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Interkulturelle Woche

Orientierung am Hoffnungsbild des Reiches Gottes

Unter dem Motto „Vielfalt verbindet startet am Sonntag, 24. September 2017, die Interkulturelle Woche. Zum offiziellen Auftakt fand ein ökumenischer Eröffnungsgottesdienst in Offenbach statt.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche Hl. Dreifaltigkeit in Offenbach ist am Montag, 18. September 2017, die 42. Interkulturelle Woche eröffnet worden. Der Gottesdienst wurde geleitet von Weihbischof Dr. Udo Bentz (Bistum Mainz), Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, und Erzpriester Dr. Georgios Basioudis als Vertreter der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland.

In seiner Einführung während des Gottesdienstes nahm Weihbischof Bentz Bezug auf das diesjährige Motto der Interkulturellen Woche. Er betonte, dass ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft auf Dauer weder durch Abgrenzung noch durch aufgenötigte Assimilierung gelingen könne. Vielmehr komme es auf Begegnung, verantwortliche Teilhabe und Integration als wechselseitigen Prozess an – ein Weg, der nur gemeinsam gegangen werden könne und alle Beteiligten verändere.

Recht und Gerechtigkeit für alle Menschen

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung führte in seiner Predigt aus, dass Jesus Christus dazu aufrufe, sich am Hoffnungsbild des Reiches Gottes zu orientieren. Dazu gehöre, nach Recht und Gerechtigkeit für alle Menschen zu streben. Nur auf das eigene Interesse oder nationale Wohl bedacht zu sein, gehe mit der göttlichen Botschaft nicht zusammen, so Jung. „Gottes Liebe ist global und gilt allen Menschen gleichermaßen.“ Entsprechend gehe es um das gute und gerechte Miteinander auf der ganzen Welt. Jung kritisierte in seiner Predigt auch die Sammelabschiebungen nach Afghanistan und die anhaltenden Begrenzungen beim Familiennachzug für Schutzsuchende.

Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Schule, einer beruflichen Schule der Stadt Offenbach, setzten unter dem Titel „Schlepper am Meer“ Fluchterfahrungen in Szene. Zum Abschluss des ökumenischen Gottesdienstes entboten Vertreter der jüdischen Gemeinde, der muslimischen Gemeinschaft und der Bahai-Gemeinde einen Friedensgruß.

Gemeinsames Wort der Kirchen

Im Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2017 betonen der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Dr. h.c. Augoustinos: „Die aktuelle Debatte um den Umgang mit Flüchtlingen verweist mehr denn je auf die größeren, grundsätzlichen Fragen von respektvollem Miteinander, freiheitlichen Grundrechten und demokratischer Willensbildung. Als christliche Kirchen sagen wir in aller Klarheit: Politik, die Fremdenfeindlichkeit schürt, von Angst gegen Überfremdung lebt, einseitig nationale Interessen betont, ein nationalistisches Kulturverständnis pflegt und Grundfreiheiten in Frage stellt, ist mit einer christlichen Haltung nicht vereinbar. Ausländerfeindlichkeit, Diffamierung anderer Religionsgemeinschaften, die Überhöhung der eigenen Nation, Rassismus, Antisemitismus, Gleichgültigkeit gegenüber der Armut in der Welt – all das führt nicht in eine gute Zukunft.“

Die Interkulturelle Woche findet 2017 zum 42. Mal statt. Sie ist eine bundesweite Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Deutschlandweit sind während der Interkulturellen Woche vom 24. bis 30. September mehr als 5.000 Veranstaltungen an über 500 Orten geplant.

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ekir.de / EKD / 19.09.2017



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