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Sozialpolitischer Aschermittwoch

Gröhe: Gesundheitssystem muss auf demografischen Wandel reagieren

Der demografische Wandel stellt das deutsche Gesundheitssystem nach Ansicht des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) vor große Herausforderungen. 

Angesichts der wachsenden Zahl älterer Patienten mit chronischen, dementiellen und Mehrfacherkrankungen müsse der Pflegebereich in den Kliniken gestärkt werden, sagte Gröhe am Mittwoch beim Sozialpolitischen Aschermittwoch der Kirchen in Essen. Zudem müsse es auch mehr Zusammenarbeit zwischen Berufsgruppen und medizinischen Disziplinen geben.

In Zukunft werde es nicht nur eine wachsende Zahl Pflegedürftiger geben, sagte Gröhe. Die Politik müsse auch dem Fachkräftemangel und den Sorgen vor einer medizinischen Unterversorgung in ländlichen Regionen begegnen.

Die angestrebte Modernisierung der Pflegeausbildung solle dazu beitragen, dass "wir auf Dauer das gute Personal, das wir brauchen, auch erhalten", sagte der Minister weiter. Vorgesehen ist eine Zusammenlegung von Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflegeausbildung. Um niedergelassene Ärzte in ländliche Regionen zu bringen, könnten die Kassenärztlichen Vereinigungen mit Hilfe von Strukturfonds Anreize schaffen, erläuterte Gröhe.

Außerdem brauchten die Krankenhäuser in Zukunft eine "intelligente Arbeitsteilung", sagte der Gesundheitsminister. Es könne nicht mehr alles an jedem Ort in gleicher Qualität geleistet werden. Neben Kliniken mit Grund- und Regelversorgung werde es spezialisierte Häuser geben.

Der rheinische Präses Manfred Rekowski betonte die Bedeutung menschlicher Zuwendung im Gesundheitswesen. "Bei die Heilung mancher Krankheiten hilft manchmal schon das rechte Wort zur rechten Zeit", sagte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland. Bei anderen sei ein größerer medizinischer Aufwand notwendig und gebe es mehr Pflegebedarf." Aber auch dann geht es nicht ohne Zuwendung und Vertrauen."

Den Sozialpolitischen Aschermittwoch haben die Evangelische Kirche im Rheinland und das Bistum Essen 1998 ins Leben gerufen. Mit der Veranstaltung wollen sie einen "Kontrapunkt zum Politspektakel der Parteien" setzen und öffentlich für Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesellschaft eintreten.

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ekir.de-Video und -Audio; Text: epd-West / 10.02.2016



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