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Tagung "Kirche im Wandel"

Interkulturelle Öffnung als Chance für die Kirche

Mit einer Tagung über "Kirche im Wandel" gab die Evangelische Kirche im Rheinland heute in Wuppertal den Startschuss für einen Konsultationsprozess „Interkulturelle Öffnung in der Kirche“.

Es sei notwendig, sich der Realität der Einwanderung nach Deutschland zu stellen und sie aktiv zu gestalten, betonte der Präses der rheinischen Kirche, Manfred Rekowski, vor rund 80 Teilnehmenden aus Gemeinden, Einrichtungen und Werken. Die Folgen des tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels auch für die Kirchen seien "bislang kaum bedacht" worden. Eine Öffnung für Zuwandererinnen und Zuwanderer biete jetzt die Chance, "im Spiegel der Vielfalt den Reichtum und zugleich die Begrenztheit der eigenen Traditionen" zu erkennen, sagte der Präses.

Migrationsforscher Bade: Kirche soll Leitbild der Gesellschaft mit prägen

In einem Vortrag begrüßte der Berliner Migrationsforscher Klaus J. Bade den Konsultationsprozess der rheinischen Kirche als Zeichen dafür, dass sie die Gestaltung gesellschaftspolitischer Aufgaben ernst nehme. "Sie muss dazu beitragen, das Leitbild unserer Gesellschaft mit zu prägen", forderte Bade, der auch als Politikberater tätig ist. "Die Politik scheut diese Diskussion bisher."

Mit dem schon 2012 von der rheinischen Kirchenleitung beschlossenen Prozess der interkulturellen Öffnung gehe es um religiöses Selbstverständnis, erläuterte der für Migrationsgemeinden zuständige Landespfarrer Markus Schaefer. "Es geht um eine Standortbestimmung, darum, wie wir das Evangelium neu füllen wollen." Dabei spielten auch arbeitsrechtliche Fragen eine Rolle, etwa "ob nur getaufte, deutsche Christinnen und Christen am Reich Gottes mitarbeiten dürfen oder vielleicht auch die Muslima aus Afghanistan".

Außerdem sei es wichtig, den Menschen interkulturelle Kompetenz zu vermitteln und eine bessere Sprachfähigkeit im Glauben zu entwickeln, in der Jugendarbeit oder im Kindergarten. "Die Gemeinden empfinden oft selbst, dass es eine gewisse Milieuverengung gibt", sagte Schaefer.

Das Werkbuch "In Vielfalt leben", das auf der Tagung vorgestellt wurde und auch als Download zur Verfügung steht, enthält neben theologischen und gesellschaftlichen Artikeln auch Anregungen für Gesprächsforen oder Gottesdienste sowie Praxisbeispiele aus der Diakonie, aus Studierendengemeinden, aus der Kinder- und Jugendarbeit und einer Justizvollzugsanstalt. Die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland soll auf seiner Synode 2018 einen Zwischenbericht über den Konsultationsprozess erhalten.

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ekir.de / epd / 16.09.2015



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