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 Auch Kinder selbst sorgen sich um Kinderarmut.

Fachtag

Strategien und Maßnahmen gegen Kinderarmut ergreifen

Gesunde Ernährung? Ausreichende Winterkleidung? Armen Kindern und Jugendlichen fehlen oft Dinge, die selbstverständlich sein müssten. Und die Kinderarmutsquote ist beträchtlich: Bundesweit sind rund ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre arm, bei den 18- bis 24-Jährigen sogar rund ein Viertel.

Das weist „Zeit zu handeln. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2016“ aus, herausgegeben haben den Bericht der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Kinderhilfswerk sowie weitere Verbände und Fachorganisationen. Er beruht auf Daten des jüngsten sog. Mikrozensus, sie stammen aus dem Jahr 2014.

In Nordrhein-Westfalen liegt die Kinderarmut bei 23,6 Prozent, so die Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung über die Daten des Mikrozensus 2014. Das WSI beklagt eine „steigende Kinderarmut an Rhein und Ruhr“.

Zahlen, die für politischen Streit sorgen. Und Zahlen, die die Evangelische Kirche im Rheinland auf den Plan rufen. „Phantasie und langer Atem“ heißt eine Tagung am 31. August in Düsseldorf zum Thema Kinderarmut. Untertitel: „Strategien und Maßnahmen zur Prävention von Kinder- und Familienarmut in NRW“.

Drei Ebenen

Die Einladung zur Tagung kommt vom Referat für Sozialethik im Landeskirchenamt und von der Evangelischen Akademie im Rheinland. Zielgruppen sind Gemeindepädagoginnen und –pädagogen, Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Familienbildung, Familien- und Lebensberatung und anderen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe sowie Theologinnen und Theologen.

Hohe Kinderarmut - trotz des politischen Signals der NRW-Landesregierung „Kein Kind zurücklassen“, trotz vorbeugender Maßnahmen. Über den Kampf gegen Kinderarmut soll bei der Tagung im Blick auf drei Ebenen diskutiert werden: Bundesebene, Land NRW sowie rheinische Kirche und Diakonie. Dementsprechend ist das Programm dreigeteilt.

Verschiedene Perspektiven

Die Vorträge zur Bundesperspektive thematisieren „Kinder, Armut, Familie – Alltagsbewältigung und Wege zu wirksamer Unterstützung“, „Kinder sind mit ihren Familien arm“ und „Gute Arbeit als beste Strategie gegen Kinderarmut“. Die Referentinnen kommen aus Hochschule, Diakonie-Bundesverband und Deutschem Gewerkschaftsbund. Die für die Evangelische Kirche im Rheinland letztendlich besonders wichtige NRW-Perspektive beleuchten Vertreter zweier Düsseldorfer Ministerien: Arbeit, Integration und Soziales sowie Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Über Vorbeugung diskutieren dann im dritten Teil die NRW-Landtagsabgeordnete Andrea Asch, sie ist Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik der Grünen-Fraktion, sie ist auch rheinische Landessynodale, außerdem Oberkirchenrat Klaus Eberl, Leiter der Abteilung Erziehung und Bildung im Landeskirchenamt, sowie Helga Siemens-Weibring, Geschäftsbereichsleiterin Familie, Bildung und Erziehung bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe sowie nebenamtliches Kirchenleitungsmitglied.

Weiterkommen im Kampf gegen Kinderarmut

Über den besten Weg im Kampf gegen Kinderarmut gibt es verschiedene Meinungen und Gewichtungen, weiß die rheinische Sozialethik-Referentin Dr. Kordula Schlösser-Kost. Wie kann ein gelingender Mix aus angemessenen Regelsätzen, ausreichender und guter Betreuung für die Kids, Maßnahmen der Jugendhilfe, Arbeitsplätzen für die Eltern die Kinderarmut zurückdrängen?

Viele Kooperationen und Netzwerke sind notwendig. Es gibt keine einfache Abhilfe, nicht die eine gesetzliche Regelung, die alle Probleme löst. Der Raum für Verbesserungen im zähen Geschäft des reformerischen Alltags muss genutzt werden und die Tagung soll ausloten, so Schlösser-Kost, was Kirche und Diakonie beitragen können, „um einen Schritt weiter zu kommen“ im Kampf gegen Kinderarmut. 

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ekir.de / neu / 15.08.2016



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