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Unterzeichneten die Diakonie-Fusion: Dietmar Arends (l.) und Arno Schilberg (r.) für die Lippische Landeskirche sowie (weiter ab 2.vl.) Klaus Winterhoff und Annette Kurschus für die westfälische und Johann Weusmann und Manfred Rekowski für die rheinische Unterschrieben die Diakonie-Fusion: Dietmar Arends (l.) und Dr. Arno Schilberg (r.) für die lippische, (ab 2.vl.) Klaus Winterhoff und Annette Kurschus für die westfälische sowie Dr. Johann Weusmann und Manfred Rekowski für die rheinische Landeskirche.

Kirchenvertrag

Viel deutlichere Beschreibung diakonischer Arbeit auf allen Ebenen

Die rheinische, westfälische und die lippische Kirche haben einen Kirchenvertrag zur Bildung eines gemeinsamen Diakonischen Werkes unterschrieben. Die rheinische Landeskirchenrätin Katja Wäller, zuständig für Diakonie, dazu im ekir.de-Interview.

Landeskirchenrätin Katja Wäller Landeskirchenrätin Katja Wäller

Was geschieht mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche im Rheinland und mit den Mitarbeitenden dort?

Seit 2008 besteht ja schon der gemeinsame Verein „Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.“ (RWL). Im selben Jahr wurden alle Mitarbeitenden der landeskirchlichen Werke in diesen Verein überführt, ausgenommen einige wenige Beschäftigte in den Grundwerken.

Für diese Mitarbeitenden gilt bei einer Verschmelzung, dass sie dann ebenfalls Mitarbeitende des gemeinsamen Werkes werden, für alle anderen ändert sich nichts. Die Verschmelzung wird sich eindeutig positiv auswirken, denn die Bearbeitung der derzeit parallel wirkenden vier Vereine verlangt den Mitarbeitenden viel ab.

Wird sich für die Gemeinden und Kirchenkreise der rheinischen Kirche etwas ändern?

Neben der grundsätzlichen Willensbildung der Landeskirchen, die jetzt mit dem Kirchenvertrag aufgenommen wurde, sind zahlreiche entscheidende Rahmenbedingungen zu ändern, so steht beispielsweise die grundlegende Reform des Diakoniegesetzes der Evangelischen Kirche im Rheinland an.

Der Entwurf des neuen Gesetzes sieht eine viel deutlichere Beschreibung diakonischer Arbeit auf allen unseren kirchlichen Ebenen vor. Erstmals wird zum Beispiel die Arbeit der Diakoniekirchmeisterin oder des Diakoniekirchmeisters beschrieben. Auch eine engere Vernetzung der Kirchenkreisleitung mit dem eigenen regionalen diakonischen Werk ist aufgenommen. Die regionalen Werke der Kirchenkreise werden durch die Benennung als „örtlicher Wohlfahrtsverband“ gestärkt, und zugleich wird die enge Vernetzung mit dem Spitzenverband „Diakonisches Werk RWL e.V.“ dargestellt. Deutlich ist die enge inhaltliche Verbindung der kirchlichen Ebenen, insbesondere auch der Landeskirche mit dem Verein, formuliert. Entscheidend auch, dass das Gesetz nach wie vor die Mitgliedschaft aller Kirchengemeinden, Kirchenkreise und der Landeskirche im Verein auf der RWL-Ebene vorsieht.

Der Entwurf ist nahezu gleichlautend mit den Partnerkirchen abgestimmt, das war die Voraussetzung für ein einziges gemeinsames Werk. Nun werden die Landessynoden über die jeweiligen Gesetzesentwürfe entscheiden.

Was wird darüber hinaus in der Satzung des neuen gemeinsamen Diakonischen Werkes geregelt?

Während das Diakoniegesetz die diakonische Arbeit auf allen Ebenen der Landeskirche beschreibt, gibt die Satzung des Diakonischen Werkes RWL das Wirken des Vereins selber wieder. Dabei werden seine Organe beschrieben, die Zuständigkeiten und Weiteres. Da alle drei Landeskirchen weiterhin neben den übrigen Mitgliedern im Leitungsorgan angemessen vertreten sein sollen, sind hierfür Regelungen zu treffen.

 

Den Kirchenvertrag zur Bildung eines gemeinsamen Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. haben am Donnerstag, 2. Juli, die Präsides der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche unterschrieben. Am Rande der Kirchenkonferenz der EKD trafen sich Präses Annette Kurschus und der Juristische Vizepräsident Klaus Winterhoff (Westfalen), Präses Manfred Rekowski und Vizepräsident Dr. Johann Weusmann (Rheinland) sowie Landessuperintendent Dietmar Arends und der Juristische Kirchenrat Dr. Arno Schilberg (Lippe), um den gemeinsamen Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege auf den Weg zu bringen.

Bereits seit 2008 gibt es zur Unterstützung der eigenen diakonischen Werke der drei Kirchen den „Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e. V.“ (Diakonie RWL). Nun aber sollen die landeskirchlichen Diakonieverbände zu einem gemeinsamen verschmolzen werden, um Arbeitswege zu verkürzen und Verwaltungsaufwand zu verringern.

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ekir.de / 02.07.2015



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