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Hand in Hand für den Frieden: Das Foto entstand auf der 4. Rheinischen Friedenskonferenz. Hand in Hand für den Frieden: Das Foto entstand auf der 4. Rheinischen Friedenskonferenz.

Rheinische Friedenskonferenz

„Kirche des gerechten Friedens“ werden

Das ökumenische Leitbild des gerechten Friedens sollte in der Evangelischen Kirche im Rheinland verankert werden. Das wurde auf der Tagung der Rheinischen Friedenskonferenz in Bonn deutlich.

Die Mitglieder der Konferenz - Aktive aus den Regionen, aus Initiativen und Gruppen der  rheinischen Kirche - sprachen sich dafür aus, einen Prozess „Kirche des gerechten Friedens“ zu beginnen. Dies geschehe auch schon in anderen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ihre Bitte ist, dass ein solcher Prozess initiiert und begleitet wird, wenn aus Anlass der 100. Wiederkehr des Endes  des I. Weltkrieges ein  „Wort zum Frieden“ von der Landessynode 2018 verabschiedet wird. Eine kleine Arbeitsgruppe der Konferenz will dem zuarbeiten. Gemeinsam mit der Friedensakademie der Universität Koblenz-Landau und der Evangelischen Akademie im Rheinland soll am 25. November 2017 ein Studientag zur Frage „Kirche des gerechten Friedens werden – aber wie?“ stattfinden. Dem sollen weitere Akademietagen folgen.

Protest in Büchel geplant

Ein Schwerpunkt der landeskirchlichen Friedensarbeit soll in diesem Jahr der Protest gegen die Stationierung und Modernisierung von US-amerikanischen Atomwaffen in Büchel / Hunsrück sein. Die Teilnehmenden der Konferenz wenden sich gegen die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Vermehrung und Modernisierung von Atomwaffen.

Vom 26. März bis zum  Nagasaki-Gedenktag am 9. August 2017 soll für zwanzig Wochen eine Aktion an den Haupttoren des Atomwaffenstandortes Büchel vorbereitet werden, für den 9. bis 10. August eine internationale ökumenische Tagung. Auch in anderen rheinischen Kirchenkreisen und Gemeinden solle die Entfernung der Atomwaffen gefordert werden.

Neuen sicherheitspolitischen Konsens gefordert

„Welchen sicherheitspolitischen Konsens kann die Friedensbewegung in die öffentliche Debatte einbringen?“ Zu dieser Frage gab der Aachener Journalist Otmar Steinbicker einen Impuls. Er beklagte eine mangelhafte sicherheitspolitische Orientierung der Bundesregierung und der öffentlichen Diskussion. Nötig sei es, einen neuen sicherheitspolitischen Konsens zu finden, weil 70 Prozent der Bundesbürger Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnen.

Der bisherige sicherheitspolitische Konsens sei u.a. durch Aussagen des neuen US-Präsidenten verloren gegangen. Es sei unklar, welche Folgen die Forderungen der US-Regierung nach mehr Engagement der NATO-Partner haben werde. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe  bereits die Bereitschaft Deutschlands bekundet, mehr „Verantwortung“ zu übernehmen.

Den Gedanken der Versöhnung stärken

Es sei daher dringend eine neue Debatte um eine neue Friedensordnung erforderlich, besonders im Hinblick auf das Leitbild eines gerechten Friedens. Dabei dürfte der christliche Gedanke der Versöhnung nicht in Vergessenheit geraten, appellierte Steinbicker, der von 2003 bis 2009 Vorsitzender des Vereins Aachener Friedenspreis war.

Die neu für Förderung der Friedensarbeit und Friedensethik zuständige Theologin im Düsseldorfer Landeskirchenamt, Kirchenrätin Anja Vollendorf, regte an, die Möglichkeiten der Versöhnung in den Friedensprozessen zu stärken, auch um damit positiv auf die zivile Konfliktbearbeitung und die Friedensforschung Einfluss zu nehmen.

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ekir.de / jek, av, Foto Ekkehard Lagoda / 03.03.2017



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