• Synode.info
    mehr
  • Landessynode 2018

    Facebook-Gruppe zur Landessynode

    Für Facebook-Mitglieder die Gruppe zur Landessynode   

    > weitere Informationen

    Twitter
    Landessynode 2018

    Dialog mit Muslimen suchen; freimütig vom Glauben reden

    Die rheinische Kirche hält am christlich-muslimischen Dialog auch in schwierigen Situationen fest, er ist ein „kirchlicher Auftrag“, den Christinnen und Christen gebunden an ihr Bekenntnis zu Jesus Christus wahrnehmen. Das bekräftigt die Landessynode in der theologischen Positionsbestimmung „Für die Begegnung mit Muslimen“.

    Die Landessynode berät das Papier Die Landessynode berät das Papier "Für die Begegnung mit Muslimen"

    „Jesus Christus selbst wendet sich unterschiedlichsten Menschen in Liebe zu und ist Christen und Christinnen darin ein Vorbild auch in der Begegnung mit Musliminnen und Muslimen“, heißt es in der Positionsbestimmung. Die Landessynode, das oberste Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche im Rheinland, ermutigt Christinnen und Christen, ihren Glauben freimütig zur Sprache zu bringen.

    Der christlich-muslimische Dialog ziele dabei „auf das gegenseitige Kennenlernen, das gemeinsame Handeln, das Aushalten von Differenzen sowie eine vertiefte Wahrnehmung der je eigenen Tradition, nicht aber auf eine Konversion zur jeweils anderen Religion“. In ihrer theologischen Positionsbestimmung formuliert die Landessynode in diesem Zusammenhang auch, dass sie den Glauben muslimischer Menschen als Bindung an den einen Gott wahrnimmt.

    Die Grundlage des theologischen Gesprächs mit Musliminnen und Muslimen sieht die Landessynode im Bezug beider Religionen auf die „biblischen Traditionen, in der Wertschätzung der Muslime für Jesus als besonderen Propheten und im Leben vor Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.“ Gemeinsamkeiten und Differenzen sollen dabei offen angesprochen werden.

    Gemeinsame Verantwortung

    Die theologische Positionsbestimmung beschreibt weiter die gemeinsame Verantwortung für das Gemeinwesen, den Einsatz gegen alle Formen von Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, religiösen Extremismus und Fundamentalismus. Sie spricht sich für einen islamischen Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach aus und fordert die interkulturelle Öffnung des eigenen Arbeitsrechts.

    Ausdrücklich nimmt die Landessynode auch zum Recht auf Religionsfreiheit Stellung: „Als Christen und Christinnen treten wir ein für Religionsfreiheit als ein universales Menschenrecht. Die Religionsfreiheit beinhaltet zu glauben, nicht zu glauben und seinen Glauben zu wechseln sowie ihn öffentlich zu leben und zu bekennen.“

    Wegmarke im Dialog

    Mit ihrer theologischen Positionsbestimmung „Für die Begegnung mit Muslimen“ möchte die Landessynode „Ermutigung zur und Orientierung in der Begegnung“ liefern, wie Superintendentin Dr. Ilka Werner, die Vorsitzende des theologischen Ausschusses der rheinischen Kirche, bereits zu Beginn der Synodenwoche sagte.

    Der heute vorgelegte Text versteht sich als Wegmarke in einem seit mehr als vierzig Jahre währenden christlich-muslimischen Dialog, der weitergeführt werden soll. Die Positionsbestimmung gibt deshalb ausdrücklich Impulse für die Weiterarbeit. So wird die Kirchenleitung gebeten, die Rückmeldungen auf das im Jahr 2015 vorgelegte Diskussionspapier „Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ auszuwerten.

    Abstimmung der Landessynode 2018 "Für die Begegnung mit Muslimen" Abstimmung der Landessynode 2018 "Für die Begegnung mit Muslimen"

    Die Mitglieder der Landessynode hatten die Vorlage in Ausschüssen und schließlich am Freitagvormittag im Plenum intensiv diskutiert. Auch die Andacht am Freitagmorgen vor Beginn der Debatte führte ins Thema ein. "Wir zwei glauben nicht dasselbe, aber sind uns in vielem nahe. Wir brauchen uns so wie wir sind", sagte Landespfarrer Andrew Schäfer, der die Andacht zusammen mit dem Islamwissenschaftler Kaan Orhon hielt.

    In der Aussprache wurden viele kritische Einwände formuliert. Ein Synodaler: "Wir glauben, dass es nur einen Gott gibt, er offenbart sich in Jesus." Für Christen gelte: solus christus. Deshalb lehne er die Vorlage insoweit ab - bei aller Zustimmung zum Dialog.

    Das Papier könnte falsch wahrgenommen werden, sorgte sich ein Kirchenleitungsmitglied. "Die rheinische Kirche lehnt die Konversion ab - das wird hängen bleiben", auch wenn er wisse, dass dies nicht gemeint ist.

    Kostbares Ganzes

    Andere warben in der Aussprache für die Annahme des Papiers. "Wir legen es nicht auf Konversion an, sondern auf das gegenseitige Lernen", so beschrieb ein Synodaler die Aussage der Positionsbestimmung.

    Das Papier sei ein "kostbares Ganzes", eine "Ermutigung und Stärkung", erklärten weitere Redner. "Wir geben Zeugnis voneinander", aber es findet kein Überreden statt, meinte einer. Der Heilige Geist schaffe mit dem Papier in dieser Form eine Punktlandung, sagte ein anderer Theologe.

    Abschlusspressekonferenz der Landessynode 2018, v.r. Dr. Ilka Werner, Miriam Lohrengel, Präses Manfred Rekowski und Pressesprecher Jens Peter Iven Abschlusspressekonferenz der Landessynode 2018, v.r. Dr. Ilka Werner, Miriam Lohrengel, Präses Manfred Rekowski und Pressesprecher Jens Peter Iven

    Ziel des Dialogs ist ein besseres gegenseitiges Kennenlernen, menschlich und theologisch, erklärte Dr. Ilka Werner in der Abschlusspressekonferenz der Landessynode 2018. Und: "Ziel des Dialogs ist nicht eine Konversion, sondern gemeinsam auf dem Weg zu sein."

     

     

    Oberkirchenrätin Barbara Rudolph, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt, erklärte im Blick auf eine Nachfrage nach landeskirchlichem Vergleich: Die rheinische Kirche sei mit dem Beschluss "Für die Begegnung mit Muslimen" als einer "grundsätzlichen theologischen Schneise" vorn.

    Facebook, Twitter und Google+ einschalten
    Seite drucken Seite versenden

     

    12.01.2018



    © 2018, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
    Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.