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Indonesien

Gegen Rodungen, gegen Inhaftierungen

Kampf gegen die Abholzung der Regenwälder: Der Kirchenkreis Krefeld-Viersen und der Verein "Rettet den Regenwald e.V." protestieren gegen die Inhaftierung indonesischer Weihrauch-Farmer. 

Auseinandersetzung um Abholzung des Regenwalds: Familien fordern die Freilassung der Verhafteten. Auseinandersetzung um Abholzung des Regenwalds: Familien fordern die Freilassung der Verhafteten.

Seit Ende Februar sind 16 Bauern inhaftiert, zunächst waren es sogar 31, wie die Sprecherin des Kirchenkreises Krefeld-Viersen, Bettina Furchheim, berichtet. Die Menschen aus dem Partnerkirchenkreis Humbang auf Nord-Sumatra seien in Medan in Haft.

Ihr „Verbrechen“: Sie setzten sich friedlich für den Erhalt ihrer seit 300 Jahren angestammten Waldgebiete und gegen Landraub ein. Konkreter: Einwohner der Dörfer Pandumaan und Sipituhuta wenden sich gegen die Abholzung ihrer Regenwälder und ihrer Weihrauchbäume durch Toba Pulp Lestari (früher: Indorayon) am Tobasee. Ein Areal von rund 5.000 Hektar solle zugunsten von Monokulturen für die Papierindustrie abgeholzt werden.

Dagegen bilde der Weihrauch-Wald seit Generationen die Lebensgrundlage der Menschen in Pandumaan und Sipituhuta. Die Verhaftungen erfolgten, nachdem die Betroffenen Maschinen der Holzfäller behindert und gegen die Zerstörung ihres Regenwaldes demonstriert haben.

Indonesien Partnerland der ITB

Mit einer Briefaktion an den deutschen Bundespräsidenten unterstützt der Verein „Rettet den Regenwald“ die Betroffenen. Indonesien ist dieses Jahr Partnerland der Touristikmesse ITB in Berlin, die vom 6. bis 10. März läuft. Der indonesische Präsident Dr. Susilo Bambang Yudhoyono besucht deshalb die Hauptstadt und trifft sich zu Gesprächen mit der Bundesregierung und Bundespräsident Joachim Gauck.

Diese Gelegenheit greift der Verein auf und bittet Gauck, sich für die Freilassung der Bauern und für die Bewahrung der Regenwälder in Indonesien einzusetzen. Der UNO zufolge verzeichnet Indonesien die zweithöchste Entwaldungsrate innerhalb der tropischen Länder. Sumatra ist besonders betroffen: Durch den intensiven Kahlschlag vor allem für die Papier- und Palmölindustrie verlor die sechstgrößte Insel der Welt bis 2010 rund 70 Prozent ihres Regenwaldes, so „Rettet den Regenwald“.

"Landrechte respektieren"

In dem vorformulierten Brief an den Bundespräsidenten heißt es nun: „Bitte setzen Sie sich bei Ihrem Gast dafür ein, die Landrechte seiner Bevölkerung zu respektieren und die Wälder seines Landes zu bewahren.“ Seine Stimme erhoben hat auch der Ephorus (Vorsitzende) der Christlich-Protestantischen Toba-Batak-Kirche (HKBP), Willem Simarmata, der anlässlich der rheinischen Kirchenleitungseinführung gerade in Deutschland ist.

Angesichts der Vorfälle in Pandumaan und Sipituhuta im Kirchenkreis Humbang und der Verhaftung der Weihrauch-Farmer spricht der Theologe sein tiefes Mitgefühl für die Opfer von Gewalt und Repression aus, vor allem für die Verhafteten. Die HKBP sei gegen alle Formen der Zerstörung der Natur und der Umwelt, unterstreicht Simarmata. Außerdem betont er, Menschenrechte dürften nicht verletzt, die ländliche Bevölkerung müsse geschützt werden.  

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 5. März 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Mittwoch, 6. März 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu / 05.03.2013



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