Frausein ist bunter als der Traum in rose: Marlen Förster (v.l.), Ute Kannemann, Simone Pfitzner und Petra Schneider. Frausein ist nicht nur ein rosa Traum: Marlene Förster (v.l.), Ute Kannemann, Simone Pfitzner und Petra Schneider.

Wetzlar

Bunter als der Traum in Rosa

Wie einfach ist das Frausein heute in Kirche und Gesellschaft? Ist es zum Beispiel ein Traum in Rosa? „,Einfach' Frausein!?" heißt eine Ausstellung im Kreishaus in Wetzlar.

„Es ist nicht so einfach, einfach Frau zu sein“, erklärte Ute Kannemann (Lützellinden) bei der Eröffnung der Ausstellung „,Einfach’ Frau sein!?“ im Wetzlarer Kreishaus vor rund 80 Frauen und einigen Männern. Die Superintendentin des Kirchenkreises Wetzlar berichtete, wie sie und ihr mittlerweile verstorbener Mann sich einst die Pfarrstelle und die Erziehung der Kinder teilten.

Kannemann, eine von fünf Superintendentinnen der 38 Kirchenkreise in der Evangelischen Kirche im Rheinland, beschrieb die traditionelle Rollenverteilung als Folge des Sündenfalls und stellte dem das Wort des Apostels Paulus aus dem Galaterbrief, Kapitel 3, Vers 28 gegenüber: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“

Aus der Rolle fallen

Iris Pupak, Referentin der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland, beklagte in ihrem Vortrag den negativen Einfluss bestimmter Zeitschriften und der Werbeindustrie auf die Rollenausgestaltung von Mädchen und Frauen. „Rosa Welten dürfen auch sein“, erklärte sie im Hinblick auf das Banner mit dem Titel „Ein Traum in Rosa“, das die Welt kleiner Mädchen als Prinzessinnen beschreibt.

Aber dabei dürfe es nicht bleiben, so Iris Pupak. Frauenwelten müssten sich bunt gestalten. Das eigene Selbstbewusstsein solle man zudem nicht mit dem gängigen Schönheitsideal verknüpfen, erklärte sie. „Wir wollen als Frauenhilfe den Frauen Mut machen, aus der Rolle zu fallen!“

Unterschiedliche Facetten

14 Banner präsentieren im Kreishaus in Bild und Text einen Strauß aktueller Themen, die die Lebenswelt von Frauen in ihren unterschiedlichen Facetten charakterisieren sowie offene und verborgene Benachteiligungen benennen. Dabei geht es beispielsweise um Schönheitsideale, berufliche Herausforderungen, geschlechtergerechte Sprache oder traditionelle Rollenbilder.

Ein Heft mit ausführlichen Begleittexten zum Inhalt der Tafeln vertieft die Auseinandersetzung. Entwickelt und organisiert hatten die Ausstellung der Kreisverband Wetzlar/Braunfels der Evangelischen Frauenhilfe sowie das Frauenbüro des Lahn-Dill-Kreises.

Geöffnet ist die Ausstellung bis 24. Juni montags bis mittwochs von 7.30 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 14 Uhr.

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ekir.de / bkl / 04.06.2013



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