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Johanna Wesselmann und Sabina Rani Kathirvelu haben Freundschaft geschlossen. Johanna Wesselmann und Sabina Rani Kathirvelu haben Freundschaft geschlossen.

Deutsche und indische Studierende

Freundschaft vom ersten Moment an

Wie nah können sich Fremde in zwei Wochen kommen? Sehr nah, sagen Teilnehmende eines indisch-deutschen Begegnungsprogramms der Evangelischen Studierendengemeinde in Bonn gegen Ende ihrer gemeinsamen Zeit.

Die Studierenden aus Indien waren auch im Landeskirchenamt in Düsseldorf zu Gast. LupeDie Studierenden aus Indien waren auch im Landeskirchenamt in Düsseldorf zu Gast. Bild-Download

Wenn Johanna Wesselmann und Sabina Rani Kathirvelu miteinander reden und lachen, wirkt das so herzlich und vertraut, als wären sie schon seit Jahren befreundet. Tatsächlich haben sich die Medizinstudentin aus Bonn und die Englischstudentin aus Indien erst vor knapp zehn Tagen kennengelernt, im Rahmen eines zweiwöchigen Begegnungsprogramms der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Bonn und des Student Christian Movement of India (SCMI).

„Vom ersten Moment an hatten wir ein Gefühl von Verbundenheit und Freundschaft“, erinnert sich die 22-jährige Sabina. Und das sei nicht nur ihr und Johanna so gegangen, sondern auch allen anderen, die an dem Austausch beteiligt sind – zehn Studierende aus Bangalore und zwanzig aus Bonn. „Wir hatten sofort eine ganz offene Atmosphäre und viel Interesse aneinander“, bestätigt Johanna, 21 Jahre.

Auch ESG-Pfarrer Michael Pues ist begeistert von der Stimmung unter den Studierenden: „Dieser Austausch ist eine der schönsten Sachen, die ich in meinem Beruf bisher erlebt habe.“ Zusammen mit den deutschen Studentinnen und Studenten hat er das vielseitige Programm für den Besuch aus Indien organisiert.

Gemeinsames Kochen verbindet

Neben der Besichtigung von verschiedenen Hochschulen in Bonn standen Ausflüge und kulturelle Aktivitäten auf dem Programm, unter anderem eine Bootsfahrt auf dem Rhein, Besuche des Beethovenhauses in Bonn, des Landeskirchenamts in Düsseldorf und eines deutschen Bauernhofs. Darüber hinaus haben die Studierenden Gelegenheit gehabt, ihren Alltag miteinander zu teilen, zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen und Essen.

„Wir haben viel über das Land, die Sprache und Kultur gelernt – viel mehr als wir in zwei Wochen für möglich gehalten hätten“, erzählt Sabina. Am Anfang sei einiges anders und fremd gewesen: die Landschaft, der Verkehr, das Essen. Mittlerweile hätten sie sich aber gut an alles Deutsche gewöhnt. „Bis auf die Ruhe“, sagt Sabina. „Das fällt uns immer wieder auf – wie leise es hier im Vergleich zu indischen Städten ist.“

Die Begegnung hat den Blick geweitet

Da der Austausch aber keine Einbahnstraße sein sollte, sei es ihr auch wichtig gewesen, von Indien zu erzählen und ein realistisches Bild über die Situation in ihrem Land zu vermitteln: wirtschaftliche Probleme, das Kastensystem, Menschenrechtsverletzung, Geschlechterungerechtigkeit – Themen, mit denen sich die christliche Studierendenbewegung in Indien intensiv beschäftigt.

Johanna Wesselmann fand diese Informationen aus erster Hand bereichernd: „Ich konzentriere mich täglich stark auf mein Studium, mein Blick geht kaum über die Uni hinaus. Diese Begegnung hat meinen Blick geweitet und hilft mir zu verstehen, wie es in der Welt zugeht“, sagt sie. „Man kann theoretisch viel über andere Länder und Kulturen lernen. Aber ich denke, wirklich verstehen kann man das erst, wenn man den Menschen begegnet.“

Dass die Begegnung zwischen den indischen und deutschen Studierenden so außergewöhnlich gut verlaufen ist, macht den Abschied umso schwerer, befürchtet Sabina: „Eines ist klar: Wir werden weinen.“

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ekir.de / Text und Fotos: Christina Schramm / 28.05.2014



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