Ungeliebtes zu Weihnachten

Lieber spenden als in den Sperrmüll

Im Café der Düsseldorfer Johanneskirche können ungeliebte Weihnachtsgeschenke abgegeben werden. Sie werden für einen guten Zweck verkauft. Ein Interview mit Öffentlichkeitsreferentin Barbara Wengler.

Barbara Wengler, Öffentlichkeitsreferentin der evangelischen Johanneskirche in Düsseldorf Barbara Wengler, Öffentlichkeitsreferentin der evangelischen Johanneskirche in Düsseldorf

Wie ist die Idee zur Aktion „Ungeliebte Weihnachtsgeschenke“ entstanden?

Das hat in unserer Gemeinde schon eine gewisse Tradition. Ich habe die Aktion von meiner Vorgängerin übernommen. Nicht alles, was nicht gefällt, lässt sich auch umtauschen. Da hieß das Motto: Lieber für einen guten Zweck spenden als in den Sperrmüll damit. Jemand aus dem ehrenamtlichen Team hat für „Ärzte ohne Grenzen“ gearbeitet. Die Arbeit hat uns überzeugt und deshalb geht der Erlös an diese Organisation.

Was bringen die Leute denn nach Weihnachten ins Café der Johanneskirche?

Das ist sehr unterschiedlich: die Krawatte mit der falschen Farbe, das Parfüm, das man nicht mag, oder auch Duftlichter. Oft handelt es sich um sogenannte Stehrumchen, die dem Beschenkten nicht gefallen. Eintrittskarten für den Besuch eines Varietés und Theaters gab es aber auch schon. Auch Elektrogeräte waren schon dabei. Was beim Fairen Markt in der Johanneskirche nicht verkauft wird, geht dann zum Beispiel an einen Oxfam-Laden.

Was waren die außergewöhnlichsten Geschenke, die abgegeben wurden?

Im vergangenen Jahr wurde im Café ein I-Pad abgegeben. Ob das bewusst so war, ließ sich nicht mehr klären. Ein recht wertvolles Gemälde haben wir auch schon entgegengenommen. Das wurde später versteigert.

Nicht alle Geschenke unter dem Weihnachtsbaum finden Anklang beim Beschenkten. LupeNicht alle Geschenke unter dem Weihnachtsbaum finden Anklang beim Beschenkten.

Was können Sie denn auf keinen Fall gebrauchen?

Es soll ein aktuelles Geschenk sein. Es ist also kein Trödelmarkt. Die Kramkiste im Keller soll nicht geleert werden. Wenn das DM-Preisschild noch drauf ist, wissen wir, dass es nicht passt. Selbstgebackenes und offene Lebensmittel können wir schon wegen der Hygienevorschriften nicht annehmen.

Haben Sie aus Ihrer Erfahrung einen Tipp, wie Schenkende ungewünschte Präsente vermeiden?

Gutscheine wirken manchmal etwas unpersönlich. Deshalb gefallen auch sie nicht allen. Bei den Überlegungen für das richtige Geschenk bleibt immer ein gewisses Restrisiko, dass es dem oder der Beschenkten nicht gefällt. Damit müssen wir wohl leben.

Die nicht gewünschten oder falsch angekommenen Weihnachtsgeschenke können vom 3. bis 6. Januar 2012 von 10 bis 18 Uhr im Café der evangelischen Johanneskirche in Düsseldorf, Martin-Luther-Platz 39, abgegeben werden. Am Samstag, 7. Januar, stehen die Geschenke dann zwischen 10 und 18 Uhr beim "Fairen Markt" in der Johanneskirche zum Verkauf.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 20. Dezember 2011. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 21. Dezember 2011. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rtm / Fotos: Johanneskirche.org / Ruth Rudolph/ pixelio.de / 20.12.2011



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