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Lamya Kaddor: Islamunterricht schützt vor Radikalisierung

Islamunterricht an deutschen Schulen kann Jugendliche vor Radikalisierung schützen – diese Ansicht vertrat Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor beim Schulpolitischen Aschermittwoch des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region. 

Die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Religion könne muslimische Jugendliche davor bewahren, salafistischen Hasspredigern in die Hände zu fallen, sagte Kaddor, die selbst islamische Religionslehrerin ist. „Wer sich auskennt, kann den einseitigen Auslegungen des Korans widersprechen.“  

Vor rund 100 Schulleiterinnen und Schulleitern sprach sich Kaddor gegen einen gemeinsamen Religionsunterricht für Christen und Muslime aus. „Ich muss doch zunächst mal meinen eigenen Standpunkt benennen können, bevor ich auf andere zugehe“, sagte die Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes.  

Viele junge Muslime, die sich radikalisierten und als Kämpfer nach Syrien reisten, suchten Halt und Normen, sagte Kaddor. „Die Schwarz-Weiß-Auslegung des Korans zieht sie an.“ Dabei sind nach ihrer Einschätzung zunehmend auch junge Frauen empfänglich für das islamistische Gedankengut. „Die versprechen sich in Syrien ein gerechteres Leben. Dort würden nämlich auch für die Männer Regeln gelten und nicht nur für die Frauen“, sagte Kaddor. Es sei Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrern, ihre Schülerinnen und Schüler umfassend aufzuklären. 

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ekir.de / epd / 11.02.2016



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