zu den Themen dieser Synode.

Mit ökumenischen Akzenten und Appellen zu wirksamem Klimaschutz begann die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hob in seinem Bericht die gewachsene Nähe von Protestanten und Katholiken im Jahr des 500. Reformationsjubiläums hervor. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki würdigte in einem Grußwort, dass die EKD nicht Spaltung und Zwietracht zelebriert habe, sondern „ein Fest Christi und seiner Gnade“. Landesbischof Bedford-Strohm forderte eine stärkere Öffnung der Kirche für junge Menschen. Das sei eine der zentralen Herausforderungen für die Kirche der Zukunft. Mehr

Debatte über tiefgreifende Veränderungen

Das Schwerpunktthema der Synode lautet: „Zukunft auf gutem Grund“ – Es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. (1. Joh. 3,2). Ausgehend von der Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten geprägt von Mitglieder- und Bedeutungsverlust berät das Kirchenparlament, wie die Kirche zukunftsfest gemacht werden kann. Die Diskussion zeichnete sich schon lange ab, das Ende des 500. Reformationsjubiläums soll nun der offizielle Startpunkt sein. Es geht um Kommunikation und neue Angebote unter den zwei wesentlichen Herausforderungen, denen alle Religionsgemeinschaften im Westen begegnen: Säkularisierung und Pluralisierung. Die Synode hatte dazu Experten eingeladen, die in pointierten Vorträgen ernüchternde Erkenntnisse zumuteten. Ihre gemeinsame Botschaft: Es muss tiefgreifende Veränderungen geben, denn der Grund, auf dem die Kirche steht, ist nicht nur gut, er ist vor allem wackelig.

Die Kirche sei längst nicht mehr „Herrin ihres Schicksals“, sagte der Religionssoziologe Detlef Pollack aus Münster. Kirchenaustritte würden stärker von der wirtschaftlichen Konjunktur – und damit der Höhe der individuellen Kirchensteuerhöhe –  und vom Wertewandel beeinflusst als von der Qualität der Gottesdienste, sagte er. Mission, das Werben um neue Mitglieder, hält er sogar für verschwendete Anstrengung. Es möge theologisch geboten sein, sagte der Münsteraner Professor. Angesichts dessen, dass Kircheneintritte jährlich nur 0,2 Prozent des Mitgliederbestands ausmachen, sei es aber „effektiver, sich um diejenigen zu kümmern, die in der Kirche sind“ – um die fragile Verbindung zu vielen nicht abreißen zu lassen.

Noch deutlicher wurde die Journalistin Christine Florin. Die Kirchen ruhten sich darauf aus, dass noch Geld da ist, Spitzenpolitiker kommen und die öffentlich-rechtlichen Sender berichteten. „Die Reste der Volkskirche tun sich mit den Resten der Volksparteien zusammen, das macht immer noch etwas her“, sagte sie. Diese „Selbstgenügsamkeit“ erstaune sie. Mehr

Wie das Evangelium in der digitalen Welt leben? Welche Lehren aus dem Reformationsjubiläum ziehen? Video-Zusammenfassung

Haushalt 2018 – Verantwortung für die Zukunft

Langfristig rückläufige Kirchensteuereinnahmen udn die Finanzierung des Reformationsjubiläums waren Aspekte bei den Haushaltsberatungen der EKD-Synode. Zur Finanzierung des Reformationsjubiläums sagte Andreas Barner: „Ich würde diese Finanzierung wie ich dies auch im Unternehmen tun würde nicht ‚Kosten‘ nennen wollen“, so das Mitglied des Rates der EKD, „sondern eine bewusste Investition in die Sichtbarmachung der Kirche, in die Sichtbarmachung des christlichen Glaubens“. Im Jahr 2017 ist ein erhöhter Zuschussbedarf für den Verein Reformationsjubiläum e. V. in Höhe von 6,5 Millionen Euro entstanden. Weitere Vorsorge für 2017 ist mit einem Betrag von 3, 5 Millionen Euro für möglicherweise notwendige weitere Zuwendungen getroffen. In den Haushaltsplan 2018 ist ein Ansatz von 2 Millionen Euro für die ausstehende Abwicklung in 2018 aufgenommen. Mehr

Wie mehr Frauen in leitende Positionen gelangen können

Zu den Themen der EKD-Synode gehörte auch die Frage, wie mehr Frauen in leitende Positionen in der evangelischen Kirche gelangen können. Basis für die Beratungen sind die Ergebnisse und Empfehlungen einer Kulturanalyse der mittleren Leitungsebene der evangelischen Kirche mit dem Titel „Kirche in Vielfalt führen“. Die Untersuchung wurde vom Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie in Kooperation mit dem Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation durchgeführt. „Wichtig ist es für die Zukunft der Kirche, die Attraktivität von hauptamtlichen Leitungsämtern auf der mittleren Ebene für Männer und insbesondere für Frauen, die dort noch unterrepräsentiert sind, zu steigern“, sagt die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer. Mehr

Präses Rekowski über Gottes Mission

In seiner Predigt im Eröffnungsgottesdienst der EKD-Synode in der Bonner Kreuzkirche hatte der rheinische Präses Manfred Rekowski davor gewarnt, globale Probleme wie den Klimawandel zu verdrängen und angesichts der weltweiten Not vieler Menschen zu resignieren. Für Christen seien „Hoffnung mit Bodenhaftung“ und Engagement für ein gutes und gelingendes Zusammenleben aller Menschen gefragt. „Das ist Gottes Mission“, sagte Rekowski. Mehr

Die EKD-Synode tagt noch bis Mittwoch, 15. November.

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epd, ekd, neu / 14.11.2017



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