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Ost-Ägäis Ost-Ägäis

Griechische Hotspots

Diakonie beklagt Lage in der Ost-Ägäis

Die Situation von Flüchtlingen an den EU-Außengrenzen bleibt dramatisch, vor allem auf den Inseln in der Ost-Ägäis, so die Diakonie Deutschland. Flüchtlinge, die in Griechenland ankommen, müssen in so genannten Hotspots bleiben, beispielsweise auf Chios, dort wird entschieden, ob sie in die Türkei zurück abgeschoben werden.

Über die Lebensumstände der Flüchtlinge auf Chios berichteten jetzt Theresa Schleimer und Darius Reinhardt in Berlin, zwei Freiwillige der "refugee law clinics abroad" auf Chios. Sie haben Flüchtlinge mit rechtlichen Informationen unterstützt. "Die griechischen Hotspots sind heillos überfüllt und genügen in kaum einer Hinsicht menschenrechtlich gebotenen Mindeststandards", beklagten Schleimer und Reinhardt.

Der Hotspot auf Chios könne eigentlich nur 1.100 Menschen aufnehmen. Nach aktuellen Zahlen des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR halten sich jedoch mehr als 2.000 Schutzsuchende auf Chios auf. Als Unterkunft stünden zwar Baucontainer zur Verfügung, aber etwa die Hälfte der Flüchtlinge lebe in einem Zeltlager am Strand.

Die humanitären Bedingungen in den beiden Camps seien völlig unzureichend. Ankommende Flüchtlinge müssten teilweise auf der Straße schlafen. In den Zelten und Containern gebe es Ratten und Ungeziefer. Kinder seien außerdem gefährdet, Opfer sexueller Gewalt zu werden. In den Camps hätten ethnische Konflikte zu Gewalt mit Todesfällen geführt, die Zahl der psychischen Krankheiten habe extrem zugenommen, regelmäßig komme es zu Hungerstreiks und Suizidversuchen.

Diakonie unterstützt Rechtsinformationsprojekt

Katharina Stamm, die bei der Diakonie Deutschland für Europäische Migrationspolitik zuständig: "Die EU und damit auch Deutschland haben eine maßgebliche Mitverantwortung für die Zustände an den europäischen Außengrenzen. Die abschreckenden Aufnahmebedingungen sollen davon abhalten, nach Europa zu kommen. Nach wie vor gibt es keine wirklich funktionierende Lösung, wie Asylsuchende, die in den Ländern an den Außengrenzen ankommen, in andere EU-Staaten verteilt werden können. Staaten wie Griechenland und Italien werden mit der Flüchtlingsaufnahme nach wie vor allein gelassen."

Die Diakonie Deutschland ist Kooperationspartner der "refugee law clinics abroad" und unterstützt das Rechtsinformationsprojekt auf Chios. Der Verein "refugee law clinics abroad" (rlca) wurde gegründet, um Betroffene der europäischen Flüchtlingspolitik an den EU-Außengrenzen mit Rechtsinformationen zu unterstützen. Derzeit arbeitet der Verein auf der griechischen Insel Chios, wo der EU-Türkei-Deal und das Hotspot-Konzept umgesetzt werden.

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ekir.de / 18.07.2017



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