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Kind im Kinderkochbus An Arbeitsplätzen in der oberen Busetage werden die Zutaten erst vorbereitet und später gekocht.

Kinderkochbus

Schnibbeln und Quatschen

Beim gemeinsamen Kochen kommt man sich näher – das ist eine Erfahrung, die Kinder im Kinderkochbus machen können. Die Diakonie Niederberg und die Stiftung Lichtblick bieten das mobile Kochprojekt in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden an.

Der Kinderkochbus ist ein umgebauter Reisebus. Der Kinderkochbus ist ein umgebauter Reisebus.

Frieda schneidet grünen Spargel, obwohl sie ihn nicht essen mag. „Schmeckt mir gar nicht“, sagt sie und rümpft die Nase. Heute sieht die Neunjährige aber großzügig darüber hinweg. Denn sie ist im Kinderkochbus zu Gast, und da wird geschnitten, was auf den Tisch kommt. Auf dem Menü steht Gemüse-Hackfleisch-Pfanne mit Reis, als Nachtisch Obstsalat.

Der Kinderkochbus, ein zu einem mobilen Kochstudio umgebauter Doppeldecker, hat an diesem Freitag in Velbert-Mitte geparkt, direkt auf dem großen Platz neben der Alten Kirche. In der oberen Etage sitzen 14 Kinder zu zweit, zu dritt oder zu viert an Arbeitsplätzen, wo sie zuerst die Zutaten vorbereiten und anschließend auf Gaskochern zubereiten – unter Aufsicht von Ehrenamtlichen natürlich.

Kochen, essen, Beziehungen aufbauen – das ist der Sinn vom Kinderkochbus

Frieda ist zum zweiten Mal dabei und hat direkt zwei Freundinnen mitgebracht. Die drei teilen sich einen Platz mit einem türkischen Mädchen, das sie gerade erst kennengelernt haben. Beim gemeinsamen Schnibbeln kommt die Mädchen schnell ins Quatschen, sie erzählen sich unbefangen von der Schule, ihren Familien, ihrem Viertel.

Kochen, essen, Beziehungen aufbauen – das ist Sinn und Zweck vom Kinderkochbus. Er ist ein gemeinsames Projekt des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Niederberg und der christlichen Stiftung Lichtblick aus Velbert. Seit Herbst 2013 fährt der Bus im jeweils 14-tägigen Rhythmus verschiedene Standorte in der Region Niederberg/Heiligenhaus an. In Kooperation mit lokalen Partnern – meist evangelische Kirchengemeinden – bietet der Kinderkochbus Kochen für Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren an.

Kochen ist ein super Medium. Man kann sich dabei gut unterhalten

Die Idee zum Kinderkochbus hatte Projektleiterin Renate Zanjani von der Diakonie Niederberg schon vor einigen Jahren, als sie anfing, Kochkurse für Kinder anzubieten. „Dabei hat sich schon gezeigt, dass Kochen ein super Medium ist. Man hat was zu tun und kann sich dabei gut unterhalten. Das kennen wir Erwachsene ja auch“, sagt Zanjani.

Das Ganze in einen Bus zu verlagern hat für die Diplom-Sozialarbeiterin einen entscheidenden Vorteil: „Wir können uns damit zu den Kindern bewegen. Wir wollen mit dem Kinderkochbus Kinder erreichen, die sich nachmittags sowieso im Stadtgebiet aufhalten und die sonst in sozialen Angeboten nicht auftauchen.“

Die Zuständigkeiten beim Kinderkochbus sind verbindlich festgelegt: Die Diakonie betreut und steuert das Gesamtprojekt, die Stiftung Lichtblick organisiert den Busbetrieb. Die lokalen Partner regeln den Zugang zu Wasser, Strom und Toiletten und koordinieren den Einsatz von Ehrenamtlichen in Absprache mit der Diakonie.

Der Kinderkochbus soll eine Brücke zu Gemeindeangeboten schlagen

Und sie sind für die Nachhaltigkeit des Projekts zuständig. Das heißt, sie binden die Kinder in den Wochen, in denen der Bus nicht da ist, in eigene Gemeindeangebote ein. „Das ist eigentlich unser Hauptinteresse“, sagt Renate Zanjani von der Diakonie Niederberg, die das Projekt koordiniert. „Wir wollen nicht nur an den Busstandorten Beziehungen knüpfen, sondern erreichen, dass die Kinder auch darüber hinaus begleitet werden.“

Velbert-Mitte ist der neueste Standort des Kinderkochbuses. Drei Mal hat er bereits an der evangelischen Kirche Halt gemacht. Lokale Partner sind die Evangelische Kirchengemeinde Velbert und die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde im Ort. Sie haben gemeinsam ein Team von Ehrenamtlichen gebildet.

Ein neuer Standort ist in Planung

Der evangelische Pfarrer Martin Schmerkotte kocht selbst im Kinderkochbus mit und ist begeistert von dem Angebot, auch wenn die Verknüpfung zur Gemeinde noch nicht ganz funktioniert: „Unsere Kinder- und Jugendarbeit befindet sich gerade noch im Aufbau, aber der Kinderkochbus bietet uns gute Ansatzpunkte.“

An anderen Standorten hat sich die Einbindung in die Gemeindeangebote schon gut etabliert, sagt Renate Zanjani. Das Konzept Kinderkochbus kommt an, nach den Sommerferien soll es einen weiteren Standort in Neviges geben.

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 26. Juni 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 27. Juni 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Christina Schramm Fotos: Diakonie Niederberg, Werner Starke / 27.06.2014



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