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Die Kirche spielerischer, experimentierfreudiger und vielfältiger gestalten: Landespfarrer Christoph Nötzel. Die Kirche spielerischer, experimentierfreudiger und vielfältiger gestalten: Landespfarrer Christoph Nötzel, am Mikro in der Mitte.

Zukunftsinitiative "glaubensreich"

Sehr ermutigend

Um weiter zu erkunden, wie eine lebendige „Kirche von morgen“ aussehen könnte, fand in der Kölner Trinitatiskirche das fünfte Netzwerktreffen der Zukunftsinitiative „glaubensreich“ statt. 

Intensive Gespräche beim fünften Intensive Gespräche beim fünften "glaubensreich"-Treffen in Köln.

„Ich hatte auf einen ruhigen Abend gehofft, aber der hat jetzt sicher seine Nebenwirkungen, das hatte Tiefgang.“ So beschrieb ein junger Mann seine Eindrücke nach dem Besuch eines „Zeitfenster“-Gottesdienstes in Aachen, eines der vorgestellten Projekte beim „glaubensreich“-Treffen. Die Organisatoren des katholischen Projekts hatten über Facebook einen Aufruf gestartet - fast 300 Menschen liehen Schreibtisch- , Kinderzimmer- oder Designerlampen aus, um eine Nacht lang die Kirche St. Foillan in Aachen unter dem Motto „Du bist das Licht der Welt“ zu erleuchten.

Außerdem gab es zur katholischen Heiligtumsfahrt eine „urbane Intervention“: Die Organisatoren hängten in ganz Aachen 70 Spiegel in Augenhöhe der Passantinnen und Passanten auf – versehen mit der Beschriftung: „Auch ein Heiligtum“.

Moderne Medien, Gottesdienste mit Alltagssprache und relevanten Themen, pfiffige Aktionen im öffentlichen Raum, die mit ihrer Ästhetik des Handgemachten stets authentisch wirken – für Christoph Nötzel, Leiter des Amts für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste (gmd) der Evangelischen Kirche im Rheinland, sind das wichtige Anregungen, wie er beim „glaubensreich“-Treffen deutlich machte.

Unterschiedliche Menschen erreichen

Bei den Netzwerktreffen gehe es darum, Ideen zu entwickeln, wie man die Kirche spielerischer, experimentierfreudiger und insgesamt vielfältiger gestalten könne, um Menschen unterschiedlicher Herkunft, Alters und Geschlechts zu erreichen, sagte Nötzel. „Bei uns kann auch jeder mitmachen, ob er hauptamtlich oder ehrenamtlich in einer Gemeinde aktiv ist oder den Gemeinden fernsteht. Ökumenisch sind wir sowieso.“

Auch einige Projekte aus evangelischen Gemeinden wurden vorgestellt, unter anderem der „Zitronengottesdienst“ der Gemeinde St. Augustin, Niederpleis und Mülldorf mit Themen, die „sauer aufstoßen“ können. Vorgestellt wurde auch ein Konzept zur Flüchtlingsarbeit jenseits der unmittelbaren Hilfe von der Andreaskirche Schildgen. Dabei sollen Flüchtlinge die Möglichkeit zur kreativen Mitgestaltung des Gemeindelebens bekommen.

„Insgesamt haben wir etwa zwanzig Projekte auf den Weg gebracht, sie befinden sich aber in ganz unterschiedlichen Stadien der Umsetzung“, sagte Christoph Nötzel. Alle aber erhielten Zeit und Gelegenheit, sich zu entwickeln – oder auch zu scheitern. Um Frustrationen vorzubeugen, sollte in der Trinitatiskirche in allen Gruppen- und Tischgesprächen das Thema „Widerstände“ mitgedacht werden. So ging es um persönliche Überforderung und die Mühen der praktischen Umsetzung.

Hemmungslos voneinander lernen

Mitdiskutiert hat bei dem Treffen auch der rheinische Präses Manfred Rekowski: „Ich war sehr angetan, auch von der Motivation aller Beteiligten. Zu sehen, wie es etwa beim Flüchtlingsthema darum geht, sich für Neues zu öffnen, das ist im Jahr vor dem Reformationsjubiläum sehr ermutigend.“ Allerdings möge man die traditionellen Formen doch da schützen, „wo sie noch funktionieren“.

Dass in der Trinitatiskirche wichtige Impulse von einer katholischen Gemeinde kamen, sah eine Teilnehmerin kritisch. Auch wenn sie das Projekt aus Aachen „wirklich spannend“ fand, fragte sie sich nachher, warum es einen solch großen Raum einnahm und nicht eigene, evangelische Projekte vorgestellt wurden, die u. a. bereits im Laufe der bisherigen Netzwerktreffen entstanden sind. Anders der Präses: „In diesen Fragen sollten wir hemmungslos voneinander lernen.“

„Glaubensreich“ ist jederzeit auch offen für Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger. Sie können eigene Ideen mitbringen oder auch bei einem laufenden Projekt einsteigen. Das nächste Netzwerktreffen findet am Samstag, 11. Juni, statt. Im Vorfeld des Reformationstags, am Samstag, 29. Oktober, lädt die Zukunftsinitiative zu einem „Tag der Inspiration“ in Köln ein. Auf dem Programm stehen Projektvorstellungen, Diskussionen, Besinnung und kreative Arbeit.

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ekir.de / Hans-Willi Hermans / 01.02.2016



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