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Empfang der Kirchen in der Saarbrücker Johanneskirche. Empfang der Kirchen in der Saarbrücker Johanneskirche.

Jahresempfang in Saarbrücken

Zur politischen Stellungnahme herausgefordert

Wenn sich Kirche politisch zu Wort meldet, dann tut sie das nicht aus sich heraus. Wenn sich Kirche politisch zu Wort meldet, folgt sie darin dem Wort Gottes. Das hat Präses Manfred Rekowski in einem Vortrag in Saarbrücken unterstrichen.

Jahresempfang der evangelischen Kirchen, u.a. mit Präses Manfred Rekowski (vorn l.). Jahresempfang der evangelischen Kirchen, u.a. mit Präses Manfred Rekowski (vorn l.).

„Der Einzelne, die Einzelne ist durch Gottes direkten Zuspruch gestärkt und darf darauf vertrauen, dass er oder sie mit ihrem von der Heiligen Schrift und der Liebe geprägten Gewissen im Alltag der Welt Gott dient“, sagte der Präses beim Jahresempfang 2014, zu dem die Evangelischen Kirche im Rheinland gemeinsam mit der Evangelischen Kirche der Pfalz in die Saarbrücker Johanneskirche eingeladen hatte. „Und so kann auch Kirche nur mitten in der Welt Kirche sein. Das macht Kirche nicht unmittelbar zu einer politischen Akteurin. Vielmehr sind besonders die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen stets auf Neue aufgefordert, sich zunächst ihrer Glaubensgrundlagen zu vergewissern“, betonte Rekowski.

Die so gewonnenen Erkenntnisse gelte es, für die Gegenwart fruchtbar zu machen. So gehört nach seiner Meinung „zu allererst die Diskussion um ein angemessenes Bibelverständnis ins Zentrum des persönlichen Glaubens und der Kirche. Glaubensvergewisserung und Glaubensverkündigung bedeuten das Verstehen und das ins Heute verständliche Übersetzen der biblischen Texte.“ Angemessene Auslegung der Botschaft von Jesus Christus Gerade eine Kirche, die sich dem reformatorischen Prinzip „sola scriptura“ – nur die Schrift – verpflichtet sehe, müsse mit dieser Schrift auch umgehen: verständlich und fundiert.

„Erst auf dieser Grundlage ergibt sich – wo angebracht – öffentliches Reden und Handeln etwa in Fragen der Sozial- oder Bioethik, der Sorge um soziale Gerechtigkeit, dem Einsatz für Flüchtlinge und anderes mehr“, so der leitende Geistliche der zweitgrößten EKD-Gliedkirche, zu der auch weite Teile des Saarlands gehören. Vor Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft stellte Präses Rekowski abschließend fest: „Wenn sich evangelische Kirche – ganz im reformatorischen Sinne – heute fragt, wie verstehen wir die Botschaft von Jesus Christus richtig, wie legen wir die Bibel angemessen und allgemein verständlich aus, dann betrifft das nicht nur theologische Grundsätze und Fragen des ganz persönlichen Glaubens. Dann sind wir auch herausgefordert, zur Entwicklung der demokratischen Gesellschaft beizutragen – nicht mit parteipolitischen Stellungnahmen, wohl aber im Sinne des Gemeinwohls mit politischen Beiträgen.“

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ekir.de / jpi, hp / 01.04.2014



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