EKiR startet Facebook-Seite

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Der Blickfang ist ein Segen: Wer das Titelfoto der neuen Facebook-Seite der Evangelischen Kirche im Rheinland facebook.com/ekir.de betrachtet, mag sich selbst gesegnet fühlen.

Mit dem Motiv des segnenden Predigers Martin Göbler in der Gemarker Kirche in Wuppertal als Titelbild ist die rheinische Kirche bei Facebook präsent. Mit dem Motiv des segnenden Predigers Martin Göbler in der Gemarker Kirche in Wuppertal als Titelbild ist die rheinische Kirche bei Facebook präsent.

Das sind wir, das ist die rheinische Kirche, das Foto hat eine Geschichte: Mit dem Start der Facebook-Seite ist das Foto von Martin Göbler online gegangen, er ist Prädikant, also ordinierter Prediger an der Gemarker Kirche in Wuppertal, der Kirche, in der die Barmer Theologische Erklärung geboren wurde. Die die Besinnung auf Gott setzte - gegen Hitler-Anhimmlung, Nazi-Hetze und NS-Hirnwäsche. Die Kirche, die heute als Citykirche Menschen zusammen bringt, ein beliebter Treffpunkt ist. Genau dort entstand am Dienstagmorgen das Foto. Der Segen.

„Als Kirche müssen wir da sein, wo die Menschen sind“, sagt Präses Nikolaus Schneider zum Start von facebook.com/ekir.de. Sehr lustig: Man könnte sich Facebook ja als Geisterbahn auf der (Lebens-)Kirmes vorstellen, und dann ist die Fahrt mit dem Autoscooter eine kitzlige Mischung aus Lust und Angst. So hat der Karikaturist und Theologe Michael Hüther die rheinische Teilnahme bei Facebook zugespitzt und ins Bild gesetzt. Was überwiegt – die Angst vor der Blackbox Facebook? Oder „gefällt“ das Mitmachen? Hüthers Karikatur ist einer der Inhalte, der quasi als Morgengabe kurz vor dem Start der EKiR-Facebook-Seite schon einmal online ging – und zum Teilen einlädt.

Das war vor gestern, das war zu der Zeit, als es noch ein Baustellenschild gab. „Lasst das Baustellenschild weg! Das ist ja wie in Web 1.0“ schrieb in der „Bauphase“ ein User. Eine andere meinte: „Cool, ein Baustellenschild. Damit haben viele große Seiten einst begonnen und es ist schön retro!“

Das erste "Gefällt mir" kam vom Kirchentagspastor

Nachdem der rheinische Internetbeauftragte Ralf Peter Reimann die „Baustelle“ eröffnet hatte, gab es einen prominenten Ersten, der „Gefällt mir“ geklickt hatte: Kirchentagspastor Joachim Lenz, ursprünglich ein rheinischer Pfarrer, hatte die Nase vorn. Und schrieb: „Herzlicher Gruß aus Fulda!“

Da sein, wo die Menschen sind – mitten im Leben. Rund 24 Millionen Deutsche sind bei Facebook. „Deshalb wollen wir sie auch in diesem sozialen Netzwerk mit der Guten Botschaft erreichen“, sagt Präses Schneider. Und das ist konkret das Angebot: Der Tag beginnt mit einem geistlichen Impuls – und er endet auch damit. Morgens gibt es einen Audio-“Auftanker“, abends ein bedenkenswertes „Schlusswort“. Tagsüber werden aktuelle News gepostet, so sinnvoll und zur Diskussion anstiftend wie möglich,

Kommentieren, teilen, fragen

„Facebook ist ein Rückkanal“, ist allein deshalb ein Mehr zur reinen Homepage, erläutert Ralf Peter Reimann, der Theologe und Diplom-Informatiker koordiniert den EKiR-Facebook-Auftritt. Auf Fragen von echten Menschen Antworten bekommen, Nachrichten kommentieren oder einfach nur an Freundinnen und Freunde weitergeben – darum geht es bei Facebook. Schönes Plus: Eine Karte linkt auf die verschiedenen Facebook-Seiten von rheinischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen.

„Face“ für Gemeinden zeigt der Meckenheimer Gemeindepfarrer Knut Dahl. Dienstags lädt er zur Predigtvorbereitung für den kommenden Sonntagsgottesdienst. Er sagt: „Eigentlich ist nur ein Fehler möglich: die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft vom Spielfeldrand zu beobachten, statt selber spielgestaltend zu agieren.“

Missionarisch Volkskirche sein

Missionarisch Volkskirche sein ist seine Begründung fürs Mitmachen. Auch für Ralf Peter Reimann: „Wenn Menschen bei einer unserer Nachrichten ,Gefällt mir' klicken, dies ihre Freunde sehen und darüber ins Gespräch kommen, oder wenn sie einen Segensspruch von uns teilen, dann sind wir missionarisch Volkskirche.“

„fb ist ein gigantischer Zeitfresser:-)“ schreibt ein User zur Karikatur. So ist es: Facebook wird immer wieder kritisch gesehen – und das mit Recht. Zeitfresser. Persönlichkeitsrechteverletzer. Um im Bild der Karikatur zu bleiben: Kann man mit einem Autoscooter mit angezogener Handbremse losbrausen? Ist eigentlich Quatsch. Genau genommen aber zunächst nur für die Bremsen. Anna Neumann, Online-Redakteurin der rheinischen Kirche: „Wir engagieren uns umsichtig bei Facebook.“

Verantwortungsvoller Umgang mit Social Media

Die rasante Entwicklung der sozialen Netzwerke hat (auch) der Mediendezernent der rheinischen Kirche im Blick, Kirchenrat Kai Krischnak. „Millionen Menschen verbinden sich über Facbook & Co. mit ihren Bekannten, Arbeitskollegen oder Nachbarn.“ Außerdem steige die mobile Internet-Nutzung.

„Wir verkennen nicht die Risiken und Nebenwirkungen für den Datenschutz oder die Veränderung des Kommunikationsverhaltens“, so Kirchenrat Kai Krischnak. Konkrete Empfehlungen wie Social Media Guidelines für einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken werden deshalb zurzeit erarbeitet.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 27. Juni 2012. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 28. Juni 2012. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu, Foto: Daniel Schmitt / 27.06.2012



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