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Übers Wasser gehen - auch das gehört zu den spirituellen Erlebnissen im Haus der Stille Durch Wasser gehen - auch das gehört zu den spirituellen Erlebnissen im Haus der Stille.

Tag der offenen Tür im Haus der Stille

Der Stille auf der Spur

Am Samstag öffnet das Haus der Stille in Rengsdorf seine Türen für alle Interessierten. Pfarrerin Irene Hildenhagen erläutert im Interview, was die Besucherinnen und Besucher an diesem Tag erleben können und warum Stille gar nicht immer leise ist.

Frau Hildenhagen, am Samstag, 22. Juli, bieten Sie im Haus der Stille der Evangelischen Kirche im Rheinland von 14 bis 17.30 Uhr einen Nachmittag der offenen Tür an. Stört ein solches eher umtriebiges Angebot nicht in diesem Haus?

Nein, denn wir haben an diesem Tag keine Kursbelegung. Wir haben Zeit, den Nachmittag der offenen Tür in einem freien Haus durchzuführen.

Wen möchten Sie mit dem Tag der offenen Tür ansprechen?

Der Tag der offenen Tür richtet sich vorwiegend an Personen, die das Haus noch nicht kennen. Ich denke an Menschen aus Rengsdorf selbst, aber auch aus der Region von Neuwied bis Koblenz. Seit fast 25 Jahren gibt es das Haus der Stille. Mich überrascht, dass immer noch viele Menschen es überhaupt nicht kennen. Deshalb öffnen wir an diesem Tag nicht nur unsere Türen, um unsere Räume und Angebote vorzustellen, sondern machen auch Schnupperangebote, damit Menschen eine Idee bekommen, was in diesem Haus geschieht.

Was erwartet die Besucherinnen und Besucher konkret?

Besucherinnen und Besucher werden in Kleingruppen durch die Einrichtung geführt. Im Haupthaus, einer alten Jugendstilvilla, sind Speiseraum, Wintergarten, Tagungsräume, blauer Salon, Kreativraum und der große Meditationsraum unter dem Dach zu besichtigen. Das Gästehaus, in dem unsere Kursteilnehmer wohnen, hat 16 Einzelzimmer und einen Körperübungsraum, in dem verschiedene Körperübungsformen in den Kursen angeleitet werden. Das Stillehaus, ein umgebautes Einfamilienhaus auf dem Grundstück des Haupthauses, hat vier Einzelzimmer und eine Gemeinschaftsküche. Im sognannten Refugium können Einzelpersonen unabhängig vom Kursprogramm zu Gast sein. Hier gibt es auch einen Meditationsraum und einen kleinen Andachtsraum.

Neben den Führungen kann man die Räume am Samstag auch in Aktion erleben. Im Stundentakt bieten wir ein Schnupperangebot Eutonie, das ist eine unserer Körperübungsformen. Diese Bewegungsform schult, den eigenen Körper besser wahrzunehmen und eine Wohlspannung zu erreichen. Im Meditationsraum werde ich außerdem eine Hinführung in die Stillemeditation geben: Wie man sich auf dem Meditationshöckerchen aufrichtet und in einer aufmerksamen, wachen Haltung verweilen und einige Zeit in der Stille aushalten kann.

Zu all dem serviert unsere Küche leckere Kostproben, zum Beispiel Lavendelkekse und Käsemürbchen.

Mit wie vielen Besuchern rechnen sie?

Wir würden uns freuen, wenn es hundert und mehr sind.

An wen richten sich die Angebote im Haus der Stille?

Angesprochen ist grundsätzlich jeder, der sich nach einer Auszeit sehnt, der das Bedürfnis hat, sich mal aus dem Alltag herauszunehmen, um ein bestimmtes Thema zu bedenken, sich einfach mal Zeit nehmen will, in sich hinein zu spüren und zu erfahren, was ihn im Leben bewegt. Dafür sind wir ein sehr geeigneter Ort. Wir begleiten diesen Weg durch Kurse, Einzelgespräche und durch Angebote wie zum Beispiel Wandern, Malen, Singen und Fasten.

Das hört sich sehr nach Wellness an?

Es ist etwas anderes als Wellness. Viele unserer Gäste kehren erholt oder neu inspiriert zurück – so wie man sich das auch von einem Wellnessprogramm wünscht. Aber bei uns passiert in der Regel noch mehr. Es geht nicht nur um eine Wohlfühlatmosphäre. Wir begleiten auch immer mit geistlichen Impulsen. Wir sind ein Ort, der Menschen in ihrer Ausrichtung auf Gott suchen lässt und ihr Gottvertrauen stärken will. Die Stille ist ja alles andere als leise. Es regen sich Emotionen, die man im Alltag gar nicht wahrnimmt. Diese Ausrichtung auf Gott, das ist unser Schwerpunkt und weil wir ein evangelisches Haus sind, sind unsere Impulse in der Regel auch biblisch begründet. 

Warum ist Stille heilsam?

In der Stille, indem wir schweigen, nehmen wir uns zurück und finden in eine eher hörende, aufmerksame, achtsame Haltung. Wir können kleine Zeichen der Güte und der Gegenwart Gottes erspüren. Jeder Mensch braucht diese Zeiten des Empfangens, des Rückzugs und des Hörens, um sich von Gott beschenken zu lassen. Dazu geben wir dem Himmel eine viel größere Chance, wenn wir schweigen und in die Stille gehen, als wenn wir geschäftig durchs Alltagsleben treiben oder immer in der Kommunikation sind.

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ekir.de / uks, Foto: Anna Siggelkow / 19.07.2017



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