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Sie setzen auf eine starke Hilfe für die Flüchtlingsarbeit: der Bürgermeister von Bergneustadt Wilfried Holberg (v.li.),  der stellvertretende Landrat Friedrich Wilke, der Wipperfürther Bürgermeister Michael von Rekowski, die Mitarbeitenden der Beratungss Sie setzen auf eine starke Hilfe für die Flüchtlingsarbeit: Wilfried Holberg (v.li.), Friedrich Wilke, Michael von Rekowski, Omar Sabalbal, Hussein Al-Safar, Christine Althöfer, Belma Hadžerić und Thomas Ruffler.

Jubiläum

Pionierarbeit: 30 Jahre Flüchtlingsberatung

Die Beratungsstelle für ausländische Flüchtlinge im Evangelischen Kirchenkreis An der Agger besteht seit 1987 und war eine der ersten in der rheinischen Kirche. Seit 30 Jahren zeichnet sich die Arbeit durch das hohe Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen aus.

Im Gottesdienst anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Flüchtlingsberatungsstelle im Kirchenkreis An der Agger kamen auch Klienten zu Wort. „Ich wollte meine Heimat nicht verlassen. Ich hoffte bis zuletzt, der Krieg würde bald zu Ende sein“, sagte Nima Sadeghi aus dem Iran. 

Diakoniepfarrer Thomas Ruffler leitete den Gottesdienst in der evangelischen Kirche Klaswipper und betonte, wie wichtig das nach wie vor sehr hohe Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit sei. Es sei Konsens der Kirchen, für eine humane Flüchtlingspolitik zu streiten. Das hohe ehrenamtliche Engagement sieht er als Folge der reformatorischen Erkenntnis, dass jeder selbst verantwortlich sein kann für sein Denken und Tun.

„Alles Leben ist Begegnung.“ Dieses Zitat Martin Bubers hatten die Mitarbeitenden der Beratungsstelle zum Motto für die Feierlichkeiten gemacht. Omar Sabalbal aus dem Libanon, der seit 28 Jahren in der Flüchtlingsberatungsstelle arbeitet, zitierte im Gottesdienst eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Stimmung in Deutschland nicht gekippt

Danach sei die Stimmung der Deutschen gegenüber den Flüchtlingen nicht gekippt. Die Hilfsbereitschaft sei nach wie vor sehr groß. „Das können wir aus unserer Arbeit bestätigen.“ Hussein Al-Safar aus dem Irak betonte, wie wichtig ein Familiennachzug für Geflüchtete sei. Die Familien litten immens unter der Trennung. Er schilderte den Fall eines im Oberbergischen lebenden Familienvaters, dessen 25-jährige Frau hier plötzlich verstorben sei, und der dringend familiäre Hilfe bräuchte.

Mitarbeiterin Christine Althöfer plädierte für mehr Flexibilität in der Wohnortwahl der Asylsuchenden, die zurzeit drei Jahre am einmal zugewiesenen Ort wohnen müssen. Gerade auf dem Land sei es oft schwierig, Schule, Sprachkurs und andere Orte zu erreichen. Belma Hadžerić , Leiterin der Beratungsstelle, blickte beim festlichem Empfang im evangelischen Gemeindehaus Klaswipper auf die Geschichte der Flüchtlingsberatung zurück und skizzierte die Aufgaben der Beratung, wie Verfahrensberatung, Unterstützung im Alltag, Begleitung zu Anhörungen.

Integration ist eine bleibende Aufgabe

In seinem Grußwort sagte Professor Friedrich Wilke, stellvertretender Landrat des Oberbergischen Kreises: „Wir wollen in den Flüchtlingen Schwestern und Brüder sehen und nicht in Fremden Feinden.“ Der Kirchenkreis habe Pionierarbeit geleistet. 15 Jahre lang sei die Beratungsstelle die einzige im Kreis gewesen.

Der Wipperfürther Bürgermeister Michael von Rekowski sagte, dass Flucht und Vertreibung „für einige von uns zur prägenden Familiengeschichte gehören“. Integration sei eine bleibende Aufgabe, der sich die Hansestadt Wipperfürth mit einem Integrationskonzept stelle. Dabei müsse es ein Zusammenwirken von Zugewanderten und Aufnahmegesellschaft geben. Diakoniepfarrer Thomas Ruffler als stellvertretender Superintendent überbrachte die Grüße des Superintendenten Jürgen Knabe, der zeitgleich auf einer Kundgebung in Wiehl für Toleranz und Vielfalt gefragt war. 

Unter den Gästen waren auch Wilfried Holberg, Bürgermeister von Bergneustadt, Mitglieder des Diakonierates sowie Vertreter aus Integrations- und Flüchtlingsinitiativen wie Wipp Asyl. Musikalisch begleitet wurde der Empfang von Habib Toloimanesh am Klavier

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ekir.de / Kirchenkreis An der Agger / J. Thies / 24.10.2017



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