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Kritik am Sparvorschlag betreffend des Arbeitslosenfonds: Diakonie-Demo vor der Kölner Antoniterkirche. Kritik am Sparvorschlag betreffend des Arbeitslosenfonds: Diakonie-Demo vor der Kölner Antoniterkirche.Download

Haushaltskonsolidierung

"Es zerreißt uns"

Öffentliche Äußerungen zur Haushaltskonsolidierung auf landeskirchlicher Ebene gibt es viele: Gesprächsbeiträge während der Veranstaltungen "Kirchenleitung im Gespräch", Online-Kommentare im Präsesblog. Hinzu kommen Aktionen, u.a. Demos in Wuppertal und Köln.

„Gibt die Evangelische Kirche die Verantwortung für Arbeitslose und Arme ab?“ Diese Frage stellte die Diakonie AG Köln vor der Antoniterkirche auf der Kölner Schildergasse. Mitarbeitende verschiedener diakonischer Träger setzten sich Mittwochmittag um 13 Uhr unter dem Motto „Jetzt schlägt´s 13!“ auf ein blaues Sofa, um gegen die Kürzungspläne der Evangelischen Kirche im Rheinland zu protestieren. Vorbehaltlich der weiteren Beratungen in den Gremien sollen auf der Landessynode im Januar beim Arbeitslosenfonds die jährlichen Mittel auf 500.000 Euro abgeschmolzen werden.

Dieser Betrag reiche nicht aus, um Arbeitslosenberatung und Beschäftigungsförderung wie bisher zu erhalten. Zumal die Mittel aus dem Arbeitslosenfonds vor allem als Eigenmittel eingesetzt werden, um öffentliche Fördermittel zu beantragen. „Es zerreißt uns, wir richten uns öffentlich gegen unsere eigene Kirche“, sagte Helga Blümel, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Köln und Umgebung und Vorsitzende der Diakonie AG Köln. Aber es gehe auch darum, das Engagement der evangelischen Kirche für Langzeitarbeitslose und in Armut lebende Menschen zu erhalten und deren Ausgrenzung zu bekämpfen.

Die Aktion „Jetzt schlägt´s 13!“ ist eine Initiative der Diakonie Köln AG. Diese umfasst in Köln rund hundert verschiedene Träger. Die Diakonie AG beschäftigt insgesamt rund 5.000 Mitarbeitende, weitere 2.500 Menschen engagieren sich ehrenamtlich.

Studierende der Kirchlichen Hochschule demonstrieren für den Erhalt ihrer Uni. Studierende der Kirchlichen Hochschule demonstrieren für den Erhalt ihrer Uni.

Schon vor längerem ist eine andere Aktion aus Köln gestartet, in diesem Fall per Video und von der Evangelischen Jugend in Köln und Umgebung. Das Video erläutert die geplante Haushaltskonsolidierung, legt den Fokus auf den Vorschlag, in der Jugendarbeit eine Kürzung von rund 700.000 Euro vorzunehmen, und ruft dazu auf, Landessynodale daraufhin anzusprechen, damit sie auf der Landessynode im Januar dagegen stimmen.

Außerdem laufen Online-Petitionen. In der Petition für das "Haus der Stille" heißt es: "Liebe Mitglieder der Landessynode, mit unserer Unterschrift unter diese Petition bitten wir Sie, das Haus der Stille in Rengsdorf nicht zu schließen und die Arbeit nicht umzustrukturieren." Vorgeschlagen ist eine Fortführung der Arbeit an anderem Standort unter veränderten Bedingungen. Eine zweite Online-Petition betrifft das Zentrum für Männerarbeit.

Ende Oktober haben Theologiestudierende der Kirchlichen Hochschule (KiHo) Wuppertal / Bethel für den Erhalt ihrer Uni demonstriert. "Wir sind euer Nachwuchs", hieß es auf einem Plakat, von den Studierenden hochgehalten, auf einem anderen: "Uns schließt ihr nicht." Der auf dem „Heiligen Berg“ tagende Finanzausschuss der rheinischen Kirche unterbrach spontan seine Sitzung, sprach mit den Studierenden. Der Vorschlagsentwurf der Kirchenleitung an die Ausschüsse mahnt für die KiHo höhere Kostenübernahmen seitens ihrer anderen Trägerinnen an.

Die Vorschläge der Kirchenleitung zur Haushaltskonsolidierung werden zurzeit in Ausschüssen beraten. Deren Voten gehen dann wieder an die Kirchenleitung. Diese wird dann - auch vor dem Hintergrund des Informationszuwachses aus den vier Veranstaltungen "Kirchenleitung im Gespräch" sowie schriftlicher Eingaben - die Vorlage für die Landessynode 2015 machen. Der Beschluss ist der Landessynode vorbehalten. Sie tagt im Januar in Bad Neuenahr.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 6. November 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 7. November 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / mat, neu / 07.11.2014



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