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Die Schülerinnen und Schüler des Carl-Duisberg-Gymnasiums haben die Gedenkfeier organisiert. Die Schülerinnen und Schüler des Carl-Duisberg-Gymnasiums haben die Gedenkfeier organisiert.

Zwangsarbeit

Gedenken an ungelebtes Leben

Schülerinnen und Schüler des Carl-Duisberg-Gymnasiums haben auf dem Friedhof Friedhofstraße in Wuppertal-Barmen an die Kinder ehemaliger Zwangsarbeiterinnen erinnert, die in den Jahren 1942 bis 1944 in Wuppertal gestorben sind.

Die Kinder wurden von ihren Müttern nicht oder nur unzureichend versorgt oder kamen durch Vernachlässigung in einem Kinderhort zu Tode. Auf dem Friedhof verlasen die  Schülerinnen und Schüler die Namen der verstorbenen Kinder, für die je eine Kerze an ungelebtes Leben erinnerte.

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, nahm unter anderem als Nachbar an der Veranstaltung teil. Er wohnt neben dem Friedhof. „Uns als Nachbarn bewegt es sehr, dass hier auf dem Friedhof ein lebendiger Ort der Erinnerung entsteht und dass Sie sich als Schülerinnen und Schüler für die im Krieg gestorbenen Kinder einsetzen“, sagte der Präses und dankte den Verantwortlichen von Schule, Friedhofsverband und Gedenkstätte Alte Synagoge für ihr Engagement.

Eine Gedenkstätte soll noch möglichst in diesem Jahr gebaut werden

Bereits im Januar 2016 haben die Schülerinnen und Schüler des Carl-Duisberg-Gymnasiums in der Gemarker Kirche eine Gedenkveranstaltung gehalten und sie unterstützen den Plan zur Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Friedhof. Die Gedenkstätte befindet sich zur Zeit noch in der Genehmigungsplanung und soll, nach Aussage des Friedhofsverbandes, möglichst noch in diesem Jahr gebaut werden.

Erst 2013 wurde anhand eines Beerdigungsbuchs entdeckt, dass auf dem Friedhof Friedhofstraße in Wuppertal Barmen 26 Säuglinge und Kleinkinder in den Jahren 1944 und 1945 begraben worden waren. Es waren Kinder von Zwangsarbeiterinnen, die aus der Sowjetunion deportiert worden und unter anderem bei der Firma Kolb in Wuppertal-Wichlinghausen beschäftigt waren. Einige Kinder waren in einem firmeneigenen Kinderhort untergebracht; ihre Chancen zu überleben waren jedoch aufgrund der gesamten Umstände gering.

In Zusammenarbeit mit dem Verein „Spurensuche NS-Geschichte in Wuppertal e. V.“, der Kontakt zu der in der Ukraine lebenden Mutter eines auf dem Friedhof bestatteten Sohnes hat, und dem „Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e. V.“ entstand die Idee, einen Gedenkplatz zu errichten. In direkter Nähe zu dem Gräberfeld soll an einem exponierten Platz ein Ort geschaffen werden, der mit beschrifteten Stelen an jedes einzelne dort bestattete Kind erinnert. 

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ekir.de / ör-wj, Foto: Jochen Vogler / 16.06.2016



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