Ruhrgebiet

„Seelsorge und Verkündigung in der Arbeitswelt“

Die Beihilfen zum Steinkohlebergbau bleiben bis 2018, so der Beschluss der EU-Kommission. Dies gibt auch der Gemeinsamen Sozialarbeit der Konfessionen (GSA) weitere Planungssicherheit für die Arbeit.

Dr. Michael Stahlmann LupeDr. Michael Stahlmann

Die GSA, vor gut 60 Jahren in der Region des Steinkohlebergbaus an Rhein und Ruhr gegründet, hat zum Ziel, für Mitarbeitende im Steinkohlebergbau Möglichkeiten zu schaffen, die Arbeitsbedingungen, die sich ständig im Wandel befinden, reflektieren zu können. „Dabei nehmen wir die Ängste und Nöte der Betroffenen auf und versuchen Orientierung und Hilfestellung zu entwickeln“, erklärt Dr. Michael Stahlmann von der GSA.  

Der Mensch solle im Mittelpunkt stehen und einer Degradierung des Menschen zum bloßen Kosten- und Produktionsfaktor entgegengewirkt werden, so Stahlmann. In Tagungen werde gemeinsam mit Mitarbeitenden und Managern nach Lösungen für Konflikte in den Betrieben gesucht.

Christlichen Leitbegriffen verpflichtet

Heute sind an der GSA die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR), die Evangelische Kirche von Westfalen, das Bistum Essen und das Erzbistum Paderborn beteiligt. Im vergangenen Jahr richtete die GSA mehr als fünfzig Tagungen mit Mitarbeitenden der RAG Aktiengesellschaft und Opel Bochum in kirchlichen Tagungshäusern aus. „Dabei waren Mitarbeitende sämtlicher Hierarchieebenen: von den Auszubildenden bis zum Management“, betont Stahlmann.

Die Tagungen werden von kirchlichen Tagungsleitern vorbereitet, die keine neutrale Schiedsrichterrolle einnehmen, sondern zentralen christlichen Leitbegriffen verpflichtet seien: Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit. Der Vorteil für die Unternehmen liege auf der Hand: Die kirchlichen Tagungsleitenden kämen von außen, seien nicht „betriebsblind“. Außerdem seien die kirchlichen Tagungshäuser ein „neutraler Ort“, so Stahlmann.

Insgesamt hätten rund tausend Menschen an den Veranstaltungen der GSA im vergangenen Jahr teilgenommen. „Die meisten eher kirchenfern“, erzählt Stahlmann und erinnert sich an Teilnehmende, die eigentlich schon aus der Kirche austreten wollten, dann aber erstaunt und begeistert von diesem kirchlichen Angebot gewesen seien. „Unsere Arbeit ist Seelsorge und Verkündigung im Bereich der Arbeitswelt. Wir holen die Menschen wirklich da ab, wo sie stehen.“

Wartelisten für die Tagungen

Die Nachfrage nach Tagungen der GSA ist groß. Stahlmann ist seit Anfang der 1990er Jahre dabei, „da war es etwas weniger. Aber im Moment haben wir sogar Wartelisten in einigen Betrieben“. Auch wenn die Subventionierung des Steinkohlebergbaus 2018 ausläuft, macht sich Stahlmann keine Sorgen. Die GSA müsse sich bis dahin auf eine breitere Basis stellen, ihre Arbeit auf andere Wirtschaftsbereiche und Unternehmen ausweiten.

Die GSA als ein Modell kirchlich-ökumenischer Kooperation mit Unternehmen und Dienstleistungsfirmen, darin sieht er Zukunft und Chancen. Er ist optimistisch, „denn es gibt auch schon Interessenten, mit denen wir verhandeln“.

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 16. Dezember 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 20. Dezember 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / pas / 16.12.2010



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