Jahrespresseabend

Denn die Taufe ist ein Geschenk Gottes

Die Taufe wird Schwerpunktthema 2011 der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sein. Das kündigte Vizepräses Petra Bosse-Huber beim Jahrespresseabend an.

Jahrespresseabend der rheinischen Kirche: Vizepräses Petra Bosse-Huber. LupeJahrespresseabend der rheinischen Kirche: Vizepräses Petra Bosse-Huber.

Vor einem der Motive zum „Jahr der Taufe“ unter dem Motto „Gottesgeschenk“, sagte die stellvertretende leitende Geistliche: „Das Gottesgeschenk der Taufe begleitet die Menschen ihr Leben lang.“ Durch die Kampagne sollten Menschen neugierig gemacht werden auf dieses Gottesgeschenk.

 

Ein alter Mensch liegt im Krankenhaus, der Tod ist vielleicht nicht mehr fern. Überraschenderweise steht am Fußende, im Vordergrund des Bildes, ein kleines weißes Päckchen mit roter Schleife: Gottesgeschenk. Dieses Plakatmotiv sei das „stärkste der Reihe“, sagte Petra Bosse-Huber in ihrer Andacht in der Düsseldorfer Johanneskirche. Es transportiere die Botschaft am besten: „Das Geschenk hält das ganze Leben lang, ganz am Anfang, ganz am Schluss.“ 

Jahrespresseabend der rheinischen Kirche:Präses Nikolaus Schneider. LupeJahrespresseabend der rheinischen Kirche:Präses Nikolaus Schneider.

Nach dem liturgischen Einstieg in der Kirche nutzten Journalistinnen und Journalisten die Gelegenheit, Präses, Vizepräses und weitere Mitglieder der Kirchenleitung zu interviewen, etwa zur Relevanz der Kirche in der Gesellschaft. Diese habe mit der Größe der Kirchen zu tun, sagt Präses Nikolaus Schneider, immerhin und immer noch sind 70 Prozent der Menschen hierzulande christlich. Zugleich hänge die Frage der Relevanz nicht nur an Zahlen, "sondern daran, wie überzeugend wir argumentieren und auftreten". 

Im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 drehte sich das Gespräch um die niedrige Mitgliederzahl in den neuen Bundesländern. Schneider, auch EKD-Ratsvorsitzender, räumte ein, dass beispielsweise Gäste aus dem Ausland in Wittenberg ein "evangelisches Rom" erwarteten und dann enttäuscht sind. Die Kirche werde kein "Theater" machen, sondern offen umgehen mit der Kirchenferne der Einheimischen, sie versuche die Menschen zu gewinnen.

Nachgehakt wurde beim Thema Staatsleistungen, deren Abschaffung teils gefordert wird, das komme ihm vor wie eine späte Rache der SED für den Mauerfall, "für Gebete und Kerzen in Leipzig".

Schneider kritisierte das Flüchtlingselend in Afrika und an den EU-Außengrenzen, inbesondere die "unsäglichen Zustände" in Griechenland. Hier ist die Politik gefordert, Engagement für Flüchtlinge werde in der Breite unserer Kirche getragen.

Jahrespresseabend der rheinischen Kirche: Präses Nikolaus Schneider. LupeJahrespresseabend der rheinischen Kirche: Präses Nikolaus Schneider.

Finanzen: Langfristig bleibt es beim Rückgang

 

Kurzfristig besser als gedacht, langfristig sinkend: Beim Jahrespresseabend wurde deutlich, dass die rheinischen Kirchengemeinden in diesem Jahr höhere Einnahmen verzeichnen als ursprünglich geschätzt. Vor rund einem Jahr ist die wirtschaftliche Entwicklung eher pessimistisch bewertet worden, so dass mit niedrigeren Kirchensteuereinnahmen geplant wurde. "Wir hatten mit einem Abbruch der Konjunktur gerechnet", sagte der Präses.

 

Insgesamt belaufen sich die Kirchensteuereinnahmen 2010 voraussichtlich auf rund 565 Millionen Euro. Für das nächste Jahr wird nun ebenfalls mit diesem Betrag kalkuliert. Langfristig stellt sich die rheinische Kirche auf einen Prozess der Verkleinerung ein, bedingt durch den demografischen Wandel werden Mitgliederzahl und Finanzkraft sinken, so Schneider.

 

Die wichtigste Herausforderung allerdings sei der biblische Auftrag, das Weitersagen der frohen Botschaft von Gottes Gnade und Liebe, sagte der Präses. Konkret werde das zum Beispiel mit dem Jahr der Taufe.

Jahrespresseabend der rheinischen Kirche: Vizepräses Petra Bosse-Huber. LupeJahrespresseabend der rheinischen Kirche: Vizepräses Petra Bosse-Huber.

Und was ist drin im weißen Gschenkpäckchen Taufe? Bosse-Huber: „Gott hat dir zugesagt, dass er dich liebt und immer an dieser Liebe festhalten wird, komme, was da wolle.“ Die theologische Überzeugung heißt konkret: Das Paket ist immer mit im Bild: mit im Kinderwagen, in der Schultüte, auf dem Geschenketisch der Hochzeit, aber auch in Zeiten der Krise, und eben zuletzt auf der Bettdecke.

Weil jedoch heute nicht mehr alle Menschen Stärkung und Trost aus der Taufe ziehen, rufe die evangelische Kirche das „Jahr der Taufe“ aus, im Rahmen der Themenjahre in Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum 2017.

Familien sollen ermuntert werden, ihre Kinder taufen zu lassen. Geplant sind beispielsweise auch gemeinsame Tauffeiern in Gemeinden, insbesondere für Alleinerziehende, denen sonst vielleicht das Geld für die Tauffeier fehlt.

Jahrespresseabend der rheinischen Kirche: Oberkirchenrat Klaus Eberl. LupeJahrespresseabend der rheinischen Kirche: Oberkirchenrat Klaus Eberl.

Jugendliche: Zeit für das Ehrenamt fehlt zusehends

Die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre und die Ganztagsschule erschweren ehrenamtliches Engagement von Jugendlichen. Das beklagte Oberkirchenrat Klaus Eberl. Zwar bewertet er die Ganztagsschule positiv, gleicht sie doch herkunftsbedingte Benachteiligungen aus, insofern sei die Kirche hier in der Zwickmühle. Dennoch dürfe die Schule nicht alle Freiräume in Anspruch nehmen. Besser sei die Lösung in Rheinland-Pfalz, wo Ganztagsangebote auch außerhalb der Schule - u.a. der Kirchen - stattfinden.

Der Bildungs-Chef der rheinischen Kirche sieht auch die Konfirmandenarbeit zunehmend unter Druck. Der Dienstagnachmittag müsse unbedingt freigehalten werden.

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 29. November 2010. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 30. November 2010. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / neu, ekir.de-Fotos Sergej Lepke / 29.11.2010



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