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Etwas Neues schaffen: Foto von einem der rheinischen Jugendcamps. Etwas Neues schaffen: Foto von einem der rheinischen Jugendcamps.

Evangelische Jugend im Rheinland

Für eine neue Frische der Kirche

Die Evangelische Jugend im Rheinland stiftet eine Debatte an. "Welche Kirche wollen wir?" fragt sie. Mit einer Erklärung liefert sie Diskussionsstoff. Die Jugend will eine Kirche, "die Hoffnung schenkt", die lernend, politisch und mutig ist.

Herausgefordert sei die Kirche durch den demografischen Wandel, den geänderten gesellschaftlichen Stellenwert von Kirche sowie die Rückgänge bei Mitgliederzahlen und damit den Finanzen, heißt es in der so genannten Kundgebung der Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland (EJiR)befasst. „Welche Kirche wollen wir?“ Mit dieser Frage hatten sich auch die rund hundert Delegierten aus Kirchenkreisen, Werken und Verbänden in der Frühjahrskonferenz im Hackhauser Hof in Solingen.

„Durch die Beratungen zum Thema Aufgabenkritik, unserer Forderung nach mehr Beteiligung und Mitspracherecht bei den Entscheidungen der Landeskirche und zur eigenen Profilschärfung hat sich die Delegiertenkonferenz für dieses Thema entschieden“, erklärt die Vorsitzende der EJiR, Miriam Lohrengel.

Er stelle einen subtilen Erwartungsdruck der Erwachsenen an die Jugend fest, gepaart mit einem „infantilen Regredieren der Kirche“, die sich weigere, erwachsen zu werden. Das sagte in einem Impulsreferat Prof. Dr. päd. Bernd Beuscher von der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.

"Jesus ist Christ, nicht Polizist"

Die Ausgangsfrage der Delegiertenkonferenz nach der Zukunft der Kirche sei im Kern die Frage danach, wie Kirche reifen und erwachsen werden könne. Als Älterer appellierte er an die Jüngeren: „Lassen Sie uns nicht in Ruhe! Sagen Sie, was Sie wollen!“ Er wünsche sich Ideen und Visionen für eine neue Frische der Kirche von innen her statt kosmetischer Korrekturen.

Das vorherrschende Moral-Register von Schuld-Leid-Sühne sei überholt und mache träge, so Beuscher. Er plädierte für ein Gelassen-Sein, das Energien frei setzt. „Gott sieht uns nicht mit moralischen Augen, Jesus ist Christ, nicht Polizist.“ Der Evangelischen Kirche als „global player“ riet Beuscher zu weniger halbgaren Floskeln, sondern zu konkreten und klaren Positionierungen, was "Evangelisch sein“ ausmacht.

Appell zur Diskussion

In den anschließenden Arbeitsgruppen ging es um Spiritualität, Mission, Inklusion, Kirche in der Gesellschaft und als Institution- Als wichtigste Ergebnisse stellten sich der Wunsch nach transparenten Kommunikationsstrukturen, einer offenen Diskussionskultur und eindeutig evangelischen Positionen in Gesellschaft und Politik heraus. Zusammengefasst in der Kundgebung „Welche Kirche wollen wir?“

Die Delegiertenkonferenz ruft dazu auf, sich in den Gemeinden, Kirchenkreisen, Werken und Jugendverbänden mit dem Text auseinander zu setzen. Miriam Lohengel: „Mit unserer Kundgebung gehen wir nun zurück in unsere entsendenden Gremien, Werke und Verbände und wollen zum Diskutieren und Weiter- und vielleicht auch Andersdenken anregen. Ich freue mich auf Anregungen und Rückmeldungen."

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ekir.de / jh, neu, Foto: ekir.de-Archiv / Jill Flug / 11.03.2014



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