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Bei der Gender-Konferenz im Bonner Haus der Kirche haben sich die Teilnehmenden über aktuelle Gleichstellungsthemen ausgetauscht. Bei der Gender-Konferenz im Bonner Haus der Kirche haben sich die Teilnehmenden über aktuelle Gleichstellungsthemen ausgetauscht

Gender-Konferenz

Neuer Input zu Genderthemen

Premiere in Bonn: Bei der ersten landeskirchenweiten Gender-Konferenz haben Delegierte aus Kirchenkreisen, Ämtern, Werken und Einrichtungen über aktuelle gender- und gleichstellungspolitische Themen beraten.

Mehr als 80 Teilnehmende kamen auf Einladung der Gender- und Gleichstellungsstelle ins Haus der Kirche in Bonn. In Workshops berieten sie unter anderem über ein neues Akzeptanz-management für das Gleichstellungsgesetz, die Juristin Heike Moerland stellte hierzu vielfältiges Schulungsmaterial für Kirchenkreise und Gemeinden vor. Dagmar Müller, leitende Pfarrerin der Frauenhilfe, und Jürgen Rams, Leiter des Zentrums für Männerarbeit, warfen einen geschlechtsspezifischen Blick auf Gender und diskutierten mit den Teilnehmenden über die Bedeutung der Frauen- und Männerarbeit für Genderpolitik.

Die Frage, wie Gottesdienstformen und -sprache die Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern aufnehmen können, erbrachte eine spannende theologische Debatte unter Leitung von Pastorin Irene Diller von der Genderstelle und dem Essener Pfarrer Fritz Pahlke. Und auch die „Quote“ wurde diskutiert, ein Workshop mit Beate Ludwig von der Genderstelle erörterte Möglichkeiten und Grenzen eines Gremienbesetzungsgesetzes.

Auf einer Gender-Landkarte wurde die rheinische Vielfalt sichtbar

„Bunt“ wurde es bei der Erstellung einer Gender-Landkarte der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Teilnehmenden notierten auf Karten, welche Aktivitäten es zu Frauen- und Männerarbeit und zu Geschlechtergerechtigkeit in ihren Kirchenkreisen gibt. Diese Karten wurden dann auf eine Landkarte geklebt und machten so die rheinische Vielfalt sichtbar.

Vizepräses Christoph Pistorius dankte im Namen der Kirchenleitung allen, „die sich in Kirchenkreisen, Gemeinden und Einrichtungen seit vielen Jahren für eine Gleichstellung von Männern und Frauen einsetzen und engagieren“. Was in den vergangenen 50 Jahren für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche erreicht wurde, sei auch im ökumenischen Vergleich profilbildend. „Wie viel inhaltlich ärmer und beschränkter wäre unsere Theologie, die Verkündigung und Gemeindearbeit ohne die vielen Theologinnen, die in unserer Kirche Dienst tun. Dies ist zurzeit etwa ein Drittel. Ich bin als evangelischer Christ und als Vize-präses stolz darauf, was bis hierher erreicht wurde,“ erklärte Pistorius.

Traditionelle Rollenbilder prägen immer noch die allgemeine Wahrnehmung

Uwe Ihlau von der Fachstelle Gender NRW machte anhand von Beispielen aus dem gesellschaftlichen und kirchlichen Alltag deutlich, wie traditionelle Rollenbilder immer noch die allgemeine Wahrnehmung prägen. Zugleich hob er den Nutzen von geschlechtergerechtem Handeln hervor: „Geschlechtergerechtigkeit trägt zur Qualitätsentwicklung auf allen Ebenen einer Organisation bei.“

Zum Abschluss formulierte die Gender-Konferenz ein deutliches Votum: „Die Gender-Konferenz bittet die Kirchenleitung, im Prozess der Haushaltskonsolidierung keine weiteren Kürzungen im Bereich der Frauen-, Männer- und Genderarbeit vorzunehmen.“

Das landeskirchenweite Vernetzungstreffen wird künftig einmal im Jahr stattfinden, so hatte es die Landesynode 2013 mit der Konzeption der Gender- und Gleichstellungsstelle beschlossen.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 19. Mai 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 23. Mai 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Beate Ludwig, Foto: Gender- und Gleichstellungsstelle / 19.05.2014



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