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Akademie-Projekt

„Hier poste ich, ich kann nicht anders!?“

Facebook, Twitter, Youtube, WhatsApp - immer mehr Menschen kommunizieren heute permanent online, über soziale Netzwerke, Internet und Handy.

Wie einst Martin Luther vor dem Reichstag in Worms zur Verteidigung der Reformation ausgerufen haben soll: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“, scheinen sie zu glauben: „Hier poste ich, ich kann nicht anders!“ Oder doch? Wie verändert das Netz unseren Alltag? Das Projekt „Hier stehe ich“ der Evangelischen Akademie im Rheinland sucht Antworten – mit einem Blog im Internet und einer Tagung am 23. und 24. Mai. Mitmachen erwünscht unter hier-stehe-ich.de; schon jetzt.

"Wir gehen zunächst von Beobachtungen aus. Ähnlich wie in der Lutherzeit mit dem Buchdruck erleben wir eine starke Veränderung in der Kommunikation: Die neuen Medien verwischen Grenzen, etwa zwischen Privatem und Öffentlichem, zwischen Politik und Ästhetik, zwischen Arbeit und Freizeit. Auch die Präsenz von Religion in den neuen Medien darf schon heute nicht unterschätzt werden“, erläutert Hella Blum vom Projektteam.

Hier können Sie mitdiskutieren

Die Evangelische Akademie und das motoki Kollektiv e.V. aus Köln-Ehrenfeld laden deshalb auf dem neuen Blog hier-stehe-ich.de ein zur Diskussion über die Identität im digitalen Zeitalter, über die Vor- und Nachteile, die Verheißungen und Befürchtungen. Eine Suche nach Standpunkten – Ergebnis offen.

Zehn Bereiche werden in den Blick genommen: Wissen, Heimat, Kreativität, Beziehung, Körper, Arbeit, Gedächtnis, Besitz, Biografie und Religion. Nachgedacht werden soll darüber, wie die virtuelle Welt den Alltag heute prägt. Denn schon heute spielen, arbeiten und verlieben sich Menschen im Internet, kaufen dort ein, suchen und finden, informieren und erinnern sich.

Ersetzt die virtuelle die reale Begegnung?

„Wie verändern sich unsere Kommunikation, unsere Arbeit, wie unsere sozialen Beziehungen? Und vor allem: Was macht diese hochdynamische kulturelle und technische Entwicklung mit uns selbst? Welche Auswirkungen hat sie auf unsere Identität?“, fragt Akademiedirektor Frank Vogelsang, der das Projekt initiierte.

„Ersetzt das Digitale den Körper? Spüren wir uns nur noch, wenn wir kommunizieren? Ist der Mensch 2.0 eine neue Stufe der Evolution?“ Vogelsang sieht in der virtuellen Kommunikation einen Epochenwechsel, vielleicht ähnlich tiefgreifend wie die Erfindung des Buchdrucks in der Reformationszeit vor 500 Jahren.

Gesucht: Ihre These

Der Blog der Akademie ist am 25. März mit dem Bereich "Wissen" gestartet. Im Abstand von einigen Tagen folgen jeweils weitere Bereiche. Aktuell ist das Thema "Beziehung" neu zur Diskussion gestellt. Interessierte können Kommentare zu den Artikeln abgeben oder wie einst Luther eine These anschlagen -  natürlich virtuell als „Post“. Als Dankeschön für ihren Beitrag erhalten sie ihre These gestaltet als Online-Plakat per Mail. Darüber hinaus wird das Plakat im Blog veröffentlicht - ein ganz persönlicher Standpunkt zum Leben im digitalen Zeitalter.

Die im Blog geführte Diskussion wird zum Abschluss des Projekts auf der Tagung "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" an der Evangelischen Akademie im Rheinland am 23. und 24. Mai in Bonn zusammengefasst und zu einem Gesamtbild verdichtet. Die Tagung findet statt im Rahmen des Netzwerkprojekts “Die gesellschaftliche Aktualität der Reformation” der Evangelischen Akademien in Deutschland e.V. zum Reformationsjubiläum 2017. Es wird unterstützt von der Bundeszentrale für Politische Bildung/bpb.

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ekir.de / Ulrike Klös, Illustration: hier-stehe-ich.de / Gestaltung buerozoo.de / 22.04.2014



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