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Vielfalt auch in der Konfirmandenarbeit: Kirchenrat Dr. Stefan Drubel und Landespfarrer Kai Steffen (r.) danken für engagierte inklusive Konfirmandenarbeit. Vielfalt auch in der Konfirmandenarbeit: Kirchenrat Dr. Stefan Drubel und Landespfarrer Kai Steffen (r.) danken für engagierte inklusive Konfirmandenarbeit.

Inklusion

Konfirmandenarbeit: Jedes Kind ist willkommen

Weil immer mehr Eltern von Kindern mit einer Behinderung möchten, dass ihr Kind an der Konfirmandenarbeit teilnehmen kann und auch konfirmiert wird, stärkt die Evangelische Kirche im Rheinland die inklusive Konfirmandenarbeit.

Immer häufiger fragen Eltern in der Kirchengemeinde nach, ob ihr Kind mit seiner Behinderung an der Konfirmandenarbeit teilnehmen kann und auch konfirmiert wird", erklärt Kirchenrat Pfarrer Dr. Stefan Drubel, im Landeskirchenamt Leitender Dezernent in der Abteilung Bildung. "Inklusion steht auf der Tagesordnung der Gesellschaft weit oben, nicht nur in der Schule, sondern auch in der Kirchengemeinde." Und so hat der zusammen mit Landespfarrer Kai Steffen vom Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) eine Dankeskarte an alle, die Inklusion in der Konfirmandenarbeit realisieren, sowie den Informationsflyer "Keine Angst vor Inklusion" herausgegeben.

Steffen: "Für die Eltern und die Jugendlichen ist wichtig zu wissen, dass in der Konfirmandenarbeit jedes Kind willkommen ist." So hat es auch die Landessynode der rheinischen Kirche beschlossen. Im entsprechenden Beschluss aus dem Jahr 2011 heißt es zur Begründung: „denn Vielfalt und Differenz werden als Schatz der Gruppe betrachtet und als Chance für ganzheitliches Lernen verstanden“. 

Schon immer Konfis aus verschiedenen Milieus und Schulformen

In der „Rahmenordnung für die Konfirmandenarbeit“ heißt es auch: „Die Konfirmandenarbeit ist vom Leitgedanken der Inklusion getragen. Es soll allen Jugendlichen ermöglicht werden, sich mit Gleichaltrigen auf die Konfirmation vorzubereiten“.

Steffen erläutert weiter: "Weil Jugendliche aus unterschiedlichen Millieus und allen Schulformen sich gemeinsam auf die Konfirmation vorbereiten, hat die Konfirmandenarbeit immer schon einen inklusiven Ansatz."

Er erinnert sich an eine Erfahrung während seines Vikariats: Pascal schreibt eine Fürbitte für den Vorstellungsgottesdienst auf. Durch seine Lese-Rechtschreibe-Schwäche bedingt, kann weder er selbst noch jemand anderes seinen Text lesen. Seitdem weiß Kai Steffen, "wie wichtig es ist, die Jugendlichen nicht alleine arbeiten zu lassen, sondern Teams mit unterschiedlichen Begabungen zu bilden".

Auch Jugendlichen mit schweren und mehrfachen Behinderungen die Teilnahme ermöglichen

Stefan Drubel: "Aktuell geht es aber auch darum, jungen Menschen mit schwereren oder mehrfachen Behinderungen die Teilnahme zu ermöglichen." Er selbst hatte Ende der achtziger einen Jungen mit Down-Syndrom in der Konfirmandenarbeit. Heute sagt Drubel dazu, die Eltern des Jungen, er selbst und alle anderen Jugendlichen haben sich damals "gemeinsam auf einen Lernweg gemacht" - am Ende stand die gemeinsame Konfirmation.

Der Flyer „Keine Angst vor Inklusion“ nennt mögliche erste Schritte und weist auf unterstützende Kontakte sowie weitere Materialien hin. Kai Steffen: „Inklusion findet immer schon statt in der Konfirmandenarbeit, aber es bracht Ansprechpartner und es gibt ein Netzwerk für besondere Herausforderungen. Tun wir uns zusammen!“

Weitere Informationen und Unterstützung

Aus Sicht von Drubel ist wichtig: "Inklusion ist ein Thema auf allen Ebenen und in allen Handlungsfeldern der Kirche." Deshalb hat die Landeskirche gemeinsam mit ihrem PTI in Bonn die Orientierungshilfe „Da kann ja jede(r) kommen“ veröffentlicht. Sie lädt Presbyterien und Mitarbeitendenteams ein, die Herausforderungen der Inklusion als Chancen für eine lebendige Gemeindearbeit zu entdecken.

Im PTI stehen die Arbeitsbereiche „Konfirmandenarbeit“ (Landespfarrer Kai Steffen) und „Integrative Gemeindearbeit“ (Landespfarrerin Sabine Ahrens) beratend und unterstützend zur Verfügung. Kai Steffen: „Ich freue mich sehr über die vielen Menschen in den Kirchengemeinden, die schon jetzt mit viel Energie, Kraft und guten Ideen Inklusion in der Konfirmandenarbeit ermöglichen. Danke dafür!“

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ekir.de / Foto: Michel Schier / 03.12.2014



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