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Als 'Ketzer' verbrannt: Jan Hus starb vor 600 Jahren. Abbildung: Spiezer Chronik 1485 / commons.wikimedia.org Als "Ketzer" verbrannt: Jan Hus starb vor 600 Jahren. Abbildung: Spiezer Chronik 1485 / commons.wikimedia.org (Ausschnitt)

Verbrennung von Jan Hus vor 600 Jahren

"Wichtiger Wegbereiter der Reformation"

Vor 600 Jahren, am 6. Juli 1415, wurde der böhmische Reformator Jan Hus als "Ketzer" hingerichtet. Neben Martin Luther und Johannes Calvin zählt Jan Hus zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Reformation.

So würdigt ihn die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Käßmann, die an den offiziellen Gedenkfeiern in Prag am Sonntag teilnahm. „Reformation war ein breites Geschehen, eine Erneuerungsbewegung, die von vielen getragen wurde und schon im 15. Jahrhundert begann“, betont Käßmann.

Deshalb werde es im Jahr 2017 auch „keinen deutschen Lutherkult geben, sondern ein internationales Reformationsjubiläum“. Reformation werde „als Prozess erkennbar, der lange vor Luther und seinen Mitstreitern begann und bis heute fortdauert“.

Gebildeter Glaube

Käßmann erinnert an Gemeinsamkeiten zwischen Jan Hus und Martin Luther. Beide hatten in ihrer jeweiligen Landessprache gepredigt – das „war ein entscheidender reformatorischer Impuls. Es ging den beiden um gebildeten Glauben. Und das ist hochaktuell in einer Zeit, die mit Fundamentalismus zu kämpfen hat.“

Auch hätten beide Kritik am Zustand der Kirche in ihrer Zeit geübt, „als sie Korruption und Ablasshandel anprangerten. Allein die Bibel sollte religiöse Autorität haben und allein Christus sollte im Zentrum des Glaubens stehen.“ Beiden sei es um das „an der Bibel geschärfte Gewissen des Einzelnen“ gegangen“, erklärt Käßmann.

Hus weigerte sich zu leugnen

Jan Hus, um 1370 im tschechischen Husinec geboren, hatte in Prag studiert und war dort auch als Rektor tätig. Zehn Jahre predigte er in der Bethlehemskapelle und setzte sich für eine Reform der Kirche ein. Im Sommer 1415 sollte er vor dem Konstanzer Konzil seine Lehre leugnen – er weigerte sich und wurde als Ketzer zum Tod auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Käßmann folgte einer Einladung der „Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder“ und der „Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche“. Bei der offiziellen Gedenkfeier auf dem historischen Platz Prags, dem „Altstädter Ring“, sprach sie im Namen der EKD ein Grußwort.

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ekir.de / ekd.de, neu / 06.07.2015



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