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Foto: J. Schübelin/Kindernothilfe Eine gute Schulausbildung gibt Kindern auf Haiti eine Perspektive.

Haiti

Kindernothilfe fördert Bildung und Selbstwertgefühl

Vor vier Jahren traf Haiti das schwere Erdbeben. Die Kindernothilfe war am Ort und half. Inzwischen gibt es eine Reihe von Projekten für eine bessere Zukunft von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Familien. 

Sieben bereits fertig errichtete Schulen, drei weitere im Bau, zwei Programme zur beruflichen Qualifizierung für Jugendliche, Kinderschutzzentren in Slums und Selbsthilfegruppen für Mütter in ländlichen Gebieten: Das sind die wichtigsten Projekte, mit denen die Kindernothilfe die Menschen auf Haiti seit vier Jahren unterstützt. Schon seit mehr als 30 Jahren ist die Hilfsorganisation in dem karibischen Inselstaat aktiv. Doch nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 war und ist massive Hilfe beim Wiederaufbau nötig.

Am Anfang gab es Notfallhilfe: Schnell gegründete Kinderschutzzentren an verschiedenen Orten boten den Kindern Sicherheit, ein warmes Essen und psychologische Betreuung. Dort wurden die Mädchen und Jungen auch registriert, um Familienmitglieder zu suchen und Kinderhandel zu verhindern. Manche dieser Zentren dienten dann für einige Zeit als Notschulen, um die haitianischen Kinder auch während des Wiederaufbaus zu unterrichten. Etwa 3.800 Schülerinnen und Schüler profitieren davon.

Schulbildung auch in den Bergdörfern

In diesem Januar hat die Hilfsorganisation die erdbeben- und hurrikan-sicher gebaute Schule Saint Francois de Sales in der Stadt Carrefour eingeweiht. 1.400 Jungen und Mädchen können sie besuchen. Zwei weitere Schulen in Armenvierteln von Port-au-Prince sind ebenfalls fertig. Doch auch in den entlegenen Bergdörfern des Inselstaates sollen die Kinder lernen können. Insgesamt sieben Schulen errichtet die Kindernothilfe dort.

Bildung – sie ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft für Kinder, für Jugendliche, aber auch für ihre Eltern. „Wir möchten die Potentiale der Menschen stärken, damit sie auf eigenen Füßen stehen können“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Jürgen Thiesbonenkamp das nachhaltige Prinzip der Kindernothilfe. „Wir wollen den Menschen Erfolge vermitteln. Sie sollen merken: ,Ich kann etwas bewirken, ich bin selbst etwas wert.‘“ Das ist das Credo der aktuell 16 Projekte auf Haiti, bei denen rund 16.300 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien erreicht werden.

Berufliche Qualifizierung und Hilfe für Familien

Um Jugendlichen auch nach der Schulzeit eine Perspektive zu geben, hat die Kindernothilfe zwei Programme zur beruflichen Qualifizierung gegründet: An mehreren Standorten im Südwesten Haitis erlernen Jugendliche durch Kurzzeitausbildungen ein Handwerk wie Tischlern oder Maurern. Von ihnen wurden auch die Tische und Bänke für die neue Schule in Carrefour gefertigt.

Auch die Familien brauchen eine Perspektive für die Zukunft. Deshalb unterstützt die Kindernothilfe in den ländlichen Gebieten ein umfangreiches Selbsthilfegruppen-Programm für Mütter, um die Frauen wirtschaftlich, sozial und politisch zu stärken. Denn ein großes Problem in Haiti sind die sogenannten Restavèk-Kinder. Das sind Kinder, die unter sklavenähnlichen Bedingungen in fremden Familien arbeiten, weil ihre eigenen sie nicht ernähren können. Rund 300.000 Mädchen und Jungen müssen so leben. In Port-au-Prince und Carrefour hat die Kindernothilfe drei Anlaufstellen. Dort werden sie betreut und können an Unterrichtsprogrammen teilnehmen.

16 Millionen Euro Spendenmittel

Rund 16 Millionen Euro haben die Menschen in Deutschland der Kindernothilfe nach der Katastrophe vor vier Jahren für Hilfe in Haiti gespendet. Der Großteil der Summe sei bereits für die erwähnten Projekte ausgegeben worden, sagt Thiesbonenkamp. Der Rest fließe in den Bau der drei noch nicht fertig gestellten Schulen.

Die laufenden Projekte – wie beispielsweise die Unterstützung der Selbsthilfegruppen und der Kinderschutzzentren – werden aus dem jährlichen Haiti-Budget der Kindernothilfe finanziert. Thiesbonenkamp: „Nun ist es wichtig, dass die Menschen in Haiti auch Arbeit finden und die Investitionsleistung des Landes steigt.“

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 9. Februar 2014. Die letzte Aktualierung erfolgte am Dienstag, 11. Februar 2014. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.

 

ekir.de / Alexandra Stoffel, Foto: J. Schübelin / Kindernothilfe / 11.02.2014



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