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Fasten Darauf wollen sie nicht verzichten: Für die Fastenaktion via WhatsApp zeigen Wuppertaler Jugendliche den Zusammenhalt.

Fasten I

Smarte Denkanstöße

„Was brauche ich?“ Darüber denken Jugendliche aus Wuppertal in der Fastenzeit nach. Wer will, bekommt ihre Gedanken täglich per Nachrichtendienst WhatsApp aufs Handy geschickt. Das lohne sich, meint Jugendreferentin Bettina Hermes: „Es ist großartig, wie präzise junge Menschen ihr Anliegen visualisieren können.“

Da sind zwei Arme, die einen Baum umarmen. Dann gibt es Hände, die sich anfassen und festhalten. Und schließlich ist da ein Ohr zu sehen, das sich an einen Kopfhörer schmiegt. Wer bei der Fastenaktion des Jugendreferats im Evangelischen Kirchenkreis Wuppertal mitmacht, bekommt jeden Tag ein anderes Motiv auf sein Handy geschickt. Sie alle stehen unter dem Motto „Was brauche ich?“, und manchmal ist auf den Bildern auch ein kurzes Statement zu lesen.

„Diese Sprache beherrschen wir nicht“

„Wir wollen vorrangig mal nicht darüber nachdenken, worauf wir in der Fastenzeit verzichten können“, sagt Bettina Hermes, die Jugendreferentin des Kirchenkreises und Initiatorin der Aktion. „Denn wer sich auf das besinnt, was er wirklich benötigt, der weiß auch, was er weglassen kann.“ Gestaltet werden die Bilder von jungen Menschen aus den Jugend- und Konfirmandengruppen im gesamten Wuppertaler Kirchenkreis. Und die wissen, was sie brauchen: die Natur, die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und die Musik.

Bettina Hermes ist begeistert von den Motiven der Jugendlichen: „Sie verstehen es, die Dinge ruckzuck mit Foto und kurzem Statement auf den Punkt zu bringen.“ Man merke einfach, dass sie mit digitalen Medien aufgewachsen seien. „Diese Sprache beherrschen wir Älteren nicht so gut“, habe sie festgestellt, als sie sich selbst längere Zeit an ihrem eigenen Motiv versuchte. 

„Wir sind ja richtig viele!“

Nach einem Aufruf zum Mitmachen an alle Jugendlichen in den Wuppertalen Kirchengemeinden trafen bei Bettina Hermes in den ersten Tagen der Fastenzeit bereits 35 Bildmotive ein. „Diese digitale Aktion war ein erster Versuch, und jetzt bin ich begeistert über die große Resonanz.“

Für die jungen Menschen ist das selbstverständlich. Und das nicht nur, weil WhatsApp für sie ein geläufiges Kommunikationsmittel ist. „Wir merken doch jetzt erstmals, dass es in unserer Gegend noch viele andere Jugendliche gibt, die über das Gleiche nachdenken“, meint ein Teenager. „Wir sind in der Kirche ja richtig viele junge Menschen“, stellt er fest. Sie sei jeden Tag aus Neue darauf gespannt, was andere sich haben einfallen lassen, meint eine weitere Jugendliche.

Anonym und ungespeichert

Aus Gründen des Datenschutzes bleiben die Beteiligten bei der Aktion anonym, und auf den Bildern gibt es nur Körperteile zu sehen und keine Gesichter. Mit einem separaten Smartphone verschickt Bettina Hermes täglich die Motive über eine sogenannte Broadcast-Liste. Und die sendet nur in eine Richtung: Keiner kann antworten oder sehen, wer noch dabei ist. Auch die Jugendreferentin kennt nur die Nummern und nicht die Namen dahinter. Nach der Aktion wird dann alles gelöscht.

Unter der Mobil-Nummer 01577 8999833 können sich auch während der Fastenzeit noch Interessierte aus jeder Region und jeden Alters anmelden. Dazu einfach die Mobil-Nummer den eignene Kontakten hinzufügen und eine WhatsApp-Nachricht schicken. Sie erhalten dann täglich eine Nachricht auf ihr Handy.

Weitere Fastenaktion werden in den nächsten Wochen in lockerer Folge auf ekir.de vorgestellt.

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ekir.de / Text: Sabine Eisenhauer, Foto: Jugendreferat Ev. Kkreis Wuppertal / 21.02.2018



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