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Die gelebte Liebe zum Nächsten
Rezeption des FFFZ in Düsseldorf
„Für uns Christinnen und Christen ist die Gastfreundschaft in der Religion verwurzelt“, sagt Dr. Astrid Wölfel, seit Oktober Leiterin des FilmFunkFernsehZentrums (FFFZ) in Düsseldorf. Sie sei die gelebte Liebe zum Nächsten. Es gelte den Gast als Geschöpf Gottes und in seiner unverwechselbaren Einzigartigkeit wahrzunehmen. Klassisch bedeute Gastfreundschaft, einem Freund oder Fremden das Angebot der Aufnahme, der Bewirtung, der Beherbergung und auch des Schutzes zu unterbreiten.
In der Bibel findet sich zum Beispiel im Römerbrief 12,13 die Aufforderung „Übt Gastfreundschaft“. Im 1. Petrusbrief 4,9 heißt es: „ Seid gastfrei untereinander ohne Murren“. Wölfel: „Das klingt doch ganz modern.“ Im FFFZ bedeutet Gastfreundschaft nach Ansicht der Leiterin, jeden Gast mit der gleichen freundlichen und herzlichen Weise zu empfangen und die gleiche liebevolle, aufmerksame aber unaufdringliche Betreuung beim Aufenthalt zu erweisen.
Das FFFZ der Evangelischen Kirche im Rheinland ist Tagungs- und Gästehaus, Hotel und zugleich Standort der evangelischen Medien- und Kulturarbeit. Das Haus ist Mitglied im „Verband Christlicher Hoteliers“ (VCH). Die Besucherinnen und Besucher kommen aus dem In- und Ausland. Dazu zählen Gäste aus Kirchen und christlichen Werken, Politik und Wirtschaft. Aber auch Touristen und Düsseldorfer Messegäste kommen zahlreich ins Haus. Die Nutzer eines Online-Portals benoteten das FFFZ mit „fabelhaft“.
Dabei ist das Haus auf unterschiedliche Bedürfnisse eingestellt. Das gilt besonders für Gäste mit körperlichen Einschränkungen. Das Zentrum ist barrierefrei und bietet drei behindertengerechte Zimmer. „Auch für uns ist es normal, anders zu sein“, sagt Wölfel mit Blick auf die kirchliche Diskussion zum Thema Inklusion. Die neue Leiterin ist zudem Fachfrau für Sozialmanagement, Diplom-Sozialpädagogin und Gerontologin. Zuletzt leitete sie die Evangelischen Altenheime Westwall und Haus im Park in Krefeld.
Verkündigung und Dialog
Astrid Wölfel zitiert den Kirchenlehrer Cyrill von Alexandrien, der schon im 5. Jahrhundert gesagt habe: Wenn er jemanden für das Christentum gewinnen wolle, lasse er ihn in seinem Haus wohnen. „Das hat nichts von seiner Aktualität verloren“, betont Wölfel. Ein Indiz für die Gastfreundlichkeit der Kirchen sei die Vielzahl kirchlicher Gästehäuser im ganzen Bundesgebiet. Christliche Hotels seien auch Orte der Verkündigung, an denen Menschen die Liebe Gottes nahegebracht werde. Im FFFZ gehören dazu der Dialog zwischen Kunst und Kirche sowie die rund um die Uhr geöffnete „Neue Stockumer Kapelle“, in der regelmäßig Andachten gefeiert werden.
„Die Gastfreundschaft endet nicht mit dem Verlassen des Hauses“, sagt die 51-Jährige, die seit 2009 auch als Lehrbeauftragte im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Düsseldorf tätig ist. Gäste bekämen zum Beispiel Kulturveranstaltungen empfohlen. Wer den Geist des Hauses gespürt hat, komme wieder. Das zeigten die hohe Zahl an Stammgästen und die kontinuierlich positiven Einträge im Gästebuch.
ekir.de / rtm / Fotos: FFFZ / 20.12.2012
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