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Landessynode 2018

Jugendliche unterstützen und begleiten

Um Teilhabechancen und Bildungsgerechtigkeit für junge Menschen geht es im vierten Jugendbericht, den Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer am Montag vor der Landessynode einbrachte. Die Bereitschaft zum Engagement, Glaube und Religiosität sind weitere Themen.   

Der Jugendbericht nimmt Jugendliche im Rheinland in den Blick. Foto: Anna Siggelkow Der Jugendbericht nimmt Jugendliche im Rheinland in den Blick. Foto: Anna Siggelkow

Jugendliche in Kirche und Gesellschaft weiterhin unterstützend zu begleiten, das ist ein Anliegen des seit 2006 mittlerweile vierten Jugendberichts, den die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland am Montag zur Kenntnis genommen hat. So gehören mehr als 650.000 getaufte Kinder und Jugendliche zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Hinzu kommen Jugendliche, die sich ohne konfessionelle Zugehörigkeit aktiv beteiligen. „Das allein, und nicht nur der Wunsch nach einer zukunftsfähigen Kirche, sollte Grund sein, sich immer wieder neu zu vergegenwärtigen, wie die Situation junger Menschen in Kirche und Gesellschaft ist“, erklärte Landesjugendpfarrerin Simone Enthöfer, die den Jugendbericht einbrachte.

Um Teilhabechancen und Bildungsgerechtigkeit in einer für Jugendliche zunehmend von Heterogenität, Flexibilisierung und Pluralisierung geprägten Welt geht es daher in einem ersten Teil des Jugendberichts. So habe der Ausbau der Ganztagsschulen nicht dazu beigetragen, soziale Ungleichheit abzubauen. Vor allem an weiterführenden Schulen gebe es einen Reformbedarf des Ganztages, um Betreuungsangebote jugendgemäßer zu gestalten. Hier könne eine verstärkte Kooperation schulischer und außerschulischer Bildung zu einer Qualitätssteigerung führen, für die von politischer Seite verbindlichere Strukturen geschaffen werden müssten.

Jugendliche in einer digitalisierten Gesellschaft 

Gerade das Aufwachsen von jungen Geflüchtete sei häufig von Armut geprägt. Sie benötigten nach sehr gelungenen Willkommens-Gesten nun nachhaltige Integrationsbemühungen. „Neben klassischen Bildungsmöglichkeiten bedarf es einer Sozialisationsleistung im eigentlichen Sinne: Nämlich der Möglichkeit des Hineinwachsens in diese Gesellschaft“, erklärte Enthöfer. Hier komme den Einrichtungen der Offenen Tür-Arbeit eine besondere Bedeutung zu, für die sie mit angemessenen Ressourcen ausgestattet werden müsse.

„Wer offline benachteiligt ist, ist das meist auch online“, stellte die Landesjugendpfarrerin mit Blick auf Jugendliche in einer digitalisierten Gesellschaft fest. Zu hohe Kosten, seltener Zugang zum Netz oder begrenzte Barrierefreiheit führten dazu, dass manche jungen Menschen auch online von der Gemeinschaft Gleichaltriger abgehängt seien. Beim Umgang mit persönlichen Daten sei Jugendlichen der kommerzielle Hintergrund digitaler Dienste darüber hinaus oft nicht bewusst. So ist der Einsatz für international geltende jugendgerechte Datenschutzgesetze ein Vorschlag, der in der Vorlage den Landessynodalen zum Beschluss unterbreitet wird.

Auf der Landessynode engagiert: Junge Menschen aus der EJiR. (Foto: sbe) Auf der Landessynode engagiert: Junge Menschen aus der EJiR. (Foto: sbe)

Engagementbereitschaft von Jugendlichen

 „Entgegen aller Schlagzeilen über die Politikverdrossenheit einer braven Jugend, findet man eine hohe Bereitschaft Jugendlicher zum gesellschaftlichen Engagement und politischem Agieren“, erklärte Simone Enthöfer weiterhin. Dieses geschehe häufig über Formate im Internet wie Online-Petitionen oder Blogs. Das vorhandene transnationale Bewusstsein junger Menschen könne Kirche weiter fördern. Etwa durch internationale und ökumenische Begegnungen, die unabhängig von sozialer Herkunft allen Interessierten offenstehen sollten.

Glaube, Religiosität und Kirche stellen einen weiteren Teil des Jugendberichts dar. Da in Familien der Glaube immer seltener weitergegeben werde, gewönnen andere Formen der religiösen Sozialisation an Bedeutung. Es zeige sich, dass eine positiv empfundene Konfirmandenzeit die Bereitschaft für eigenes Engagement erhöhe – nicht primär der persönliche Glaube. Vielmehr führe das Engagement zu wachsendem Interesse an religiösen Fragen. Jungen Menschen attraktive Angebote in der Konfirmanden- und Jugendarbeit zur Mitarbeit zu unterbreiten, ist daher ein weiteres Anliegen des Jugendberichts, das in der Beschlussvorlage wiederzufinden ist.

Im Gespräch mit Gleichaltrigen werde jedoch deutlich: Jugendliche sprechen selten über religiöse Überzeugung. Der Austausch zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Religionen und Kulturen geschehe eher bei gemeinsamen Aktivitäten. Beispiele gelingender dialogorientierter christlich-muslimischer Jugendarbeit seien vereinzelt bereits vorhanden, sagte Enthöfer. Diese gelte es weiter auszubauen.

Qualität, Reichweite und Perspektive evangelischer Jugendarbeit

Viele einzelne Themen der Evangelischen Jugend im Rheinland (EJiR) kommen im Jugendbericht zur Sprache wie etwa ein Rückblick auf das Reformationsjubiläum, die Teilnahme auf dem vergangenen Kirchentag, die Weiterentwicklung der Kindesschutzkonzepte sowie Friedensbildung.

Nach wie vor ist die Personalsituation in der Jugendarbeit ein wichtiges Thema: Weiterhin gebe es prekäre Anstellungsverhältnisse und vakante Vollzeitstellen, bedauerte Enthöfer. Hier sollte das Arbeitsfeld gestärkt, dem Fachkräftemangel entgegengewirkt und die Qualität außerschulischer Bildungsarbeit nachhaltig gesichert werden.

„Die Frage, wie junge Menschen auf allen Ebenen unserer Kirche in Leitungshandeln stärker eingebunden werden können, beschäftigt die Evangelische Jugend im Rheinland kontinuierlich“ sagte die Landesjugendpfarrerin im letzten Teil ihrer Einbringung. So ist neben dem nächsten Jugendcamp, das 2020 stattfinden soll, für 2019 auch eine Jugendsynode geplant, über die die Landessynode noch abstimmen wird. Auf der Tagung solle auch ein Vorschlag erarbeitet werden, in welchem Format der Landessynode zukünftig über Entwicklungen im Bereich „Jugend-Kirche-Gesellschaft“ berichtet wird.

 

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ekir.de/sbe, Foto Aufmacher: Hans-Jürgen Vollrath / 08.01.2018



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