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Cartoon zum Erntedank Ein Cartoon von Michael Hüter zum Erntedank 2014

Erntedankfest

Ein „Lob des Landes“ in neuen Medien

Mit neuem Medienkonzept will der Evangelische Dienst auf dem Lande mehr Menschen für die eigene Arbeit interessieren. Passend zum Erntedank geht es im Jahresheft um das „Lob des Landes“. Wichtig auch für Verbraucher: Wie sieht künftig Landwirtschaft aus?

Anke Kreutz Anke Kreutz

„Kirche im ländlichen Raum“ erreichte als Zeitschrift bisher in erster Linie Mitarbeitende in der Kirche. „Deshalb haben wir uns entschlossen, im Internet etwas Neues aufzubauen“, erklärt Anke Kreutz, Direktorin der Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen. Und auch bei den Lesern des Heftes kam häufig die Frage: „Gibt es das nicht als Datei?“. Im Abonnenten-Bereich des Internetportals finden sich nun zum Beispiel die Gottesdienst-Entwürfe auch digital und bestimmte Zusatzinformationen sind nur dort verfügbar.

Offenes Themenportal

Gleichzeitig wird ein offenes Themenportal ausgebaut. Aktuell sind dort auf der Startseite Gedanken zu Verbraucher- und Landwirtschaftsethik zu finden, eine Buchempfehlung zum Thema Boden mit Infos zu einem Muster-Pachtvertrag für Kirchengemeinden, eine Einführung zum Transatlantischen Freihandelsabkommen und Überlegungen zu einer sorgenden Kirchengemeinde („caring community“). Weitere Themen lassen sich im Menü aufrufen. Das Themenportal soll stetig ausgebaut werden. „Wir wollen möglichst viele Menschen ansprechen, die auf dem Land wohnen“, so Anke Kreutz. „Das werden wir nicht sofort erreichen, das Portal muss erst bekannt werden.“

„Die Bevölkerung im ländlichen Raum hat eine hohe Verbundenheit mit ihrer Region, auch wenn inzwischen die Hälfte der Menschen zugezogen ist“, sagt die Akademie-Chefin. In der Verbundenheit zur Kirche zeige sich häufig eine höhere Verbindlichkeit. Die Ausdrucksformen der kirchlichen Arbeit unterschieden sich aber wenig von denen in der Stadt. „Eine Einrichtung wie die Tafel ist eben auch auf dem Land nötig“, so Kreutz. Doch bleibe es dann oft als ein Projekt in einer Kirchengemeinde eingebunden und gehe nicht in die institutionelle Diakonie über.

„Wir leben gerne hier“

Das aktuelle Themenheft zum „Lob des Landes“ spiegelt für Kreutz auch ein neues Selbstbewusstsein der ländlichen Bevölkerung wider. „Wir leben gerne hier“, heiße es bei vielen. Sie erfreuten sich an der Nähe zur Natur, daran, dass es genügend Platz gibt und dass man sich auf die „wirklich wichtigen Dinge“ im Leben konzentrieren kann.

Kreutz: „Die Angst, dass junge Leute gehen und nicht wiederkommen, lähmt nur.“ Es sei für diese Menschen aber wichtig, die richtigen Arbeitsplätze zu finden. Inzwischen gebe es auf dem Land viele kreative Männer und Frauen, die als Künstler oder auch als Selbstständige im Internet tätig seien. „Deshalb sind schnelle Internetverbindungen mindestens so wichtig wie die klassische Verkehrsinfrastruktur.“

Claudia Leibrock Claudia Leibrock

Regionalstrukturen stärken

Für die Evangelische Kirche im Rheinland geht es nach einem Beschluss der Landessynode im Januar 2014 darum, Leitlinien für „lebensspenden Landbau“ zu entwickeln. Claudia Leibrock, Referentin der Landjugendakademie und Geschäftsführerin des Evangelischen Dienstes auf dem Lande im Rheinland betont: „Wir wollen, dass die Regionalstrukturen gestärkt werden.“ In der Europäischen Union müsse gefragt werden, ob Hygienestandards nicht unterschiedlich sein dürfen, wenn es zum Beispiel um regionale Landwirtschaft geht.

Fördergelder der EU dürfen nach Ansicht der Referentin nicht für den Export von Fleisch oder Milchprodukten fließen: „Wenn Kleinbauern in Entwicklungsländern Milch für 62 Cent den Liter produzieren können, die EU aber Milchpulver für 30 Cent exportiert, ist klar, was in den Molkereien verarbeitet wird.“ Gerade zeige das Beispiel Russland, was passiere, wenn Landwirte für einen Markt produzierten, den sie nicht beeinflussen können.

Das Tier als Mitgeschöpf

Ein weiteres Augenmerk gilt den Nutztieren. „Tiere sind als Mitgeschöpfe und nicht als Produktionseinheit wahrzunehmen, Qualzucht darf es nicht geben, artgerechte Tierhaltung ist unverzichtbar“, so Leibrock. Fleisch sei ein wertvolles Lebensmittel. Verbraucherinnen und Verbrauchen sollten das in einen niedrigeren Fleischverbrauch umsetzen.

Nicht nur ökologische Landwirtschaft produziert laut Leibrock nachhaltig, auch konventionelle Produktion in der Region könne nachhaltig sein. Zur nachhaltigen Landwirtschaft gehöre auf jeden Fall auf gentechnisch veränderte Tiere und Pflanzen zu verzichten.

Kirchengemeinden können regionale Vermarktung unterstützen. „Für das Gemeindefest muss nicht das eingekauft werden, was am billigsten ist“, sagt die Referentin für Agrarpolitik und Landsoziologie. Nicht nur Kaffee und Tee sollten fair gehandelt sein. „Viele Gemeinden legen bereits Wert darauf, dass Käse, Wurst und Brot aus der Region kommen“, so Leibrock.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 2. Oktober 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 6. Oktober 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rtm / Fotos: lja.de / 02.10.2014



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