EKiR von A-Z
EKiR von A-Z Themen, Arbeitsfelder, kirchliche Einrichtungen von A-Z mehr

Im Gottesdienst der Baptisten-Gemeinde Virunga in der Stadt Goma. Bild-LupeIm Gottesdienst der Baptisten-Gemeinde Virunga in der Stadt Goma.

Ökumene

Erfahrungen aus erster Hand

„Dschambo! My name is Thorben…“ So stellt sich der Theologiestudent aus Wuppertal im Gottesdienst der Baptistengemeinde Virunga in der Stadt Goma vor. Rund tausend Christinnen und Christen jubeln. Es ist der erste Besuch einer Studierendengruppe.

Teilnehmende des Studienprogramms der KiHo mit Prof. Dr. Karafuli, Rektor der ULPGL (l.) und Prof. Dr. Mutecho, Dekanin der Theologischen Fakultät (M.). Teilnehmende des Studienprogramms der KiHo mit Prof. Dr. Karafuli, Rektor der ULPGL (l.) und Prof. Dr. Mutecho, Dekanin der Theologischen Fakultät (M.).

Thorben gehört zu den Teilnehmenden eines Interkulturellen Studienprogramms des Instituts für Interkulturelle Theologie und Interreligiöse Studien (IITIS) der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel (KiHo) in Kooperation mit der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Das Programm ist mehrteilig und mehrjährig. Die Fahrt nach Goma, soeben zu Ende gegangen, ist das erste Modul. Das Programm wird durch die Ökumene-Referate der Evangelischen Kirche im Rheinland und von Westfalen sowie die KiHo-Stiftung und den KiHo-Förderverein unterstützt.

Zehn Theologiestudierende aus dem Rheinland, Westfalen und aus der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers waren jetzt 16 Tage lang unterwegs. Sie hatten so Gelegenheit, die vielfältigen Herausforderungen wahrzunehmen, denen sich Menschen im Osten des Kongo als einem ,failed state' zu stellen haben.Thema der Fahrt waren Heilung und Deliverance im Kontext einer Krisengesellschaft, die seit Jahrzehnten durch Krieg und Naturkatastrophen wie den Vulkanausbruch im Jahr 2002 heimgesucht wurde.

Straßenszene in Bukavu in Ost-Kongo. Straßenszene in Bukavu in Ost-Kongo.

Prof. Dr. Henning Wrogemann, Inhaber des Lehrstuhls für Missions- und Religionswissenschaft und Ökumenik (MRÖ) an der KiHo Wuppertal/Bethel und Initiator des Ganzen: „Es geht darum, spätere Pfarrer und Pfarrerinnen schon im Studium an Themen der interkulturellen Ökumene heranzuführen.“ Dazu seien "Erfahrungen aus erster Hand ebenso wichtig wie eine wissenschaftliche Vor- und Nachbereitung innerhalb des Studiums“. 

Heilungen und Exorzismen in einer Erweckungskirche in Goma. Heilungen und Exorzismen in einer Erweckungskirche in Goma.

So wurden die Studierenden bereits im vergangenen Wintersemester in Seminarveranstaltungen der KiHo auf den Kongo-Studienaufenthalt vorbereitet, unterstützt durch Dr. Claudia Währisch-Oblau von der VEM sowie den Wissenschaftlichen Hochschulassistenten Dr. John Flett (MRÖ) und die Professorin für Praktische Theologie Dr. Andrea Bieler, beide von der KiHo. Schlüsselperson vor Ort ist für die deutschen Besucherinnen und Besucher der aus Goma stammende Baptisten-Pastor Kambale Kahongya, der derzeit an der KiHo Wuppertal/Bethel bei Prof. Wrogemann im Fach Missions- und Religionswissenschaft promoviert. Er ist Stipendiat der VEM und wird dazu ausgebildet, an der Université Libre des Pays des Grands Lacs (ULPGL) in Goma später das Fach MRÖ zu vertreten. Pastor Kahongya ist überall in Goma bekannt, er vermittelt Kontakte, übersetzt und erklärt. 

Begrüßung durch Theologiestudierende der Université Libre des Pays des Grands Lacs (ULPGL), Goma. Begrüßung durch Theologiestudierende der Université Libre des Pays des Grands Lacs (ULPGL), Goma.

Während des Studienaufenthaltes wurden Gottesdienste sowie Gebets- und Heilungsveranstaltungen verschiedener Kirchen besucht, von Erweckungskirchen und Pfingstkirchen, aber auch von Afrikanischen Unabhängigen Kirchen wie etwa den Kimbanguisten. Besuche in einem der Flüchtlingscamps, in Hospitälern und Waisenhäusern sowie Gespräche etwa mit dem Präsidenten der mit der VEM verbundenen Baptisten-Kirche CBCA geben einen Eindruck von der Vielfalt des christlichen Glaubenszeugnisses in Tat und Wort. Deutlich wurden aber auch die massiven Herausforderungen durch 30 Jahre Krieg, Genozid zwischen Hutu und Tutsi in Ruanda und Burundi, Folter, Massenvergewaltigungen, HIV/AIDS, Korruption und die Traumatisierung einer ganzen Gesellschaft. 

Studierenden-Ball mit Tanzeinlagen. Studierenden-Ball mit Tanzeinlagen.

Alle Teilnehmenden des Studienprogramms sind mit vielfältigen Erfahrungen zurückgekehrt. Im kommenden Sommersemester wird an der KiHo Wuppertal/Bethel ein MRÖ-Seminar zum Thema Interkulturelles Verstehen (Interkulturelle Hermeneutik) angeboten werden. Dort wird Gelegenheit sein, die Eindrücke weitergehend zu reflektieren. Im Wintersemester 2014/2015 beginnen bereits die Vorbereitungen für das Studienprogramm 2015 mit Ziel Indonesien. Das Thema: christlich-islamische Beziehungen.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Mittwoch, 12. März 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 13. März 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / kiho / 13.03.2014



© 2017, Evangelische Kirche im Rheinland - EKiR.de
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.