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Heribert Rösner Heribert Rösner ist Schulpfarrer und gehört zum Team einer Orientierungstagung für Schülerinnen und Schüler mit Interesse am Studienfach Evangelische Theologie.

Interview

Das Exotische des Theologiestudiums

Schülerinnen und Schüler können sich vom 21. bis 23. November in Wuppertal über das Studium der Evangelischen Theologie informieren. Im ekir.de-Interview Heribert Rösner, Schulpfarrer im Kirchenkreis Leverkusen. Er hat das Tagungskonzept mitentwickelt.

Wieso ist es nötig, eine Tagung für Oberstufenschülerinnen und -schüler anzubieten, die sich für ein Studium der Theologie interessieren?

Es gibt zwei Gründe: Erstens ist es für uns eine Frage der Aufrichtigkeit, die jungen Leute ehrlich darüber zu informieren, was auf sie zukommt – nicht nur was die Inhalte des Studiums betrifft, sondern auch, was die Lebensführung als Pfarrerin, Pfarrer, Religionslehrerin oder Religionslehrer angeht. Das sind keine gewöhnlichen Berufe.
Der zweite Aspekt ist der Kontakt untereinander: Neben den reichhaltigen Infoblöcken ist ein großes Plus der Tagung, dass die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und sich finden können. Häufig fühlen sie sich in ihrem privaten Umfeld wie die letzten Mohikaner, da ein Theologiestudium oft als sehr exotisch angesehen wird. Aber bei der Tagung treffen sie auf Jugendliche, die auf der gleichen Wellenlänge sind und die nicht als erstes die Frage stellen „Was, glaubst Du wirklich an Gott?“. Das ist eine ganz große Chance, sich mit den anderen über Theologie zu unterhalten und über das, was wirklich interessiert. Dabei entstehen häufig schon Studien-Freundschaften.

Sie sind nicht nur Pfarrer, sondern haben auch eine Theaterausbildung. In die nächste Tagung werden Sie wieder kreative Elemente einbringen. Welche sind das?

Das geschieht vor allem am ersten Abend. Der erste Tag ist ein Kennenlernen und ein erstes Informieren. Nach dem Abendessen kommt ein Teil, den nennen wir „Theologie als Lebensstil“ und dort kommen die spielerischen Elemente vor, also eine schauspielerische Annäherung an das Theologiestudium und den Beruf. Zum Beispiel wird im Standtheater der Lebenslauf eines Theologiestudenten durchgespielt.

Welche Rückmeldungen haben Sie nach den Tagungen in den vergangenen Jahren erhalten?

Einige Teilnehmende – das mag ungefähr ein Viertel sein - sind schon vorher sicher, dass sie Theologie studieren wollen; die wollen nur noch wissen, wie das geht. Die sagen nach der Tagung meistens: „Super, jetzt weiß ich genau, was ich machen muss, und ich weiß, was in Zukunft auf mich zukommt.“
Andere sind noch in der Entscheidungsphase. Bei ihnen variiert die Reaktion natürlich. Manche sagen anschließend: „Prima, jetzt sind meine Fragen beantwortet und ich brauche noch mal ein bisschen Zeit für mich, um nachzudenken.“
Dann gibt´s eine dritte Gruppe, die hinterher sagt: „Gut, jetzt weiß ich, was ich nicht machen will, aber ich finde es klasse, dass die Kirche dieses Seminar anbietet, uns dazu einlädt und uns diese Möglichkeit gibt.“ Auch bei ihnen bleibt Kirche in guter Erinnerung.
Eine tolle Nachwirkung ist in jedem Fall, dass sich hier schon Kontakte bilden und manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend nicht nur zusammen studieren, sondern manchmal auch Wohngemeinschaften bilden. 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 23. Oktober 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 23. Oktober 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Alexandra Stoffel / Foto: privat / 24.10.2014



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