Oberkirchenrat Klaus Eberl mit einem der Porträts der Ausstellung 'Ich bin ich'. Oberkirchenrat Klaus Eberl mit einem der Porträts der Ausstellung "Ich bin ich".

Identität, Selbstbestimmung, Inklusion

Ich bin ich, Sie sind Sie

Ein ekir.de-Interview über Identität und Inklusion, Selbstbestimmung,  Prägungen und Gottesebenbildlichkeit mit Oberkirchenrat Klaus Eberl, Bildungschef der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), anlässlich der Ausstellung "Ich bin ich".

Entstehung und Idee der Ausstellung

Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland zeigt vom 14. Oktober bis zum 22. November 2013 die Fotoausstellung „Ich bin Ich“. Von insgesamt 120 Bildern werden in einer Auswahl 24 Selbstporträts von Schülerinnen und Schülern der Comenius-Schule in Essen, einer städtischen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, gezeigt. In dieser Schule werden 120 Kinder und Jugendliche mit geistigen Beeinträchtigungen im Alter von 6 bis 25 Jahren unterrichtet. 

Die Comenius-Schule unterstützt im Sinne ganzheitlicher Förderung die individuelle Entwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen schulischen Aufgabenfeldern. Außerdem arbeitet die Schule mit unterschiedlichen Kooperationspartnern im außerschulischen Bereich zusammen, um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit der Teilnahme am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben zu eröffnen. Dies alles geschieht im Rahmen des Leitmotives der Schule: „Der ganze Mensch im Mittelpunkt - Miteinander leben und lernen“

Die Comenius-Schule hat anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Fotokünstler Andreas Teichmann, der der Schule schon seit einigen Jahren durch ein Kalenderprojekt verbunden ist, die Idee der Porträts entwickelt und verwirklicht. Insgesamt entstanden 120 Fotografien von Gesichtern. Die Schülerinnen und Schüler wurden mit einem von Andreas Teichmann speziell dafür entwickelten Verfahren fotografiert. Mit Hilfe eines Selbstauslösers per Funk konnten die Schülerinnen und Schüler den Zeitpunkt der Entstehung ihres Porträts selbst wählen. Nur für diejenigen, die motorisch dazu nicht in der Lage sind, hat der Fotograf die Kamera selbst ausgelöst.

Die Porträtierten bestimmten die Auswahl

Und auch bei der Auswahl der Fotos waren die Porträtierten beteiligt: Sie bestimmten mit, welches Bild in Großaufnahme gezeigt wird. Und das waren aus dem Blickwinkel herkömmlicher Sehgewohnheiten häufig überraschende Entscheidungen. Dadurch erschließen sich beim Betrachten oft weitere Ebenen. Sinn der Sache war, dass die Schülerinnen und Schüler durch diesen Prozess ihre eigene Persönlichkeit einbringen konnten. Das passt zum Förderziel der Schule, die Persönlichkeit und Identität der Kinder und Jugendlichen zu entwickeln.

Zusammen mit der Ausstellung wurde ein Katalog veröffentlicht. Dieser Bildband nach der Idee und Realisierung des Fotografen Andreas Teichmann wurde von dem Grafiker Marcel Bagus entworfen. Der Katalog erhielt den reddot design award 2013 für herausragendes Design. Er kann bei der Comenius-Schule in Essen käuflich erworben werden, der Erlös kommt dem Förderverein der Schule zugute.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 10. Oktober 2013. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 14. Oktober 2013. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / 14.10.2013



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