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Synagoge Wuppertal Solidaritätskundgebung vor der Synagoge in Wuppertal-Barmen

Solidarität

Aktiv gegen religiöse Hetze und Gewalt

Gegen Antisemitismus und Gewalt haben sich Kirchenkreise und Initiativen in Essen, Duisburg, Köln und Wuppertal gewandt. Auslöser waren antisemitische Parolen bei Demonstrationen gegen die Politik Israels und ein Brandanschlag auf die Synagoge in Barmen. 

Marion Greve, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Essen, nutzte ihren Antrittsbesuch bei der Jüdischen Kultusgemeinde, um ihre Anteilnahme und ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern auszudrücken. Außerdem beteiligte sich der Kirchenkreis an einer Erklärung gegen religiösen Hass und Intoleranz. In der Erklärung distanziert sich der „Initiativkreis Religionen Essen“ von jeder religiösen Hetze und Intoleranz.

Essen: gegen den Missbrauch von Konfliktopfern

In der Verlautbarung heißt es: "Wir sind betroffen, dass Trauer und Schmerz bei uns in Essen in Wut und sogar Hass umgeschlagen sind. Wir können es nicht akzeptieren, dass unschuldige Konfliktopfer zur Rechtfertigung für Intoleranz, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und einseitige Schuldzuweisungen missbraucht werden." Allen Opfern des Konflikts zwischen Israel und Palästina drücken die Unterzeichner ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme aus. Die Erklärung wurde am Donnerstag vor der Essener Marktkirche von Vertretern der beiden christlichen Kirchen, einem muslimischen Dachverband, der Jüdischen Kultusgemeinde und Oberbürgermeister Reinhard Pass unterzeichnet.

Duisburg: Antisemitismus darf keinen Raum gewinnen

„Wir stellen uns schützend vor die Menschen der Jüdischen Gemeinden in unserer Region“, kündigte Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg und Sprecher des lokalen Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage an. „Antisemitismus, egal aus welchen Motiven, darf hier keinen Raum gewinnen. Der Anschlag in Wuppertal ist durch nichts zu rechtfertigen. Wir wollen kein Klima, in dem Menschen mit jüdischer Religionszugehörigkeit Angst haben müssen“. Die Vorsitzende des Duisburger Gewerkschaftsbundes, Angelika Wagner, ergänzte: „Wir senden solidarische Grüße an alle Mitglieder unserer Jüdischen Gemeinde. Wir treten gemeinsam dafür ein, dass alle Menschen, die hier leben, egal welchen Glaubens, das Recht haben, hier ihre Religion auszuüben."

Köln: Solidarität mit den Juden in der Domstadt

Der Evangelische Kirchenverband Köln und Region erklärte ebenfalls seine Solidarität mit den Juden in der Domstadt. "Mit großer Sorge erleben wir in den vergangenen Tagen und Wochen, dass Menschen jüdischen Glaubens öffentlich angegriffen und beleidigt, mit antisemitischer Hetze und Gewalt konfrontiert werden", heißt es in einem veröffentlichten Brief von Stadtsuperintendent Rolf Domning und Martin Bock, Leiter der Melanchthon-Akademie. Die Auseinandersetzung und Instrumentalisierung des gegenwärtigen israelisch‐palästinensischen Konfliktes in den Medien und in der Zivilgesellschaft führe vermehrt dazu, dass Jüdinnen und Juden auf eine Weise verunglimpft würden, die in Deutschland und Europa unheilvollste Erinnerungen wecke. Der Brief ging an an die Synagogen‐Gemeinde Köln und die Jüdische Liberale Gemeinde Köln Gescher LaMassoret.

Wuppertal: Spontane Kundgebung nach Brandanschlag

In Wuppertal beteiligten sich am Mittwoch rund 300 Menschen an einer spontanen Kundgebung der örtlichen Initiative für Demokratie und Toleranz, zu der auch der Kirchenkreis und die Stadt die Stadt eingeladen hatten. Pfarrer Johannes Schimanowski, in Vertretung der Superintendentin, und weitere Mitglieder des Kreissynodalvorstands nehmen auch am Synagogen-Gottesdienst am Freitag teil.
Auf die Barmer Synagoge waren in der Nacht zum Mittwoch mehrere Molotowcocktails geworfen worden. In der Erklärung der Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz heißt es: "Wir verurteilen den heute Nacht begangenen Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal-Barmen aufs Schärfste. Gewalt ist, war nie - und wird nie Konflikte lösen! Zumal, wenn politische Konflikte zu Glaubenskonflikten umgedeutet und antisemitisch aufgeladen werden."

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 31. Juli 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 1. August 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / rtm / Foto: wj / 01.08.2014



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