Kati Wagener Erinnert sich vergnügt an ihre Kinderzeit: Kati Wagener aus Waldbröl.

Heiligabend (3)

Alles geschmückt

"Ich habe gedacht, die Geschäfte und Straßen sind geschmückt, weil ich Geburtstag habe“, erinnert sich Kati Wagener, Jahrgang 1975, an ihre frühen Kindertage. In ihrer Vorstellung drehten sich Lichterglanz, Tannenbaum und Geschenke nur um sie.

„Als Kind sieht man manches einfach anders“, sagt die Erzieherin und lacht. Der kleinen Kati dämmerte damals, mit sechs oder sieben Jahren, dass das große Fest nicht zu ihren, sondern zu Ehren des Kindes in der Krippe gefeiert wird. Und irgendwann begriff sie auch, dass ihre Eltern einen Scherz machten, wenn sie behaupteten, sie hätten Kati am 24. Dezember als Baby unterm Tannenbaum gefunden.

Lange erlebte sie als besonderes Vorrecht, an ihrem Geburtstag mit in den nächtlichen Weihnachtsgottesdienst gehen und bis Mitternacht aufbleiben zu dürfen. „Welches andere Geburtstagskind durfte das schon?“, meint die Frau, die heute im Evangelischen Kindergarten Waldbröl arbeitet.

Kindergeburtstagsfeier erst hier kennengelernt

Kindergeburtstage hat Kati allerdings nicht gefeiert. „Das gab es in meiner Heimat Slowakei einfach nicht“, erklärt sie. Kindergeburtstage lernte sie erst kennen, als sie vor 17 Jahren als Au-Pair-Mädchen nach Deutschland kam – und der Liebe wegen für immer blieb. „An Weihnachten Geburtstag zu haben ist etwas Tolles. Da kann man sich was Größeres wünschen. Morgens eine Kette und am Abend die passenden Ohrringe.“

Mitgebracht schon aus ihrer Heimat hat sie ihre Vorliebe für die Krippe, die sie schon als Kind fasziniert hat. „Das kleine Kind, über das so große Freude geherrscht hat, schau ich mir besonders gerne an“, erzählt sie. Oft kommt ihr beim Anblick einer Krippe auch an ein anderes Symbol aus dem Leben des allerersten „Christkindes“ in den Sinn: Das Kreuz. „Jesus, der ist höchstens 35 Jahre alt geworden. Und ich bin heute 38 Jahre. Das ist doch auch ein Geschenk, oder?“

In der Kita vom Kind in der Krippe erzählen

Vom Kind in der Krippe und von der Liebe Gottes zu allen Kindern schon den Kleinen zu erzählen, das gehört zu den Herausforderungen als Erzieherin in einer evangelischen Kindertageseinrichtung, die Kati Wagener gemeinsam mit ihren Kolleginnen gerne annimmt. „Viele Kinder haben noch nie etwas vom Grund für Weihnachten gehört “, sagt sie.

In diesem Jahr freut sie sich ganz besonders auf den 24. Dezember. Denn zum ersten Mal kommt ihre Familie aus der Slowakei und besucht sie, ihren Mann und die beiden Kinder. Und das ist für Kati Wagener wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 23. Dezember 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 24. Dezember 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Karin Vorländer / 24.12.2013



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