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Holzpelletanlage Mit diesen Holzpellets wird in der Evangelischen Kirchengemeinde Güchenbach geheizt.

Holzpelletanlage

Die Kirchengemeinde in Güchenbach heizt jetzt klimaneutral

Wie viel Zeit er investiert hat, kann Baukirchmeister Hans Peter Giepen gar nicht mehr beziffern. Die viele Arbeit hat sich aber gelohnt: In der Kirchengemeinde Güchenbach im Saarland sorgt seit Ende Januar eine klimaneutrale Pelletheizung für die Wärme.

Baukirchmeister Hans Peter Giepen vor der neuen Heizanlage Baukirchmeister Hans Peter Giepen vor der neuen Heizanlage

„Einige hundert Arbeitsstunden kommen bestimmt zusammen“, schätzt Hans Peter Giepen. Der Fernmeldetechniker im Ruhestand hat als ehrenamtlicher Baukirchmeister den Bau der neuen Heizanlage geplant und gemanagt – von der ersten Idee 2013 bis zur Fertigstellung im Januar 2015. „In den letzten zwei bis drei Monaten war ich fast täglich im Einsatz“, berichtet der 60-Jährige.

Weniger Kohlendioxid und weniger Kosten

Inzwischen kann er es etwas ruhiger angehen lassen. Die Pelletheizanlage läuft und liefert wohlige Wärme für die evangelischen Kirche, das Pfarrhaus und das Gemeindehaus. Und das auf äußerst umweltfreundliche Art: „Wir haben nicht nur einen ökologischen Nutzen eingefahren, indem wir Holz als heimischen Energieträger verwenden, sondern wir sparen auch Kosten“, sagt Giepen.

Nur noch etwa sieben Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) stößt die neue Pelletheizung pro Jahr aus bei Betriebskosten von circa 12.000 Euro. Die alte Ölheizung verursachte 89 Tonnen CO2 und kostete die Kirchengemeinde mit 24.000 Euro im Jahr rund doppelt so viel. „Die CO2-Einsparung entspricht dem jährlichen Ausstoß von 32 Autos“, rechnet Giepen vor.

Die alte Ölheizung hatte nach über 30 Betriebsjahren ausgedient, sie schluckte enorm viel Öl und war sehr teuer in der Instandhaltung. Einer der Ölkessel war bereits ausgefallen, für die Steuerung konnten keine Ersatzteile mehr beschafft werden, die Öltanks rosteten.

Förderung aus Mitteln der Europäischen Union

Also beschloss das Presbyterium der Kirchengemeinde 2013, eine neue Heizanlage anzuschaffen und trotz der im Vergleich zu einer neuen Gas- oder Ölheizung höheren Investitionskosten auf umweltfreundliche Holzpellets zu setzen. Denn dafür konnten die Güchenbacher eine öffentliche Förderung für Vorhaben zur Energieeinsparung beantragen. 86.000 Euro flossen schließlich aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
277.000 Euro insgesamt kostete die Anlage, bestehend aus zwei Pelletkesseln mit je 100 Kilowatt Wärmeleistung. Es wurden auch neue Pumpen, Heizkörper und Armaturen angeschafft. Und wo bisher die Öltanks standen, lagern nun die Holzpellets. „Je nachdem wie sich der Heizölpreis weiter entwickelt, sparen wir jährlich Kosten zwischen 8000 und 9000 Euro, obwohl der Wartungsaufwand bei der Holzpelletanlage etwas höher ist“, erläutert Giepen.

Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung

Mit einem „Tag der offenen Heizung“ feierte die Kirchengemeinde Ende Januar die Einweihung der neuen Anlage. In einer Andacht lobte Kirchenrat Frank-Mathias Hofmann vom Evangelischen Büro Saarland, der das Vorhaben unterstützt hatte, das Engagement der Gemeinde für den Klima- und Umweltschutz.

„Im Ministergespräch 2013 haben sich die Evangelischen Kirchen im Saarland auch verpflichtet, mitzuhelfen, bei der Bevölkerung für die Ziele der Energiewende zu werben. Die Kirchengemeinde Güchenbach hat keine Mühen gescheut, mit der Pelletheizung für Kirche, Gemeindezentrum und Pfarrhaus diese Herausforderung anzunehmen und von konventionell auf regenerativ umgestellt“, sagte Hofmann. Damit handele sie auch zutiefst christlich. Denn Gott habe den Menschen seine Schöpfung „zu guter Haushalterschaft nur anvertraut“. Sie dürfe deshalb nicht beliebig den Interessen der Menschen unterworfen werden.

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ekir.de / Ulrike Klös / Fotos: Thomas Seeber / 20.02.2015



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