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Friede als Thema der Mitgliederversammlung des Erwachsenenbildungswerks Süd

Friedensthemen wieder stärker in den Blick nehmen

Angesichts der Vielzahl der Kriege und militärischen Auseinandersetzungen in der Welt wie auch den Flüchtlingsströmen, die deren Folgen sind, sollten Friedensthemen wieder stärker von den Kirchen und Gemeinden in den Blick genommen werden. 

Dafür hat sich Dr. Reinhard Schmeer (Duisburg) bei der Mitgliederversammlung des Evangelischen Erwachsenenbildungswerkes (eeb) Rheinland-Süd in Simmern ausgesprochen. Superintendent Horst Hörpel, der eeb-Vorstandsvorsitzende, erklärte: „Die aktuellen Flüchtlingsströme, auch nach Deutschland, zeigen uns, dass die Kriege, die wir doch so weit weg wähnten, plötzlich zu uns kommen.“ Zu lange habe man die Augen verschlossen und nicht die Folgen von militärischen Einsätzen und Kriegen, von Rüstungsexporten und der Globalisierung bedacht, kritisierte Hörpel.

Reinhard Schmeer, Ruhestandspfarrer, Friedensbeauftragter des Kirchenkreises Moers und in mehreren friedensethischen Gremien der Evangelischen Kirche im Rheinland tätig, verwies auf die Vielzahl der kirchlichen Stellungnahmen zum Frieden und zur Friedensarbeit. „Es gibt sehr viele Papiere, wir müssen sie nur umsetzen. Aber leider stand viele Jahre das Thema Frieden nicht mehr auf der Tagesordnung."

Schmeer verwies auf Erklärung des Ökumenischen Rates von 1948, wonach Krieg nach Gottes Willen nicht sein solle, und  die EKD-Friedensdenkschrift, die einen gerechten Frieden postuliert, den es zu erarbeiten gelte. Oder die ökumenische Friedenskonvokation 2011 von Kingston, die die Friedenserziehung betonte. „Die evangelische Kirche in Baden geht nun sogar so weit, dass sie sich als Kirche des gerechten Friedens positionieren will“, unterstrich Reinhard Schmeer.

Impulse für die Friedensarbeit vor Ort

Hieraus könne man viele Impulse für die Friedensarbeit vor Ort erhalten, ist der Theologe überzeugt. So sei es wichtig, dass immer wieder das biblische Friedenszeugnis bezeugt werde in Gottesdiensten oder Veranstaltungen. Ebenso biete die jährliche Friedensdekade Möglichkeiten, das Thema ins Gespräch zu bringen. Auch sollten die Kirchengemeinden, Kirchenkreise oder Einrichtungen friedensethische Themen in den Blick nehmen, so die Rüstungsexporte, die verbliebenen Atomwaffen in der Eifel oder den fairen Handel.

„Wir müssen aber auch das Friedenspotenzial der Religionen wieder wahrnehmen, das der christlichen Kirchen, der klassischen Friedenskirchen, aber auch des Islam“, unterstrich Schmeer. In Kindergärten, im Konfirmations- und im Religionsunterricht sowie in Jugendeinrichtungen müsse die Friedensbildung gestärkt werden. „Hier haben die Kirchen die Möglichkeit, ein großes Netzwerk zu bilden“, so Schmeer. Und schließlich solle mit den örtlichen Friedensinitiativen auch zusammengearbeitet, sich aber auch mit deren Positionen auseinandergesetzt werden, fügte er hinzu.

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ekir.de / dj / 16.10.2015



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