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Emmanuel Ndahayo, Doktorand in Siegen, in der Politik im Kreis Düren engagiert, stammt aus Ruanda. Emmanuel Ndahayo, Doktorand in Siegen, in der Politik im Kreis Düren engagiert, stammt aus Ruanda.

Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande

Sorge um Menschen, die untergehen, vor Gott bringen

"Flucht ist kein Verbrechen - Flucht ist Menschenrecht". So heißt die ökumenische belgisch-deutsch-niederländische Resolution und so heißt das Friedensgebet am 2. Februar im Aachener Dom. Es gehe um "Menschen, die untergehen", so Superintendent Bruckhoff.

Das Friedensgebet Das Friedensgebet "Flucht ist ein Menschenrecht" wird im Aachener Dom stattfinden.

Stichwort Lampedusa: Der Superintendent des Kirchenkreises Aachen, Hans-Peter Bruckhoff, meint insbesondere afrikanische Flüchtlinge, die buchstäblich untergehen, die beim Versuch, in Europa anzukommen, im Mittelmeer ertringen. Mit Resolution und Gottesdienst fragten Christinnen und Christen aus dem Dreiländereck, was an den EU-Außengrenzen geschieht. Im Dom kämen "Glaube und Politik zusammen". Er hoffe, dass Herzen und Hände der Menschen erreicht werden - und lud herzlich zur Teilnahme am Gottesdienst ein.

Resolution und Friedensgebet gehen von der Ökumenischen Plattform in der Euregio Maas-Rhein zur Asyl- und Flüchtlingspolitik aus. Darin arbeiten zusammen: die evangelischen Kirchenkreise Aachen, Jülich, Krefeld-Viersen und Moers, die Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien, die Klasse Limburg der Protestantischen Kirche in den Niederlanden, das Bistum Aachen, die katholischen Bischöfe von Lüttich und Maastricht sowie der Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) Niederrhein sowie das Institut für Ökonomie und Ökumene Südwind.

Die Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff (l.) und Jens Sannig bei der Pressekonferenz in Aachen. Die Superintendenten Hans-Peter Bruckhoff (l.) und Jens Sannig bei der Pressekonferenz in Aachen.

Der Jülicher Superintendent Jens Sannig berichtete auf der Pressekonferenz in Aachen, was er bei Besuchen in Marokko erlebt hat, wo Flüchtlinge aus Subsahara-Afrika in auswegloser Situation feststecken, von Sicherheitsbehörden gegängelt, aufgegriffen, schutzlos an der algerischen Grenze ausgesetzt werden. "Diese Situation verantworten wir. Die marokkanischen Sicherheitskräfte tun es in unserem Namen", so Sannig über die von der Europäischen Union (EU) gewollte Abschottung an den EU-Außengrenzen.

"Schwarze Zone" hierzulande

Emmanuel Ndahayo (39), gebürtig aus Ruanda, Doktorand aus Siegen, Kreispolitiker aus Düren, kritisierte die "schwarze Zone", in der Flüchtlinge in Deutschland leben müssen. Die Situation im Asylbewerberheim in Linnich, in dem er nach seiner Ankunft in Deutschland gelebt hat, sei "mehr als schrecklich", das Zusammenleben der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen schier unmöglich. "Ich bin aus der schwarzen Zone herausgekommen, habe sie aber nicht vergessen."

Hub Vossen vom Bistum Roermond berichtete, dass sich Christinnen und Christen in Limburg für Menschen einsetzen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, die aber nirgendwohin zurückkehren können. Das Gleiche gilt für die Region Eupen-Kelmis, wie der dortige Dechant Helmut Schmitz unterstrich. Bestätigung auch von Dariusz Tomczak, evangelischer Pfarrer in Eupen-Neu-Moresnet, der über die Flüchtlinge sagt: "Viele sind vor Mord, Folter und Hunger geflohen und erleben nun hier existenzielle Not."

Das Friedensgebet im Aachener Dom beginnt am 2. Februar um 17 Uhr. 

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ekir.de / Anna Neumann / 23.01.2014



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