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Kritik erwünscht: Nachfrage eines Lehrers des Bodelschwingh-Gymnasiums bei 'KL im Gespräch'. Kritik erwünscht: Nachfrage eines Lehrers des Bodelschwingh-Gymnasiums bei "KL im Gespräch".

Haushaltskonsolidierung

Kritische Rückfragen, aber Land in Sicht

Das Fazit des Präses am Ende des Abends fiel positiv aus: Vor zwei Jahren schaute die Landeskirche nur auf finanzielle Löcher, „sah kein Packende“, stieß deshalb die Haushaltskonsolidierung an. Heute dagegen „können wir wieder kirchliches Leben gestalten“. 

Intensives Gespräch über Fragen der Haushaltskonsolidierung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in St. Augustin. Intensives Gespräch über Fragen der Haushaltskonsolidierung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in St. Augustin.

Es gebe wieder Spielräume für Neues, sagte Präses Manfred Rekowski weiter in St. Augustin bei „Kirchenleitung im Gespräch“, dem ersten von drei Abenden zum Thema Stand der Umsetzung der Haushaltskonsolidierung. Er dankte den rund hundert Teilnehmenden für die gute Diskussionskultur und damit auch der gemeinsamen Suche „nach dem besten Weg für unsere Kirche“.

Gegenüber ekir.de machte der Präses nach dem zweistündigen Gespräch klar, dass sich das Format „KL im Gespräch“ außerordentlich lohnt: „Wir stellen uns der Kritik und das ist unsere Stärke.“ Inhaltlich unterstrich er noch einmal: „Wir sehen Land.“ Die beiden weiteren Termine „KL im Gespräch“ finden am 17. Oktober in Schweich und am 20. Oktober in Duisburg statt. Öffentlich. Interessierte sind willkommen.

Zurück auf Anfang: Weil Kirchenleitung und Ausschüsse „hinter verschlossenen Türen“ beraten, wie Rekowski formuliert, hatte die Kirchenleitung in den vergangenen zwei Jahren via „KL im Gespräch“ dafür gesorgt, dass die Überlegungen zur finanziellen Konsolidierung der landeskirchlichen Ebene auch öffentlich diskutiert werden. Die Entscheidungen liegen letztlich bei der Landessynode.


Vizepräsident Dr. Johann Weusmann (l.) und Präses Manfred Rekowski bei der Debatte über die landeskirchlichen Finanzfragen. Vizepräsident Dr. Johann Weusmann (l.) und Präses Manfred Rekowski bei der Debatte über die landeskirchlichen Finanzfragen.

Der Vizepräsident der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Johann Weusmann, machte dann in einem „finanzpolitischen Update“ deutlich, dass die Kirchensteuerentwicklung heute deutlich positiver ausfällt als prognostiziert – vor allem dank guter Konjunktur. Darüber könnten wir „froh und dankbar sein“.

Indikatoren wie die negative Mitgliederentwicklung stünden dagegen dauerhaft „nicht auf unserer Seite“, deshalb sei es nicht sinnvoll, aus der Haushaltskonsolidierung auszusteigen oder sie zu strecken. Gerade auch die Absicherung der Versorgungspflichten der Kirche erfordere Rücklagenaufbau und „langfristige Konsolidierung“, so Weusmann. Er beteuerte: Die landeskirchliche Haushaltskonsolidierung ist wichtig, „um die Kirche zukunftsfähig zu machen“.

Einzeln vorgestellt und diskutiert wurden dann fünf Themenbereiche. Jugendarbeit und kirchliche Schulen machten den Anfang. Oberkirchenrat Klaus Eberl, Leiter der Bildungsabteilung im Landeskirchenamt, machte deutlich, dass nicht „einfach nur Geld gestrichen“ wurde, sondern neue Konzepte erstellt werden. Die Einsparung bei der Schülerarbeit sei eine harte Entscheidung, räumte er ein. Im Blick auf die zehn kirchlichen Schulen berichtete Eberl von den Überlegungen für ein Schulwerk, das werde der Landessynode aber noch nicht zur Entscheidung, sondern nur zur Diskussion vorgelegt.

Bei der späteren Diskussion sprach ein Pfarrer speziell die Chancen des Formats Jugendcamp an – das jüngste Jugendcamp war zu Gast im Kirchenkreis An Sieg und Rhein, zu dem St. Augustin gehört. Der Präses machte sich für die Fortführung stark: „Es ist Konsens: Wir werden immer auch investieren, dazu gehört das Jugendcamp.“


An dem kirchlichen Gymnasium in Herchen soll eine Klasse für Flüchtlinge entstehen, wurde bekannt. An dem kirchlichen Gymnasium in Herchen soll eine Klasse für Flüchtlinge entstehen, wurde bekannt.

Vom Amos-Comenius-Gymnasium und vor allem vom Bodelschwingh-Gymnasium in Herchen gab es viele Teilnehmende, Schüler berichteten davon, dass eine Klasse für Flüchtlinge geplant ist. Dass dafür Unterstützung gegeben werden kann und soll, da gab die Kirchenleitung sofort grünes Licht. „Macht das!“, ermunterte Oberkirchenrat Eberl.

Dass im Bereich Kinder und Jugend überhaupt gespart wird, sprach einer der Lehrer an, schließlich müsse die Kirche für Jugendliche attraktiv gemacht werden, Stichwort Zukunft. Darauf reagierte der Präses mit dem Hinweis, dass bei der Haushaltskonsolidierung nur der kleine, zehnprozentige landeskirchliche Anteil der Arbeit zur Diskussion stehe. 90 Prozent allen Geldes und alles Engagements geschehe auf der Ebene der Kirchengemeinden und Kirchenkreise. „Da fließt richtig viel Kraft und Energie in die Kinder- und Jugendarbeit.“

Überhaupt zehn Schulen zu tragen, sei eine „sehr solidarische“ Angelegenheit, so der Präses weiter. In Wuppertal beispielsweise müsse man ja erklären, warum es dort keine kirchliche Schule gibt. Der Präses bekräftigte den Beschluss der vorigen Landessynode, keine Schule zu schließen. „Dabei soll es bleiben“, nicht mehr, nicht weniger.

Die künftige Zusammenfassung verschiedener „gemeindeunterstützender Dienste“ schilderte Landeskirchenrätin Katja Wäller. Neben der Einsparung würde damit bezweckt, dass für Gemeinden „eine Telefonnummer reicht“, um die passende Beratung zu finden, gegebenenfalls auch im fachlichen Mix. Ein Beirat werde die Arbeit begleiten. Für den Arbeitstitel „Gemeindeunterstützende Dienste“ werde noch ein schöner Name gesucht, so Wäller.

Mobile Akademie, ausgelastetes Haus der Begegnung

Keine Rückfragen gab es zu den Einsparungen und Veränderungen bei der Evangelischen Akademie im Rheinland und dem Haus der Begegnung in Bonn. Die Akademie werde künftig mobiler arbeiten und Angebote an verschiedenen Orten machen, erklärte Vizepräsident Weusmann als für die Akademie zuständiger Abteilungsleiter.

Das Haus der Begegnung werde an das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) verpachtet und für Aufgaben des Pädagogisch-Theologischen Instituts (PTI) zurückgemietet, berichtete Bildungschef Eberl. Das CJD werde eine Auslastung erzielen, für die Landeskirche könne bei dieser „genialen Lösung“ Geld gespart und zugleich der Standort PTI gesichert werden.

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ekir.de / neu / 01.10.2015



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