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Enthüllung des Wandporträts von Heinrich Held. Enthüllung des Wandporträts von Heinrich Held.

Heinrich Held (1897-1957)

Lieber ein verbindliches Wort

"Lieber ein einziges Wort, das verbindlich ist, als tausend Worte, die nur angenehm sind." Dieses Zitat des ersten rheinischen Präses nach dem Zweiten Weltkrieg, Heinrich Held (1897-1957), ziert sein Porträt im Düsseldorfer Landeskirchenamt. Auf den Tag genau am 120. Geburtstag von Heinrich Held wurde das Wandgemälde enthüllt.

Zu sehen ist das Wandgemälde, das Held-Bilder aus drei Lebensphasen sowie Zitat enthält, vor den Sälen. "Betrachten Sie es als pointierte Positionierung vor den großen Besprechungsräumen", meinte verschmitzt Archivdirektor Dr. Stefan Flesch im Blick auf das Zitat. Das Held-Porträt ist das fünfte in der Reihe der "Kirchenköpfe", in der Persönlichkeiten porträtiert sind, die die evangelische Kirche geprägt, bewegt und verändert haben.

Heinrich Held, 2003 posthum von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" geehrt, gehörte in der NS-Zeit zu den Begründern der Bekennenden Kirche. Zusammen mit anderen, insbesondere seinem Freund Pfarrer Johannes Böttcher, versteckte er in Essen jüdische Mitbürger, versorgte sie mit Lebensmitteln und rettete sie so.

Gottes Wort überzeugend gelebt

Nach dem Ende von Naziherrschaft und Zweitem Weltkrieg trug Held entschieden zum Wiederaufbau der evangelischen Kirche bei - vor allem als erster Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland von 1948 bis zu seinem frühen Tod am 19. September 1957.

Er habe seiner Kirche "nicht nur das Wort Gottes gesagt, sondern er hat es glaubwürdig und überzeugend gelebt", so der heutige Präses Manfred Rekowski. Das Porträt von Heinrich Held an der Wand des Martin-Luther-Saals stammt von der Münchner Künstlerin Celina Szelejewska-Pigulla.

Ursula und Martin Held überreichen Archivdirektor Dr. Stefan Flesch (r.) Stücke aus dem Nachlass ihres Vaters. Ursula und Martin Held überreichen Archivdirektor Dr. Stefan Flesch (r.) Stücke aus dem Nachlass ihres Vaters.

Ehre und Genugtuung

Martin Held, einer der sechs Kinder von Heinrich Held und seiner Frau Hildegard, erklärte, das Gedenken des Vaters sei für ihn und seine Geschwister eine große Ehre und Genugtuung. Zusammen mit seiner Schwester Ursula schenkte Martin Held der rheinischen Kirche mehrere persönliche Stücke aus dem Nachlass des einstigen Präses, darunter sein Gesangbuch.

In der Andacht vor der Enthüllung des Wandporträts machte Martin Held deutlich, dass sein Vater sich nicht allein gefühlt hatte, sondern umgeben von Menschen, die sein Engagement mittrugen.

Mutiger Mensch

Verhaftungen, Redeverbot, Drangsalierungen: Archivdirektor Flesch beschrieb Held als mutigen Menschen, insbesondere im Blick auf die mutige Rettung der jüdischen Familien in Essen, wo Held damals Pfarrer in Rüttenscheid war.

Bei der Enthüllung erklärte Vizepräsident Dr. Johann Weusmann, die Familie Helds habe die Erinnerungskultur angestoßen: Ihr sei zu verdanken, dass die Aktion Kirchenköpfe entstanden ist. "Ohne zu dramatisieren", aber gerade an diesem Tag, dem Tag nach der Bundestagswahl, erinnere Helds großes Engagement daran, so der Vizepräsident: "Es ist wichtig,dass wir wach bleiben."

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ekir.de / Anna Neumann, Fotos Markus Feger / 25.09.2017



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