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Essener Kreuzeskirche Die Essener Kreuzeskirche wird als Gottesdienstraum,aber auch als Raum für kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen genutzt.

Tagung

„Du bekommst eine neue Gemeinde hinzu“

„Kirchen erweitert nutzen – ein Modell mit Zukunft!“ lautet der Titel einer Tagung am Montag, 16. November, in der Kreuzeskirche in Essen. Die Tagung soll Alternativen zum „vorschnellen Abriss“ oder der komplett anderen Nutzung eines Kirchengebäudes aufzeigen.

Initiiert hat die Veranstaltung der Arbeitskreis „Kirche öffnen und erhalten“. „Viele Kirchengemeinden stehen vor der Frage: Was sollen wir mit unserem Gebäudebestand machen, der zu groß und finanziell nicht mehr zu halten ist?“, heißt es in der Einladung zum Treffen. In ihrem Bestand bedroht sieht man unter anderem Kirchengebäude aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. „Darunter sind hinreißend schöne und wertvolle Gebäude“, sagt der Initiator des ehrenamtlichen Projekts, Pfarrer Dr. Manfred Keller aus Bochum.

Chance für eine Öffnung zur Gesellschaft

In einer erweiterten Nutzung erkennt der Theologe Keller auch die Chance für eine Öffnung der Kirchengemeinden zur Gesellschaft. „Kirchen sind immer mehr als nur Kirchen gewesen“, erläutert er. Durch die Öffnung der Kirchengemeinde mit einer erweiterten Nutzung zur Bürgergemeinde könne der alte Stellenwert kirchlicher Gebäude zurückgewonnen werden. Zugleich bleibe die Kirche der Ort des Gottesdienstes.

Die Essener Kreuzeskirche ist ein Beispiel aus der rheinischen Kirche zur erweiterten Nutzung. „Wir sind ein Stück Pilotprojekt“, sagt Pfarrer Steffen Hunder von der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Altstadt. Die Kreuzeskirche wird nach einer Sanierung seit dem 1. Advent 2014 von der Gemeinde, dem Forum Kreuzeskirche und dem „Unperfekthaus“ des Kreativ- und Event-Unternehmers Reinhard Wiesemann genutzt. Gottesdienste, kulturelle Ereignisse und kommerzielle Veranstaltungen finden in einem Gebäude Platz. Eigentümer ist der Essener Bauunternehmer Rainer Alt.

Arbeitshilfen und Diskussionen

„Das Gotteshaus ist keine Schwelle mehr“, berichtet Hunder von seinen Erfahrungen. „Du bekommst eine neue Gemeinde hinzu.“ Natürlich gebe es einen größeren Abstimmungsbedarf. Mögliche Konflikte regele man einfach, indem man miteinander rede. Außerdem ist eine Klausel im Sinne der Kirche für nicht zulässige Veranstaltungen vereinbart. „Jede aufgegebene Kirche reißt dagegen ein Loch in die Stadtlandschaft“, so der Theologe.

Bei der Tagung in Essen werden drei Arbeitshilfen zum Thema vorgestellt und diskutiert. Es geht um Konzeption und Wirtschaftlichkeit, Modelle mit kirchlichen und weltlichen Partnern sowie die Nutzung von Kirchen als letzte Ruhestätten, als sogenannte Kolumbarien. Zu Wort kommen unter anderem der Architekt und Wirtschaftsingenieur Joachim Gallhoff, Bauassessorin und Landeskirchenrätin der Evangelischen Kirche im Rheinland Gudrun Gotthardt und Professor Dr. Georg Maybaum von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim.

Zu den Veranstaltern zählt auch das Baudezernat der Evangelischen Kirche im Rheinland. Mit bisher rund 55 Anmeldungen sei die Resonanz auf die Tagung erfreulich, sagt Pfarrer Keller. Spontane Anmeldungen seien aber durchaus noch möglich.

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ekir.de / rtm / Foto: Forum Kreuzeskirche / 12.11.2015



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