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Das Gehäuse des fairen Computers ist aus heimischen Hölzern gefertigt. Das Gehäuse des fairen Computers ist aus heimischen Hölzern gefertigt.

Nachhaltigkeit

Ein umwelt- und sozialverträglicher PC

Warum gibt es eigentlich keine fairen Computer? Diese Frage haben sich der Jülicher Superintendent Jens Sannig und der IT-Spezialist Carsten Eckhardt gestellt – und selbst einen entwickelt.

Es begann vor etwa zwei Jahren: Der Kirchenkreis Jülich setzt Kriterien von „Wirtschaften für das Leben“ um und bringt eine eigene fair produzierte Cola heraus. Superintendent Jens Sannig trifft einen Bekannten und erzählt ihm davon. Der Bekannte, IT-Spezialist Carsten Eckhardt aus Herzogenrath, findet das super, denn er legt ebenfalls großen Wert auf umwelt- und sozialverträgliche Produkte. 

Für sein IT-Unternehmen bemüht er sich schon seit Längerem um Einkaufskontakte für fair produzierte Computer – leider ohne Erfolg. Sannig und Eckhardt überlegen, ob es nicht vielleicht möglich ist, selbst einen Computer nach ökofairen Kriterien zu produzieren.

Gehäuse aus heimischem Holz

Anfang 2014 ist aus dem Vielleicht eine Tatsache geworden: Der „Fair-Comp“ steht offiziell zum Verkauf. Das Gehäuse wird von einer regionalen Tischlerei aus zertifizierten heimischen Hölzern gebaut. Das Mainboard wird im Fujitsu-Werk in Augsburg maschinell und von Hand bestückt. 

Sannig und Eckhardt haben das Werk selbst besichtigt, um sich einen Eindruck über die Produktionsbedingungen zu verschaffen. „Wir wollten sicherstellen, dass wir keine ausbeuterische Arbeit unterstützen“, sagt Jens Sannig.

Hundertprozentig fair gibt es nicht

Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass es auch beim Fair-Comp einzelne Bauteile gibt, die nur in China erhältlich sind. Wie die Festplatte, das DVD-Laufwerk und das Kartenlesegerät. Über die Herstellungsbedingungen gibt es unzureichende Informationen, ebenso über die Gewinnung der Materialien – zum Beispiel über den problematischen Abbau der sogenannten seltenen Erden. 

„Einen hundertprozentig fairen Computer gibt es leider noch nicht“, sagt Jens Sannig. „Der Fair-Comp ist aber so fair und nachhaltig produziert, wie es zurzeit möglich ist und wir setzen damit schon ein deutliches Zeichen.“ Um noch fairer zu werden, wollen er und Carsten Eckhart weiter versuchen, die Lieferanten zu überzeugen. Zurzeit laufen Gespräche mit den Netzteil-Anbietern über gerechte Produktionsbedingungen.

Gerade weil nicht alles hundertprozentig fair ist, haben sich die beiden Entwickler konsequent Gedanken über verantwortliches Recycling gemacht. Durch ein Pfandsystem ist die Entsorgung des Computers direkt mit gesichert, erklärt Carsten Eckhardt: „Die von uns beauftragte Recyclingfirma bereitet alle Materialien und Rohstoffe so auf, dass sie in vollem Umfang wieder industriell genutzt werden können – auch die seltenen Erden.“

Zwölf Prototypen der öko-fairen Computer wurden bisher verkauft. Der Preis liegt bei 899 Euro. 

Kontakt: Jens.Sannig@ekir.de, Eckhardt@afe-systems.de

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 20. März 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 21. März 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / cs / 21.03.2014



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