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Anerkennung durch den Julius-Rumpf-Preis: Den Preis übergab Propst i.R. Michael Karg (vorn v.l.) stellvertretend Bettina Twrsnick und Heidi Stiewink. Anerkennung durch den Julius-Rumpf-Preis: Den Preis übergab Propst i.R. Michael Karg (vorn v.l.) stellvertretend Bettina Twrsnick und Heidi Stiewink.

Julius-Rumpf-Preis der Martin-Niemöller-Stiftung

Ehrenamtliches Flüchtlingsengagement gewürdigt

Schließlich standen rund sechzig Ehrenamtliche auf der Bühne. Die Verantwortlichen wollten es so: So wurde klar, dass das ehrenamtliche Engagement für Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung gewürdigt wurde. Den Julius-Rumpf-Preis 2016 der Martin-Niemöller-Stiftung erhält der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe.

Stellvertretend nahmen Heidi Stiewink für den schwer erkrankten Harald Würges und Bettina Twrsnick als Sprecherin des Arbeitskreises den Preis aus der Hand von Propst i. R. und Stiftungs-Vorsitzenden Michael Karg entgegen. Mit dabei: Claudia Sievers, die Geschäftsführerin der Stiftung, und Dr. Eberhard Rumpf als Vertreter der Stifterfamilie. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird für ein vorbildliches Engagement für eine solidarische Welt verliehen und erinnert an den Wiesbadener Julius Rumpf (1874 – 1948), Pfarrer des kirchlichen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus.

Der achtjährige Sami aus Syrien brachte vor den 200 Anwesenden im Nachbarschaftszentrum Niedergirmes den Sinn der Preisverleihung auf den Punkt: „Dankeschön für alle und für Block!“ Damit zeigte der kleine Mann nicht nur, wie schnell er Deutsch gelernt hatte, sondern auch, wie sehr ihm der Dank für alle Helfenden, aber auch für jeden Einzelnen, wie den Wetzlarer Camp-Leiter Friedhelm Block, am Herzen liegt.

Neben Gruß- und Dankesreden gab es in der Feierstunde auch „Blitzlichter“ mit Fragen zur Flüchtlingsarbeit. Der katholische Pfarrer Peter Kollas betonte die ökumenische Zusamenarbeit. „Hier wird spürbar, dass wir im Wesen eins sind.“ Dr. Gunther Schneider vom Arbeitskreis Flüchtlingshilfe Leun erklärte, Muslime begegneten Menschen, die einfach als Freunde helfen wollen. 

Superintendentin Ute Kannemann Superintendentin Ute Kannemann

Dass Rahmenbedingungen geschaffen wurden und es immer wieder zu Absprachen mit Stadt und Kreis bezüglich der Arbeit kommt, betonte Superintendentin Ute Kannemann, die für die Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar sprach. Für den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe habe sich die Martin-Niemöller-Stiftung aufgrund der vielfältigen und mit Herzblut von sehr vielen Ehrenamtlichen kontinuierlich vollzogenen Arbeit entschieden, erklärte Propst. i.R. Michael Karg.

Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner sagte: „Sie sind das Gesicht einer sehr aktiven Bürgergesellschaft.“ In Stadt und Landkreis kümmerten sich rund tausend Ehrenamtliche um Menschen auf der Flucht. „Sie sind aber auch das Salz in unserer Suppe, damit wir schauen können, wie wir Prozesse angemessen gestalten.“

Anerkennung und Auftrag

„Nicht nur eine staatsbürgerliche Verantwortung, sondern der christliche Auftrag hat uns dazu bewogen, uns mit aller Kraft und aus vollem Herzen diesen geflohenen Menschen an die Seite zu stellen“, machte Heidi Stiewink, seit Jahrzehnten in der Flüchtlingsarbeit aktiv, in ihrer Dankesrede deutlich. „Dass wir für diese leise, aber sehr intensive Arbeit den Preis der Stiftung eines mutigen, gradlinigen Theologen aus der Bekennenden Kirche erhalten, der für Zivilcourage und gewaltfreie Konfliktlösung eintrat, ist uns Anerkennung und erneuter Auftrag zugleich.“

Mit „herzzerreißend“ beschrieb Bettina Twrsnick, Sprecherin des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe, ihren Gemütszustand zwischen großer Freude über den Preis und der Trauer darüber, dass Harald Würges ihn nicht entgegennehmen konnte. In Gebeten, Liedern und Redebeiträgen wurde an den Synodalbeauftragten der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar für Migration und Integration mit seinem vielfältigen Einsatz in der Flüchtlingsarbeit erinnert.

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ekir.de / Uta Barnikol-Lübeck / 20.06.2016



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