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Inklusion Als Zeichen für eine aufgeschlossene Gesellschaft hat auch Pfarrer Wolf Clüver einen Schlüsselanhänger angefertigt.

Inklusion

Nähen und sich näherkommen

Handarbeit braucht keine Sprache, meint die kirchliche Initiative „Wir wollen Vielfalt“. Sie ruft beim Projekt "zusammen:nähen" Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zum gemeinsamen Anfertigen von Schlüsselbändern auf.

„Mein Schlüssel hat das Haus verloren.“ Diese Zeile aus einem Gedicht von Rose Ausländer fällt Wolf Clüver von der kirchlichen Initiative „Wir wollen Vielfalt“ ein, wenn er vor sich die bunten und unterschiedlich gemusterten Schlüsselbänder sieht. Auf die Anhänger aus Filz, Cord oder Baumwolle ist der Schriftzug „Wir wollen Vielfalt“ genäht worden, angefertigt haben sie Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und Kulturen.

Unter dem Motto „zusammen:nähen“ ruft die Initiative seit diesem Herbst dazu auf, die Bänder gemeinsam mit Flüchtlingen anzufertigen. „Die Menschen, die vor Krieg, Terror und Gewalt zu uns geflohen sind, haben ihr Haus verloren und damit ihre Heimat und alles, was ihnen wertvoll war“, sagt Wolf Clüver. „Mit dieser Aktion heißen wir sie daher willkommen und setzen uns für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein.“

„Die Vielfalt ist ein großer Schatz“

Es ist das fünfte handwerkliche Mitmach-Projekt, zu dem die Initiative „Wir wollen Vielfalt“ seit ihrer Gründung im Jahr 2012 aufruft. Träger der Initiative sind mit Wolf Clüver die Integrative Gemeindearbeit im Evangelischen Kirchenkreis Gladbach-Neuss, die Pfarrstelle für Behindertenarbeit im Evangelischen Kirchenkreis An Sieg und Rhein und das Pädagogisch-Theologische Institut (PTI) der Evangelischen Kirche im Rheinland. Ihr gemeinsames Anliegen ist die Inklusion. „Wir sind davon überzeugt, dass Unterschiede und Vielfalt von Menschen ein großer Schatz sind“, heißt es auf der Internetseite der Initiative. In den Vorjahren wurde unter anderem zum Handarbeiten eines „Vielfalters“ in Schmetterlingsform aufgerufen, außerdem entstand ein Tipi aus zahlreichen Quadraten, die Menschen mit und ohne Behinderung zuvor gehäkelt hatten.

„Es ist jetzt an der Zeit, das Thema Inklusion um die Aspekte Einwanderung und Interkulturalität zu erweitern“, sagt Wolf Clüver. Und wie bei den vorigen Aktionen werde mit „zusammen:nähen“ nicht nur ein symbolisches Zeichen gesetzt, sondern das Miteinander ganz praktisch gelebt und gestaltet: „Zusammen und damit in der Gemeinschaft nähen, heißt auch, dass sich Menschen annähern, sich kennenlernen und Beziehungen zueinander knüpfen.“ Beim Nähen zähle der Handgriff und nicht die Sprache, ergänzt der Pfarrer.

„Ich konnte auch nicht nähen ...“

In der Kirchengemeinde, in der Schulklasse, im Handarbeitsunterricht, im Flüchtlingscafé oder beim Nachbarschaftstreff können die Schlüsselbänder unter anderem angefertigt werden. Die entsprechenden Aufnäher mit dem Schriftzug gibt es beim PTI, die kreative Gestaltung bleibt den Gruppen vor Ort überlassen. „Die fertigen Werke können zugunsten von Flüchtlingsinitiativen verkauft oder versteigert, gegen eine Spende abgegeben oder ganz einfach verschenkt werden“, schlägt Wolf Clüver vor.

Und Zweifel an der eigenen Kunstfertigkeit räumt die Initiative schnell aus: „Macht nichts, man kann auch Ösen nehmen“, antwortete sie jetzt zum Beispiel einem Nutzer der „Ich kann nicht nähen“ auf die Facebook-Seite von „Wir wollen Vielfalt“ geschrieben hatte. „Ich konnte auch nicht nähen ...“, gesteht Wolf Clüver. Er ließ sich die Nadelführung dann jedoch zeigen und hat jetzt mit sauberem Steppstich ein Schlüsselband mit Schrift auf Filz geschaffen.

Bänder mit der Aufschrift „wir-wollen-vielfalt.de“, Schlüsselringe und Faltblätter für die Aktion gibt es kostenlos auch in großen Mengen beim Pädagogisch-Theologisches Institut. Kontakt unter katrin.arnold@pti.ekir.de oder unter Telefon 0228 9523-123 

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ekir.de / eis / Foto: Wolf Clüver / 20.10.2016



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